Rekordstrafe für Deutsche Wohnen wegen Missbrauch von Mieterdaten

Rekordstrafe für Deutsche Wohnen wegen Missbrauch von Mieterdaten

Die Deutsche Wohnen hat von der Berliner Datenschutzbeauftragte für den Missbrauch von Mieterdaten am vergangenen Dienstag eine Millionenstrafe einstecken müssen.

Deutsche Wohnen erhält Rechnung über 14,5 Millionen Euro

Der Vorwurf gegen den großen deutschen Immobilienkonzern wiegt schwer. Das Unternehmen soll sensible Mieterdaten über mehrere Jahre hinweg rechtswidrig gespeichert und archiviert haben. Dabei habe es sich um Einkommensnachweise, Schufa-Auskünfte und Arbeitsverträge gehandelt. Das Recht sieht jedoch bei Abschluss eines Mietvertrages die Vernichtung der Unterlagen vor.

Bereits seit 2017 wird gegen das Unternehmen ermittelt. Bei zwei Terminen vor Ort wiesen Datenschützer die Verantwortlichen auf die Probleme bei der Datenverwaltung hin. Zudem erfuhr man von internen Quellen, dass die gespeicherten Daten der Mieter ungenügend geschützt seien.

Rekordstrafe in Millionenhöhe

Erst seit Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im Mai 2018 müssen die Behörden Datenschutzvergehen mit Bußgeldern bestrafen. Dabei richtet sich die Höhe nach Vergehen, Vorsatz und nach Jahresumsatz. Die bisher höchste verhängte Strafe lag bei 80.000 Euro, womit der Missbrauch von Gesundheitsdaten geahndet wurde. Damit ist die Deutsche Wohnen neuer Rekordhalter der höchsten jemals verhängten Datenschutzstrafe.

Unternehmen weist Vorwürfe von sich

Die Deutsche Wohnen hat indessen angekündigt, den Bußgeldbescheid gerichtlich zu prüfen und weist die schwerwiegenden Vorwürfe von sich. Man habe bereits 2017 „umfangreiche personelle und prozessuale Veränderungen eingeleitet, um den aktuellen Datenschutzanforderungen vollumfänglich gerecht zu werden“. Die Daten der Mieter seien nicht an unternehmensfremde Dritte gelangt.

Titelbild: lunopark / shutterstock.com