Checkliste Umzug – Von der Vorbereitung bis zum Einzug

Vorbereitungen & Umzugsplanung | Schlüsselübergabe & Wohnungsrenovierung | Umzug | Nach dem Umzug

Checkliste Umzug – Von der Vorbereitung bis zum Einzug

Schon vor dem eigentlichen Umzug muss der Mieter viel planen und vorbereiten: Umzugskartons werden benötigt, ggf. muss ein Halteverbot beantragt werden und natürlich müssen Umzugshelfer arrangiert werden. Doch bevor es richtig losgehen kann, muss ein Termin für die Schlüsselübergabe gefunden werden – Natürlich wäre eine Schlüsselübergabe noch vor dem offiziellen Mietvertragsbeginn schön, dazu ist der Vermieter aber gar nicht verpflichtet. Auch am Umzugstag muss der neue Mieter einiges beachten.

Checkliste Umzug

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Vorbereitungen und Umzugsplanung

1. Kündigung der alten Wohnung

Ganz wichtig: Bevor es richtig an die Vorbereitungen und die Umzugsplanung gehen kann, muss die alte Wohnung gekündigt werden. Ohne einen triftigen Grund (Mietmangel), beträgt die Kündigungsfrist für Mieter drei Monate.

Kann diese Kündigungsfrist nicht eingehalten werden, kann ggf. selbstständig ein Nachmieter gesucht werden. Dies sollte jedoch unbedingt im Vorfeld mit dem Vermieter abgeklärt werden!

2. Umzugsdatum festlegen und Umzugshelfer arrangieren

Das Umzugsdatum sollte frühzeitig festgelegt werden, damit genügend Zeit bleibt, Umzugshelfer oder ein professionelles Umzugsunternehmen (Spedition) zu beauftragen.

Freunde, Bekannte und Familienmitglieder helfen meist gerne und sind kostenlos, allerdings sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass das Risiko spontaner Absagen besteht. Für den Fall der Fälle sollten daher mehr Umzugshelfer als eigentlich benötigt angefragt werden.

Professionelle Umzugsunternehmen sind oft nicht günstig. Dafür hat der Mieter jedoch keine Arbeit und keinen Stress mit der Umzugsplanung, da ihm vieles von der Spedition abgenommen wird.
Wer nicht viel Geld ausgeben und dennoch nicht auf bezahlte Hilfe verzichten möchte oder kann, sollte sich einmal bei Studentischen Hilfswerken erkundigen. Dort stellen Studenten ihre Arbeitskraft für wenig Geld zur Verfügung.

3. Urlaub beim Arbeitgeber für den Umzug beantragen

Findet der Umzug nicht am Wochenende statt, muss der Mieter Urlaub beim Arbeitgeber beantragen.

Tipp: Auch, wenn der Umzug am Wochenende stattfindet, können zwei Urlaubstage vor und nach dem Umzug sinnvoll sein. So können im Vorfeld letzte Vorbereitungen getroffen werden und die Kartons ganz in Ruhe ausgepackt werden.

Häufig gewähren Unternehmen ihren Mitarbeitern sogar Sonderurlaub beim eigenen Umzug.

4. Umzugswagen mieten

Wird der Umzug nicht von einem professionellen Umzugsunternehmen vorgenommen, wird ein Umzugswagen für den Umzug benötigt. Besitzen Freunde oder Bekannte kein geeignetes Fahrzeug, kann eins gemietet werden – Häufig vermieten Tankstellen oder Baumärkte Kleintransporter oder Anhänger für ein ganzes Wochenende.

Mit dem Führerschein B dürfen Kleintransporter oder Transporter-Anhänger (Maximal 750 kg) bis zu einer beladenen Gesamtmasse von 3,5 Tonnen gefahren werden. Mit dem Führerschein BE dürfen auch Anhänger mit einer Gesamtmasse bis zu 3,5 Tonnen gefahren werden.

5. Halteverbot beantragen

In dicht besiedelten Wohnanlagen mit schlechter Parkplatzsituation macht es Sinn, ein Halteverbot vor der Tür für den Umzugstag zu beantragen. In dieser „Halteverbotszone“ dürfen dann keine anderen Fahrzeuge parken, der Parkplatz gehört fest dem Umzugswagen.

Der Antrag erfolgt meist unkompliziert beim Bürgeramt der Stadt, die Ausnahmeregelung kann in der Regel sofort mitgenommen werden. Die Kosten sind von Stadt zu Stadt unterschiedlich.

Beispiel Stadt Hannover:
In der Stadt Hannover kostet das Halteverbot in normalen Straßen für einen Tag 23 Euro, in Fußgängerzonen sind es 55 Euro. Zusätzlich wird ein Halteverbotsschild benötigt, welches für ca. 35 Euro bei der Stadt ausgeliehen werden kann.

6. Umzugskartons besorgen

Wer umzieht, benötigt genügend Umzugskisten, um das Hab und Gut zu verstauen. Die Anzahl der benötigen Kartons ist stark von der Haushalts- und Wohnungsgröße und auch, wie lange dort gewohnt wurde, abhängig.

Bei einem 1 Personenhalt (1 bis 2 Zimmer Wohnung) werden in der Regel 30 Umzugskartons benötigt. Im 2 Personenaushalt in etwa 50 Kartons. Für das Hab und Gut von Babys und Kleinkindern werden ca. 10 Kartons benötigt.

Umzugskartons können neu oder gebraucht gekauft werden. Wer sparen möchte, sollte sich im Freundes- und Familienkreis nach Umzugskartons erkundigen. Hier befindet sich häufig noch der ein oder andere Karton im Keller oder auf dem Dachboden.

Tipp: Die Umzugskartons sollten für jeden Raum einzeln gepackt werden. Eine Raumbeschriftung auf dem jeweiligen Karton erleichtert zudem das Durchsteigen beim Auspacken.

7. Wände für neue Möbel ausmessen

Die Herausforderung neuer Möbel: Lange Lieferzeiten. Wird in der neuen Wohnung eine Einbauküche benötigt, muss mit Lieferzeiten bis zu 12 Wochen gerechnet werden. Andere Möbel, wie beispielsweise ein Sofa oder Wohnzimmerschrank, haben im schlimmsten Fall eine Lieferfrist bis zu 10 Wochen.

Damit die Möbel noch vor oder kurz nach dem Einzug ankommen, müssen sie relativ schnell nach der Unterzeichnung des Mietvertrags bestellt werden. Insbesondere bei Einbauküchen ist es jedoch unerlässlich, den Grundriss und die Größe einzelner Wände zu kennen. Gibt es keinen oder keinen vernünftigen Grundriss der Wohnung, muss der neue Mieter die Wohnung selbst ausmessen.

Der zukünftige Mieter hat allerdings keinen Anspruch darauf, die Wohnung vor dem Mietverhältnis zu betreten! In der Praxis besteht glücklicherweise oft die Möglichkeit, die Wohnung zusammen mit dem Vormieter zu betreten und einzelne Wände auszumessen.

Der Mieter ist dazu aber nicht verpflichtet, es handelt sich hierbei um einen reinen „Freundschaftsdienst von Mieter zu Mieter“.  Sollte sich der Vormieter weigern, hat der neue Mieter keine Möglichkeit, die Wohnung vorher auszumessen.

8. Möbelstellplan erstellen

Konnte die Wohnung selbst ausgemessen werden oder gibt es vielleicht sogar einen Grundriss, kann die Möbelstellplanung angegangen werden. Diese lohnt sich in vielerlei Hinsicht:

  • Sie dient als Orientierung
  • Vermeidet Nachfragen, da Umzugshelfer sofort wissen, wo das Möbelstück stehen soll
  • Möbel landen gleich am richtigen Platz

9. Telefon- und Internetanschluss ummelden oder neu abschließen

Der bestehende Telefon- und Internetanschluss muss beim Umzug entweder gekündigt oder umgemeldet werden. Gibt es bisher keinen Telefonanbieter, sollte rechtzeitig ein Vertrag abgeschlossen werden.

Bei einer Ummeldung sollte beachtet werden, dass die Netzabdeckung und Internetgeschwindigkeit bei der neuen Wohnung vielleicht nicht so hoch sind wie bei bisherigen Wohnung. Der Vertrag müsste in diesem Fall durch den Provider angepasst werden.

10. Hausratversicherung abschließen oder anpassen

Um beispielsweise nach einem Brand oder Einbruch nicht auf den Kosten sitzen bleiben, ist es sehr wichtig, vor oder kurz nach dem Einzug eine Hausratversicherung abzuschließen. Besteht bereits eine Hausratversicherung, muss diese angepasst werden.

Auf Vergleichsportalen im Internet oder durch die Hilfe eines Versicherungsmaklers, kann die am besten geeignetste Versicherung gefunden und abgeschlossen werden.

Wie sich Mieter vor Einbruch schützen können, erfahren Sie unter Einbruchsschutz in der Mietwohnung.


Schlüsselübergabe & Wohnungsrenovierung

11. Termin für Schlüsselübergabe klären

Auf den Tag der Schlüsselübergabe freut sich jeder Mieter. Häufig gibt es jedoch Unklarheiten, bis wann die Schlüsselübergabe erfolgen muss. Grundsätzlich muss die Schlüsselübergabe spätestens bei Vertragsbeginn (Beginn des Mietverhältnisses) erfolgen.

Beginnt das Mietverhältnis beispielsweise am 01. Dezember, muss der Vermieter die Schlüssel spätestens am 01. Dezember übergeben. Leider gibt es bisher keine Gerichtsurteile, bis zu welcher Uhrzeit die Schlüssel spätestens übergeben werden müssen.

Liegt der Vertragsbeginn auf einem Feiertag oder Sonntag, muss auch an diesem Tag spätestens die Schlüsselübergabe erfolgen (LG Berlin, 16.03.2012 – 65 S 219/10).

Übrigens: Der Mieter hat keinen Anspruch darauf, die Schlüssel schon vor dem Mietverhältnis zu erhalten! Erklärt sich der Vermieter dennoch bereit, die Schlüssel vor Vertragsbeginn zu übergeben, sollte sicherheitshalber eine Vereinbarung getroffen werden, welche Rechte und Pflichten sich daraus ergeben. Muss der Mieter beispielsweise anteilig Miete bezahlen, wenn die Wohnung eher betreten werden darf?

12. Abnahmeprotokoll ausfüllen

Das Abnahmeprotokoll wird häufig bei der Schlüsselübergabe ausgefüllt.

Hier werden bestehende Mängel und etwaige Abnutzungsspuren (Risse im Parkett, Kratzspuren im Waschbecken, Beschädigungen an Zimmertüren, etc.) vom Vermieter aufgenommen. Wenn der Mieter weitere Schäden entdeckt, können diese hier ebenfalls aufgenommen werden. Dadurch dient das Protokoll als Nachweis, dass die aufgenommenen Schäden schon vor dem Einzug vorhanden waren und sie nicht vom neuen Mieter verursacht wurden.

Auch Schäden, die der Vermieter noch beseitigen muss, wie beispielsweise Schimmel oder Feuchtigkeit, können im Abnahmeprotokoll aufgenommen werden. Der Grundsatz „Wie besichtigt übernommen“ gilt hier nicht, sodass der Vermieter in jeden Fall für die Beseitigung verpflichtet ist (AG Berlin-Mitte, 08.09.2009, 8 C 60/09).

Da häufig noch nach der Schlüsselübergabe Schäden und Mängel entdeckt werden, sollte der Vermieter gebeten werden, eine einwöchige Nachmeldefrist in das Übergabeprotokoll mit aufzunehmen.

Ganz wichtig: Mieter und Vermieter müssen das Protokoll unterschreiben.

13. Verbraucherstände ablesen und an Versorger mitteilen

Am Tag der Schlüsselübergabe werden auch die Zählerstände von Strom, Gas, Heizung und Wasser vom Vermieter abgelesen. Die verschiedenen Zählerstände müssen an die jeweiligen Anbieter mitgeteilt werden, damit klar ist, bis zu welchen Verbrauchswerten der bisherige Mieter und ab welchen Zählerständen der neue Mieter für die Kosten aufkommt.

Hinweis: Entscheidet sich der neue Mieter bis kurz nach dem Einzug nicht für einen bestimmten Versorger, werden Strom und Gas automatisch vom örtlichen Anbieter zum meist teureren Grundversorgungstarif bezogen. Es ist sinnvoll, die Preise vom Grundversorger mit den Preisen anderer Anbieter zu vergleichen und den Anbieter ggf. zu wechseln.

14. Neue Wohnung gestalten und renovieren

Häufig möchten Mieter ihre neue Wohnung vor dem Umzug noch einmal selbstständig renovieren, beispielsweise sollen Wände gestrichen oder tapeziert werden.

Doch wie bereits beschrieben: Der Vermieter ist nach § 535 BGB erst zu Beginn der Mietzeit verpflichtet, die Wohnung im vertragsgemäßen Zustand zu übergeben. Möchten die zukünftigen Mieter die Wohnung noch vor Vertragsbeginn renovieren, sind sie auf die Kulanz des Vermieters angewiesen. Ist die Wohnung unbewohnt, ist dies für den Vermieter häufig kein Problem. Ziehen die Vormieter hingegen erst kurz vor Vertragsbeginn aus – was auch ihr Recht ist – besteht meist nicht genügend Zeit, die Wohnung in Ruhe zu renovieren. Hier kann es hilfreich sein, die alte Wohnung einen Monat später zu kündigen einen Monat lang zwei Wohnungen zu bezahlen.

Übrigens: Der Vermieter darf seinem Mieter nicht vorschreiben, wie die Wohnung innerhalb des Mietverhältnisses gestaltet sein darf (BGH, VIII ZR 143/10) vom 14.12.2010).

Umzug

15. Nachbarn informieren & Ruhezeiten beachten

Andere Mieter müssen den Lärm, der durch einen Umzug entsteht, dulden, da dieser unvermeidbar ist. Insbesondere, wenn die Lärmbelästigung durch den Umzug tagsüber besteht und die Mittagsruhe ggf. nicht eingehalten wird, muss dies von anderen Mietern geduldet werden.

Tipp: Um keinen Ärger mit den neuen Nachbarn zu riskieren, kann es hilfreich sein, die Nachbarn mit einem Aushang im Treppenhaus auf den bevorstehenden Umzug und eventuelle Lärmbelästigung hinzuweisen.

Ganz wichtig: Lärm innerhalb der Nachtruhe und Umzüge an Sonn- und Feiertagen sollten vermieden werden! Ist ein Umzug am Sonn- oder Feiertag unvermeidbar, sollte besonders leise umgezogen werden. Die Ruhezeiten – mittags und nachts – sollten in jedem Fall eingehalten werden.

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16. Wichtig am Umzugstag

  • Ausreichend Verpflegung für die Umzugshelfer besorgen
  • Erste Hilfe Kasten zur Verfügung haben
  • Werkzeug bereithalten

Außerdem: Da das Badezimmer meist noch nicht mit Hygieneartikeln ausgestattet ist, sollte es mit ausreichend Klopapier, Seife und Handtüchern eingedeckt werden.

Treppenhaus nicht als Zwischenlager nutzen

Es sollte darauf geachtet werden, das Treppenhaus nicht unnötig als Zwischenlager zu nutzen. Andere Mieter dürfen durch den Umzug nicht beeinträchtigt werden, das Treppenhaus sollte also von anderen Mietern normal genutzt werden können. Dazu gehört auch, dass keine Flucht- und Rettungswege zugestellt werden.

17. Treppenhaus vor dem Umzug auf Schäden kontrollieren

Vor dem Einzug sollte das Treppenhaus kurz auf etwaige Vorschäden kontrolliert werden. Konnten Schäden ausfindig gemacht werden, sollten diese schriftlich und bildlich festgehalten werden. Dies erspart Ärger mit dem Vermieter und dienst als Beweis, dass das Treppenhaus nicht durch den eigenen Umzug beschädigt wurde.

Kommt es durch den Umzug doch zu Schäden in der Wohnung oder im Treppenhaus, haftet der Mieter vollumfänglich und muss seinem Vermieter den Schaden ersetzen. Alternativ kann der Vermieter die Umzugsspuren später auch von der Mietkaution abziehen (siehe Mietkaution bei Auszug zurück erhalten).

Hinweis: Freiwillige Helfer (Freunde, Familie, Bekannte) haften in der Regel nicht, wenn sie Schäden beim Umzug verursachen. Es wird hier von einer stillschweigenden Haftungsbeschränkung ausgegangen. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten sich die freiwilligen Umzugshelfer bei ihrer Versicherung erkundigen, ob Schäden durch einen freundschaftlichen Umzugsdienst abgesichert sind und zur Not einen Zusatzschuss bei der Versicherung abschließen.

Anders ist es natürlich bei bezahlten Umzugsunternehmen: Verursacht die Spedition beim Umzug einen Schaden, ist das Unternehmen zur Schadensbeseitigung verpflichtet.

Nach dem Umzug

18. Treppenhaus reinigen

Auch, wenn es einen Treppenhausreinigungsplan in der Hausordnung gibt und der neue Mieter noch nicht mit der Treppenhausreinigung dran ist, gilt: Wurde das Treppenhaus durch den Umzug verunreinigt, muss der neue Mieter den Dreck zeitnah beseitigen.

19. Bei den Nachbarn vorstellen

Auf eine gute Nachbarschaft! Nach dem Umzug sollte man sich bei allen Nachbarn kurz vorstellen und ggf. für den Umzugslärm entschuldigen.

20. Ummelden & Adressänderung

Zu den wichtigsten Aufgaben nach dem Umzug gehört die Ummeldung bei der Stadt inklusive der Ummeldung bei der KFZ-Zulassungsstelle. Grundsätzlich hat man nur 2 Wochen Zeit, sich beim zuständigen Einwohnermeldeamt seiner Stadt umzumelden. Wird diese Frist nicht eingehalten, droht ein Ordnungsgeld bis zu 500 Euro.

An alle anderen Unternehmen, für die die richtige Adresse wichtig ist, sollte zudem eine kurze Adressänderung geschickt werden:

  • Versicherungen
  • Krankenkasse
  • Smartphone-Betreiber
  • Zeitschriftenverleger
  • GEZ
  • Banken

Titelbild: gpointstudio  / shutterstock.com 

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