Nebenkosten Nebenkostenabrechnung

Die Nebenkostenabrechnung erfolgt jährlich durch den Vermieter bzw. der beauftragten Hausverwaltung. Die Nebenkosten umfassen:
  • Gemeinschaftsstrom
  • Heizkosten
  • Abwasser
  • Müllabfuhr
  • Kaminkehrer
  • Hausmeister
  • Reinigung der Geminschaftsflächen
  • Versicherungen
  • Gebühren

Nebenkostenabrechnungen sind ein häufig ein Streitpunkt, da die Nebenkosten oftmals nicht sauber aufgeschlüsselt sind.

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Forum  Nebenkosten

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MIETERIN1986 
mieterin1986
vom 21.03.2011 11:58, 688 Visits
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Beitrag Verbrauchskosten nach vorzeitigem Auszug

Hallo,

ich habe zum 30.4.2009 meine Wohnung gekündigt. Bin aber bereits am 21.2.2009 ausgezogen und habe an diesem Tag die Schlüssel an meinen Vermieter übergeben.

Mündlich wurde ausgesagt, dass die Heizkostenwerte 0 sind. D.h. es dürften keine Kosten entstanden sein. Ist auch nicht schwer, es wurde nur knapp einen Monat vorher abgelesen.

Warmmiete habe ich natürlich bis Ende April gezahlt.

Nun kam die Nebenkostenabrechnung. Die belief sich natürlich vom 1.1. bis 30.4. Korrekt und unstrittig.

Allerdings war die Wohnung nach meinem Auszug nicht mehr vermietet wurden. Der Vermieter hat erstmal alles renoviert und dann niemanden gefunden.

Heizkostenabrechnug belief sich auf knapp 450 EUR. Die mir vollständig umgelegt wurden. Mit der Begründung, dass nur ich die verursacht haben kann.

Ok, meine Anwältin meinte, die Kosten müssen zumindest auf den Zeitraum 1.1. bis 30.4. aufgeteilt werden. Eine Zwischenablesung erfolgte leider nicht.

Meines Erachtens müssten die Heizkosten jedoch nur für den Zeitraum 1.1. bis 21.2. berechnet werden. Danach dürften eigentlich keine Kosten mehr angefallen sein - zumindest nicht durch mich. Nun soll ich dennoch über 250 EUR Heizkosten tragen. Die kann ich doch nicht innerhalb von 1,5 Monaten bei 60 m² verursacht haben. Ist doch unrealistisch, oder?

Der Fall geht nun vor Gericht. Sind auch noch einige andere Sachen ungeklärt bzw. streitig. Aber ich bin der Ansicht, dass mir nur der Verbrauch bis 21.2. berechnet werden kann. Ich hatte danach keine Möglichkeit mehr die Wohnung zu betreten.
Leider haben wir die Aussage des Vermieters natürlich nicht schriftlich, dass die Heizungsstände bei Übergabe auf 0 standen. Ich habe einen Zeugen und die haben einen. Also Aussage gegen Aussage. Aber rein rechtlich betrachtet kann ich doch keine verbrauchsabhängigen Kosten für den Zeitraum über dem 21.2. hinaus tragen, oder? Fixe Kosten wie Verwaltung udn Grundsteuer etc. seh ich ein, weil ich nunmal noch Mieterin war. Aber variable Kosten?

Vielen Dank für eure Meinung. Vielleicht kennt ihr ja auch Gesetzestexte oder Urteile hierzu.
 
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CHRISTIANLE 
ChristianLE  
vom 22.03.2011 08:49
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  Sie schreiben:
"Die Anwältin meint, es wäre ok, wenn wir nicht reagiert hätten, weil die Abrechnung falsch bzw. unvollständig ist. und insoweit wäre es keine ordnungsgemäße Abrechnung und ich habe auch keine Pflicht zu reagieren. "

Wenn das Ihre Anwältin tatsächlich gesagt hat, empfehle ich Ihnen dringend, einen anderen Anwalt aufzusuchen. Über solche Aussagen kann ich nur den Kopf schütteln.

Gemäß § 556 (3) BGB hat der Mieter 12 Monate Zeit die Abrechnung zu prüfen und um Beanstandungen in begründeter Form dem Vermieter mitzuteilen. Tut er das nicht, akzeptiert er die Abrechnung in dieser Form und verpflichtet sich zur Zahlung.



 
 
mieterin1986     Antwort vom 22.03.2011 13:48
:  wir haben innerhalb von zwölf monaten reagiert und widerspruch eingelegt. das schon, aber wir haben eben die jahresfrist für die vermieterin verstreichen lassen. sprich die abrechnung 2008 kam im september 2009 und wir haben erst im januar 2010 widersprochen. die abrechnung war nicht ordnungsgemäß. insoweit wäre wohl die jahresfrist für die vermieterin zur zustellung einer ordnungsgemäßen abrechnung und damit ihr forderungsanspruch verstrichen
 
MIETERIN1986 
mieterin1986  
vom 21.03.2011 17:01
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  ach schön wär's, nein nein, die abrechnung habe ich schon noch in 2010 gekriegt. der rechtsstreit läuft aber auch schon zwei jahre, weil die vermieterin zu keinem vergleich oder sonstigem bereit ist. nun ja.
 
MOOCHI 
Moochi  
vom 21.03.2011 15:17
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  Wenn Sie eine Abrechnung nicht als falsch reklamieren, gilt sie als angenommen. Und ja, Sie hätten die VM informieren müssen, wenn Sie Beanstandungen hatten. Auch braucht die VM Ihnen nicht die Abrechnungn der HV zukommen lassen. Wenn Sie die einsehen möchte, müssen Sie danach fragen!
 
 
mieterin1986     Antwort vom 21.03.2011 15:25
:  Aber es ist nicht zulässig mir nur eine allgemeine Aufstellung zuzusenden, wo steht Kosten Verwaltung, Kosten Heizung, abzzgl. Vorauszahlungen, Nachzahlungsbetrag.

Das gilt nicht als ordnungsgemäße Nebenkostenabrechnung - kein Verbrauchsangaben und nichts. Das ist unzulässig und das ist mir bekannt. Ich muss ja wissen, wie sich die Kosten zusammensetzen und was ich tatsächlich verbraucht habe.

Die Anwältin meint, es wäre ok, wenn wir nicht reagiert hätten, weil die Abrechnung falsch bzw. unvollständig ist. und insoweit wäre es keine ordnungsgemäße Abrechnung und ich habe auch keine Pflicht zu reagieren.
 
MIETERIN1986 
mieterin1986  
vom 21.03.2011 13:02
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  Es ist ja keine Anwältin für Mietrecht.

Aber danke für die Auskunft. Obwohl ich den Sinn darin nicht verstehe.
 
 
ottojunkers     Antwort vom 21.03.2011 13:43
:  Aber vielleicht verstehen Sie dieses.

Die Pflicht zur Zahlung der kompletten Miete und der Nebenkosten endet erst mit dem Ende der Mietzeit. Und Verbrauch an Wärme findet auch dann statt, wenn die Wohnung nicht bewohnt ist und die Heizkörperthermostate auf Schneeflocke gestellt sind. Das verhindert ein totales Auskühlen der Wohnung und ein Einfrieren der Heizkörper.
 
OTTOJUNKERS 
ottojunkers  
vom 21.03.2011 12:21
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  1. Eine Zwischenablesung muss nicht unbedingt erfolgen, denn laut Heizkostenverordnung kann der Verbrauch geschätzt werden, oder nach der Gradtagstabelle berechnet werden. Und hier wird der 30.04. angesetzt.

2. Trauen Sie einem Laienforum mehr Sachverstand zu als Ihrer Anwältin. Das ehrt dieses Forum, dürfte aber sehr blauäugig sein.

3. Da die Sache schon am Gericht ist, überlassen Sie die Entscheidung besser der Richterin/dem Richter.
 
 
mieterin1986     Antwort vom 21.03.2011 13:21
:  Aber ist es nicht komisch bzw. unlogisch, dass mir verbrauchsabhängige Kosten in Rechnung gestellt werden, obwohl ich schon längst ausgezogen bin?

Ich mein, ich streit mich ja nicht wegen zwei Wochen, es geht ja um 68 Tage, die ich zusätzlich zahlen soll. Wo ich angeblich geheizt haben soll. Mit welchem Recht wird mir das in Rechnung gestellt?

Ich find nur Urteile, dass ich Nebenkosten auch nach meinem Auszug tragen muss, es sich ja aber über die Nebenkostenabrechnung relativieren würde. Aber das tut es sich ja nicht.
 
 
mieterin1986     Antwort vom 21.03.2011 14:32
:  Da sind noch eine Vielzahl von weiteren Punkten strittig. Ich möchte ja auch einen Vergleich. Die Vermieterin jedoch nicht. Es geht darüber hinaus noch um Kautionsansprüche.

Aber mal ehrlich - 500 EUR Heizkosten selbst für 4 Monate? Das ist ja Wucher. Naja, aber scheinbar muss ich der Anwältin in dem Punkt Recht geben. Sehr ärgerlich.

Aber noch ne andere Sache. Streitig ist momentan folgendes: Die Abrechnung 2008 haben wir im September 2009 erhalten. Jedoch war das nur die Auflistung der Vermieterin - eine A4-Seite aus Excel. Eine Abrechnung der Hausverwaltung, Heizkosten etc. fehlten. Unsere Anwältin meinte, wir sollten nicht reagieren. Es war auch keine Zahlungsfrist gesetzt und wir wurden nicht gemahnt. Nach dem 31.12. haben wir der Vermieterin dann mitgeteilt, dass die Abrechnung unvollständig war und somit nicht fristgerecht (12 Monate) an uns übersandt wurde.

Da kommt bei mir das schlechte Gewissen - Ist das rechtens? Hätte ich die gute Frau nicht informieren müssen, dass die Abrechnung fehlerhaft bzw. unvollständig war. Gleiches Spiel für 2009. Abrechnung war vollständig aber fehlerhaft (doppelt berechnete Heizkosten, teilw. keine Aufgliederung von Kosten etc.). Auch hier meinte unsere Anwältin - Frist abwarten und dann reagieren.

Ich weiß nicht, wenn ich der Vermieterin ja aber nun gar nicht sage, dass es falsch ist bzw. unvollständig hat sie ja auch keine Möglichkeit der Korrektur innerhalb der Jahresfrist. Sie behauptet zwar, dass die Abrechnung vollständig gewesen wäre und ich Unterlagen udn Belege unterschlage, aber es war tatsächlich so.

Muss ich reagieren? Zahlungsziel wurde nie genannt, Mahnungen gabs keine.

 
 
mieterin1986     Antwort vom 21.03.2011 14:50
:  furino:
"Die Heizkostenwerte sollen 0 sein, obwohl schon ein Wintermonat bis dahin vergangen ist. Verstehe ich nicht, ist auch nicht schwer, das zu verstehen.
Den Rest hat sicher der Vermieter verbraucht. Die Anwältin mit der Kostenteilung können Sie getrost vergessen.

Weiterhin ergibt sich die Frage, welcher Verbrauchswert denn in der Abrechnung festgelegt wurde.

Den Abrechnungszeitraum wäre noch interessant zu wissen; vielleicht ergibt sich hier noch eine Wende zum Guten."
Abrechnungszeitraum war der 1.1.2009 bis 31.12.2009 mit Verweis Nutzungszeitraum 1.1. bis 30.4.2009. Insoweit Umlegung aller angefallenen Kosten auf den Mieter. Aber das versorgende Unternehmen übernimmt ja schließlich nur die Angaben, die vom Vermieter gemacht wurden. Es gibt eben keine Aufstellung, wieviel in welchem Monat angefallen ist. Meine Anwältin hat entsprechend die Aufteilung nach Tagen vorgenommen - diesen Umrechnungsschlüssel den es insoweit gibt. Weil eben die Wintermonate stärker beheizt werden.

Die Zähler waren übrigens deswegen auf Null, weil ich von morgens bis abends arbeiten musste und abends noch die Wohnung renoviert habe. Da brauchte ich abends keine Heizung mehr anmachen, weil ich mich sowieso bewegt habe und es so warm für mich war. Ich bin da grundsätzlich extrem sparsam. Meine letzte Heizabrechnung in der neuen Wohnung belief sich auf lediglich 63 EUR für ein Jahr und zwei Personen. Insoweit kann man sich auf die Nullwerte erklären. War auch wirklich so. Nur leider steht da eben Aussage gegen Aussage.
 
 
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