Mülltrennung & Recycling: Müllsortierung richtig gemacht

Müll richtig trennen: Gelber Sack | Altpapier | Restmüll | Sperrmüll | Sondermüll

Mülltrennung & Recycling: Müllsortierung richtig gemacht

Wir produzieren rund 412 Millionen Tonnen Abfall jährlich in Deutschland. Laut Umfragen befürworten rund 92 Prozent der deutschen Verbraucher Mülltrennung und Recycling bei der großen Masse an Müll. Die richtige Müllsortierung ist nicht nur für die Umwelt wichtig, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben. Jeder Mieter sollte seiner Trennpflicht nachkommen und den anfallenden Müll gemäß, seiner Bestandteile sortieren. Erfahren Sie, welcher Abfall in welche Tonne kommt und wie Sie Ihren Müll möglichst nachhaltig entsorgen können.

Müll trennen – Warum eigentlich?

Nur durch richtige Mülltrennung kann Sortenreinheit des Abfalls sichergestellt werden. Es ist für die Umwelt wichtig, dass bestimmte Stoffe nicht verbrannt werden. Andere Materialien können wiederum zu einem Großteil weiterverarbeitet und wiederverwertet=recycelt werden! Sie als Mieter und Verbraucher müssen Ihren Teil zur Mülltrennung beitragen, damit die Sortieranlagen optimal arbeiten können. Geringerer Aufwand und Wiederverwertung bedeuten weniger Energieverbrauch, reduzierter Treibhauseffekt, geringer Verbrauch von Ressourcen und geringere Schädigung von Böden und Gewässern.

Mülltrennung – Was gehört in welche Tonne?

In einem Mietshaus ist der Vermieter dafür zuständig, entsprechende Behälter für die Mülltrennung aufzustellen. (AG Dortmund, Urteil v. 27.9.1999, 108 C 6352/99, WuM 2002, 55; AG Frankfurt/M., Urteil v. 18.9.2001, 33 C 1595/01-29, WuM 2001, 631). Weitere mietrechtliche Aspekte der Müllentsorgung erfahren Sie in unserem Artikel: Müllentsorgung – Regeln für Mieter & Vermieter

Bei der Mülltrennung werden fünf Kategorien unterschieden:

  1. Leichtverpackungen
  2. Behälter aus Glas
  3. Altpapier
  4. Restmüll
  5. Bioabfall

1. Leichtverpackungen: Was kommt in den Gelben Sack?

Folgende Dinge müssen in dem Gelben Sack oder der gelben Tonne entsorgt werden:

  • Verpackungen aus Kunststoff, Aluminium, Weißblech
  • Verbundkarton
  • Getränkeverpackungen

Beispiele für Dinge, die in den Gelben Sack gehören: Arzneimittelblister, Buttermilchbecher, Eisverpackungen, Getränkekartons, Holzschachteln, Joghurtbecher & -deckel, Konservendosen, Menüschalen von Fertiggerichten, Milchbeutel, Müsliriegelpapier, Nudeltüten, Plastiktüten, Schokokusskarton, Schokoladen-Alufolie, Senf-, Mayo-, Ketchup-Eimer, Shampooflaschen, Spülmittelflaschen, Spraydosen, Speiseölflaschen aus Kunststoff, Styroporverpackungen, Suppentüten, Tierfutterdosen, Zahnpastatuben.

2. Altglas: Was kommt in den Altglascontainer?

Glas muss im Altglascontainer entsorgt werden. Sie müssen das Altglas sortieren nach grün, weiß und braun.

  • Glasflaschen
  • Glasbehälter

Merken: Gelbes und blaues Glas gehört in den Grünglascontainer.

Muss ich Korken, Deckel, Papier-Etiketten vom Altglass entfernen?

Ja. Kunststoffdeckel gehören in die gelbe Tonne und Korken in den Restmüll. Die Papieretiketten dürfen am Altglas kleben bleiben.

Diese Dinge dürfen NICHT in die Altglascontainer:

  • Keramik
  • Porzellan
  • Steingut
  • Glühbirnen
  • Trinkgläser
  • Flachglas wie Fensterscheiben oder Spiegel
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3. Altpapier: Was gehört in den Blauen Sack?

Folgende Dinge müssen in dem Gelben Sack oder der gelben Tonne entsorgt werden:

  • Papier
  • Pappe
  • Karton
  • Eierkartons

Dürfen Kassenzettel ins Altpapier?

Nein, denn Kassenzettel bestehen aus Thermopapier und müssen im Restmüll entsorgt werden. Dasselbe gilt auch für Backpapier, Post-Its, Servietten und Pizzakartons.

4. Restmüll: Was kommt in den Restmüll?

  • Zigarettenstummel
  • Asche
  • Staub
  • Windeln
  • Hygieneartikel
  • verschmutztes Papier
  • Lappen und Filter
  • Kaputte Kleidung

Medikamente entsorgen

Abgelaufene Medikamente können Sie in vielen Apotheken abgeben oder über die Restmülltonne entsorgen. Bitte lassen Sie davon ab, die Medikamente im Klo herunter zu spülen. Rückstände der Arzneien können der Umwelt schaden.

DVD und CD entsorgen

CDs gehören nicht in den Restmüll. Sie sollten sie auf Grund ihres hochwertigen Grundstoffes auf einem kommunalen Werkstoff entsorgen.

5. Bioabfall: Was darf in die Biotonne?

Es ist empfehlenswert den eigenen Bioabfall in altes, nicht buntbedrucktes, Zeitungspapier zu wickeln, anstatt auf Plastiktüten zurückzugreifen:

  • Milchprodukte
  • Käse ohne Plastikrinde
  • Fischgräten
  • Tierknochen
  • Schalen von Zitrusfrüchten
  • Speisereste wie: rohe, gekochte oder verdorbene Nahrungsmittel, Fleisch- und Wurstwaren, Brot, Backwaren
  • Teebeutel, Teereste, Kaffeesatz, Kaffefilter
  • Haare und Federn
  • Holzwolle, Sägespäne
  • Kleintierstreu
  • Grünabfälle: Beete, Bäume, Büsche sowie Blumenerde, Heu, Stroh, Laub, Riesig, Rasenschnitt

Müll falsch getrennt – Strafbar?

Müll falsch zu trennen kann teuer werden. Der Müllabfuhr entsteht durch falsch sortierten Müll ein erheblicher Mehraufwand und erhöhte Kosten. Falsche Mülltrennung ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit Bußgeldern zwischen 10-50 Euro geahndet werden. Bei wiederholten Verstößen fallen die Bußgelder meist sehr viel höher aus.

Tipp: Einer ihrer Nachbarn nimmt es mit dem Trennen nicht so genau? Sprechen Sie mit ihren Nachbarn oder ziehen Sie den Vermieter hinzu. Aushänge im Treppenhaus mit Hinweisen zur richtigen Mülltrennung können die Situation ebenfalls entschärfen. Benötigen Sie weitere Hilfe? Ehrenamtliche Abfallberater besuchen auf Wunsch kostenlos Haushalte und geben wertvolle Tipps zur Müllvermeidung und Trennung.

Warum lässt die Müllabfuhr den Müll stehen?

Steht der Müll nach dem Abholdatum weiterhin vor ihrer Tür, können Sie direkt das Entsorgungsunternehmen kontaktieren und nach den Gründen fragen. Zudem sollten Sie den Vermieter kontaktieren, welcher eine Sonderleerung beantragen kann. In folgenden Fällen ist die Müllabfuhr nicht verpflichtet den Müll abzutransportieren:

  • Mülltonnen stehen nicht rechtzeitig zur Abholung bereit
  • Mülltonne zu voll, schließt nicht
  • Falsch befüllt, Mülltrennung falsch
  • Müll zu stark verdichtet, Pressen von Müll ist Ordnungswidrigkeit
  • Mülltonne nicht zugängig

Sondermüll: Elektroschrott

Lacke, Farben, Energiesparlampen, Elektrogeräte und Batterien sind Sondermüll und sollten zum nächsten Werkstoffhof gebracht werden. Für Batterien finden Sie in einigen Geschäften Sammelbehälter.

Sperrmüll anmelden?

Die Regelungen zur Sperrmüllentsorgung sind regional unterschiedlich. Einige Gemeinden bieten feste Abholtage für Sperrmüll an, woanders müssen Mieter Sperrmüll bei dem zuständigen Entsorger anmelden. Informieren Sie sich dazu am besten bei der, für Ihren Wohnort , zuständigen Behörde.

Kosten für Sperrmüll – Wer zahlt?

In manchen Regionen ist Sperrmüll einmal jährlich pro Haushalt frei. Wer die Kosten ansonsten für die Sperrmüll Anmeldung zahlt, ist von der Situation abhängig:

  1. Wenn der Vermieter eine Sperrmüllfläche für alle Mieter zur Verfügung stellt, dürfen Mieter dort Ihren Sperrmüll lagern bis er abgeholt wird. In diesem Fall darf der Vermieter die Kosten für den Sperrmüll später auf alle Mieter umlegen.
  2. Wenn der Vermieter auf Anfrage eines Mieters Sperrmüll bestellt, hat der Mieter die Kosten alleinig zu tragen.
  3. Wenn ein Mieter selbst Sperrmüll anmelden muss, dann meldet er sich beim Entsorger und trägt alle anfallenden Kosten eigenständig.

Titelbild: Samuel Cohen / shutterstock.com