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Bestellerprinzip – Wer zahlt die Maklerprovision?

Makler zeigt Ehepaar ein Haus

Das Bestellerprinzip auf dem Immobilienmarkt besagt, dass nur derjenige den Makler zahlen muss, der ihn auch beauftragt hat.


Bestellerprinzip: Was ist das?

Im Jahr 2015 trat das „Gesetz zur Dämpfung des Mietanstiegs“ in Kraft, das zum einen den rasant steigenden Mieten entgegengehen und zum anderen die Provision im Maklerrecht neu regeln sollte. Dem Bestellerprinzip entsprechend soll lediglich derjenige für die Maklerprovision aufkommen, der den Makler auch beauftragt hat. Dabei geht das Gesetz davon aus, dass der Vermieter den Makler beauftragt und es deshalb nicht sachgerecht ist, wenn der Mieter die Provision bezahlen muss. Der Mieter konnte nur zur Zahlung der Provision herangezogen werden, wenn er dem Makler gegenüber einen schriftlichen Suchauftrag erteilt hat.

[boxed_content type=”whitestroke” pb_margin_bottom=”yes” width=”1/1″ el_position=”first last”]Ausnahme: erteilter Suchauftrag

Hat der Mieter jedoch den Makler mit der Wohnungsvermittlung beauftragt, kann er ausnahmsweise doch zur Zahlung der Provision herangezogen werden. Hierbei ist es jedoch wichtig, dass der Suchauftrag in Textform erfolgt – ein mündlicher Auftrag ist nicht ausreichend. Es ist im Übrigen irrelevant, ob dem Makler bei Erteilung des Suchauftrages bereits Angebote entsprechender zu vermietender Wohnungen vorliegen. Sobald der Mieter den Makler mit der Suche beauftragt, muss der Mieter bei einem entsprechenden Geschäftsabschluss die Provision zahlen –  ungeachtet der Frage, ob der Makler tatsächlich “suchen” musste oder nicht. [/boxed_content] [spb_text_block pb_margin_bottom=”no” pb_border_bottom=”no” width=”1/1″ el_position=”first last”]

Suchauftrag in Textform

Paragraph 126b des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) schreibt dabei vor: „Ist durch Gesetz Textform vorgeschrieben, so muss eine lesbare Erklärung, in der die Person des Erklärenden genannt ist, auf einem dauerhaften Datenträger abgegeben werden.“ Als dauerhafter Datenträger sind hierbei Auftragsformulare, Briefe oder auch E-Mails zu verstehen. Die Unterschrift des Auftraggebers wird nicht benötigt.

Alte Regelung

Vor der Gesetzesänderung regelte § 3 WoVermittG, dass der Makler vom Wohnungssuchenden für die Vermittlung von Wohnungsmietverträgen 2,38 Monatskaltmieten fordern durfte. Diese finanzielle Belastung der Wohnungssuchenden gehört nunmehr der Vergangenheit an.

[boxed_content type=”whitestroke” pb_margin_bottom=”yes” width=”1/1″ el_position=”first last”]Achtung: Das Bestellerprinzip soll primär den Mieter bei der Wohnungssuche entlasten. Allerdings müssen Suchende darauf achten, nicht an unseriöse Makler zu geraten, die sie mit Tricks und Kniffen dazu bringen wollen, einen Suchauftrag zu erteilen oder anderweitig zur Zahlung einer Provision bewegen.[/boxed_content] [spb_text_block pb_margin_bottom=”no” pb_border_bottom=”no” width=”1/1″ el_position=”first last”]

Bestellerprinzip: Verkauf

Das Bestellerprinzip gilt derzeit nur für die Vermittlung von Mietimmobilien. Wird ein Makler beim Hauskauf hinzugezogen, wird die Aufteilung der Maklercourtage auf andere Weise festgelegt. In der Regel teilen sich Käufer und Verkäufer die Provision, dies kann jedoch von Fall zu Fall variieren und ist häufig „Verhandlungssache“. Bisher gibt es noch keine gesetzliche Regelung für die Provisionsaufteilung zwischen Käufer und Verkäufer.

Gesetzesentwurf für Bestellerprinzip beim Verkauf

Anfang Oktober 2019 beschloss das Bundeskabinett den „Gesetzentwurf über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser“. Entsprechend diesen Gesetzesentwurfes soll künftig die Partei, die den Makler alleine beauftragt hat, mindestens die Hälfte der Maklerkosten übernehmen. Haben beide Parteien einen Maklervertrag abgeschlossen, kann der Makler die Courtage von Verkäufer und Käufer ausschließlich zu gleichen Teilen verlangen. Der Gesetzesentwurf soll Ende März 2020 dem Bundesrat vorgelegt werden und voraussichtlich im Herbst 2020 in Kraft treten.

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Titelbild: goodluz/ shutterstock.com

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