Nebenkosten als haushaltsnahe Dienstleistung in der Steuererklärung absetzen

Nebenkosten als haushaltsnahe Dienstleistung in der Steuererklärung absetzen

Haushaltsnahe Dienstleistungen dürfen in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden und senken die Steuerlast. Davon profitieren auch Sie als Mieter: Denn Teile der jährlichen Nebenkostenabrechnung vom Vermieter fallen in diesen Bereich.

Was sind haushaltsnahe Dienstleistungen?

Eine haushaltsnahe Dienstleistung liegt vor, wenn eine Firma beauftragt wird, um Arbeiten am Haus oder in der Wohnung zu erledigen. Grundsätzlich könnte diese Arbeit auch von Haushaltsangehörigen übernommen werden. Viele dieser Aufgaben übernimmt der Vermieter und legt die Kosten dafür in der jährlichen Betriebskostenabrechnung auf die Mieter um. Aus diesem Grund können Sie auch als Mieter die haushaltsnahen Dienstleistungen in der Steuererklärung mit angeben.

Welche Kosten aus der Betriebskostenabrechnung sind für Mieter absetzbar?

Neben den anteiligen Kosten für Heizung, Wasser, Kabelanschluss und Steuern enthält die Betriebskostenabrechnung in der Regel einige weitere Posten, zum Beispiel Handwerkerleistungen für Renovierung, Erhaltung und Modernisierung des Gebäudes oder haushaltsnahe Dienstleistungen.

Klassische Beispiele für haushaltsnahe Dienstleistungen sind

  • Wohnungsreinigung, Fensterputzen oder Reinigung des Treppenhauses
  • Gartenpflege
  • Winterdienst
  • Allgemeine Hausmeistertätigkeiten
  • Zählerablesung

Zu den Handwerkerleistungen in der Betriebskostenabrechnung, die Sie ebenfalls von der Einkommenssteuer absetzen können, zählen

  • Schornsteinfegergebühren
  • Aufzugs- und Heizungswartung
  • Dachrinnenreinigung
  • Graffitireinigung der Fassade
  • Zähleraustausch

Sicher sind nicht in allen Betriebskostenabrechnungen sämtliche Punkte zu finden, einige der aufgeführten Leistungen enthält jedoch jede Abrechnung – und die können Sie angeben, um Ihre Steuerlast zu senken.

Wie können haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich berücksichtigt werden?

Absetzbare haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen werden in der Steuererklärung mit angegeben und zwar für den laufenden Steuerzeitraum. Für die Berücksichtigung bei der Steuererklärung gelten Obergrenzen:

  • 20 % der gesamten Arbeitskosten bis zu maximal 4.000 Euro für haushaltsnahe Dienstleistungen
  • 20 % der gesamten Arbeitskosten sowie Fahrtkosten bis zu maximal 1.200 Euro für Handwerkerleistungen

Damit das Finanzamt die steuermindernden Ausgaben anerkennt, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Eine davon: Die Ausgabe darf nicht bar bezahlt werden, der Zahlungsweg muss eindeutig nachweisbar sein (§ 35a Abs. 2 Satz 5 EStG). Um die Steuerermäßigung zu erhalten, muss außerdem eine ordentliche Rechnung vorliegen. Im Falle der Betriebskosten ist dies die Nebenkostenabrechnung selbst. Dort müssen die Ausgaben im Einzelnen aufgeführt werden, die Arbeitskosten sind gesondert nachzuweisen.

Viele Betriebskostenabrechnungen enthalten diese Angaben nicht, allerdings gibt es ein Urteil des Landgerichtes Berlin aus dem Jahr 2017 (Aktenzeichen 18 S 339/16), das den Vermieter dazu verpflichtet, die Betriebskosten so aufzuführen, dass sich haushaltsnahe Dienstleistungen ermitteln lassen.

Tipp: Absetzbar für Mieter sind nicht nur die Ausgaben in der Nebenkostenabrechnung. Auch dann, wenn Sie einen Handwerker selbst beauftragt haben, ein Umzugsunternehmen beauftragen oder eine Putzfrau beschäftigen, werden die Kosten dafür steuerlich berücksichtigt.

Steuererklärung bereits abgegeben – So erhalten Sie dennoch den Steuervorteil!

Die Betriebskostenabrechnung aus dem Vorjahr kommt oft erst sehr spät, der Vermieter hat dafür bis zum 31.12. des Folgejahres Zeit. Die Steuererklärung ist dann meistens längst abgegeben. Hier haben Mieter verschiedene Möglichkeiten, doch noch den Steuervorteil zu nutzen:

  • Ist der Steuerbescheid noch nicht eingetroffen, kann eine berichtigte Erklärung beim Finanzamt eingereicht werden.
  • Kommt der Steuerbescheid innerhalb von 4 Wochen vor der Betriebskostenabrechnung, können Sie Einspruch einlegen und einen geänderten Steuerbescheid einreichen.
  • Geben Sie in der aktuellen Steuererklärung die Betriebskosten des Vorjahres an. In der Regel akzeptieren die Finanzämter dies und behandeln die Angabe wie eine Schätzung. Hintergrund dieser Regelung: Die Kosten ähneln sich von Jahr zu Jahr.

Achtung – Doppelangabe verboten!

Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen dürfen nur einmal angesetzt werden. Haben Sie in Ihrer Steuererklärung die Ausgaben bereits als Werbungskosten, Betriebsausgaben, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen angegeben, dürfen Sie diese nicht noch einmal unter haushaltsnahen Dienstleistungen angeben.

Foto: Africa Studio / shutterstock.com

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