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Zimmer, Wohnung untervermieten – Erlaubnis für Untervermietung beantragen

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Wer seine Wohnung oder ein Zimmer untervermieten möchte, muss den Vermieter vorab um Erlaubnis fragen. Ist die Genehmigung für eine Untervermietung nicht bereits im Mietvertrag enthalten, sollte sie unbedingt schriftlich vom Vermieter eingeholt werden. Doch wie erhält man die Erlaubnis, was muss in dem Antrag stehen?

Wer ist Untervermieter?

Grundsätzlich gilt: Als Untermieter gelten alle Personen, die nicht im Mietvertrag namentlich mit aufgeführt sind. Für jede weitere Person, die der Wohnungsmieter aufnehmen möchte, braucht der Mieter in der Regel die Zustimmung durch den Vermieter (§540 BGB ganze Wohnung, §553 BGB Zimmer). Für gelegentliche Besuche von Freunden oder Verwandten ist keine Zustimmung durch den Vermieter notwendig – allerdings dürfen sie sich nicht länger als vier bis sechs Wochen am Stück in der Wohnung aufhalten.

Antrag auf Erlaubnis für Untervermietung stellen

Der Antrag auf Erlaubnis einer Untervermietung bedarf keiner Formvorschrift. Zu eigenen Absicherung sollte der Antrag auf Untervermietung für eine Wohnung oder ein Zimmer schriftlich erfolgen.

Was muss in dem schriftlichen Antrag für eine Erlaubnis zur Untervermietung stehen?

  • Absender
  • Datum
  • Unterschrift
  • die Bezeichnung des Teils bzw. der Teile der Wohnung, die untervermietet werden sollen (welche/s Zimmer in der Wohnung)
  • Erklärung des berechtigten Interesses
  • der vollständige Name sowie die aktuelle Anschrift des beabsichtigten Untermieters

Beispiele für ein berechtigtes Interesse an einer Teilvermietung, z.B. eines Zimmers:

  • Finanziell: Wenn man sich die Wohnung allein nicht mehr leisten kann, wegen u.a. Jobverlust, die Eltern einen nicht mehr finanziell unterstützen oder der Partner ausgezogen ist
  • Beziehung/Partnerschaft: man mit einem Partner/Lebensgefährten zusammenwohnen möchte
  • Einbruchschutz: man die Wohnung vor Einbruch schützen möchte, weil man selten zu Hause ist

Beispiel für das berechtigte Interesse an der Untervermietung einer ganzen Wohnung:

  • Beruf: weil ein längerer beruflich bedingter Auslandsaufenthalt ansteht (Az.: VIII ZR 349/13)

Tipps: Lassen Sie sich über den Eingang ihres Antrages einen Nachweis vom Vermieter ausstellen oder versenden Sie den Antrag per Einschreiben. Zudem sollten Sie dem Vermieter höflich eine konkrete Rückmeldefrist setzen. Dabei ist keine gesetzliche Rückmeldefrist vorgegeben. Geben Sie dem Vermieter genügend Zeit, um Ihnen schriftlich antworten zu können.

Was ist, wenn der Vermieter die Erlaubnis ablehnt?

Sobald ein berechtigtes Interesse vorliegt, darf der Vermieter die Erlaubnis zur Untervermietung nicht ablehnen. Ausnahme: Schon vor dem Vertragsabschluss des eigenen Mietvertrages darf dieses berechtigte Interesse nicht schon bestanden haben – es muss sich nachträglich ergeben haben. (Siehe: BGH WuM 2003, 688; BGH RE WuM 85, 7).  

Untermietvertrag zwischen Haupt- und Untermieter

Sobald der Vermieter die Erlaubnis erteilt hat, ist es wichtig mit dem Untermieter einen Untermietvertrag aufzusetzen. Ein Mietvertrag besteht zwischen Vermieter und Hauptmieter und ein zweiter Mietvertrag zwischen Hauptmieter und Untermieter.

Untermietvertrag – Inhalte

Was passiert bei Schäden durch den Untermieter?

Bei einem Untermietvertrag wird der derzeitige Mieter zum Hauptmieter für die gesamte Wohnung. Es besteht somit ein Mietverhältnis zwischen Hauptmieter und Vermieter sowie zwischen Hauptmieter und Untermieter. Der Hauptmieter ist damit für die rechtzeitige Überweisung der Miete, der Neben- und Betriebskosten sowie für alle entstehenden Schäden verantwortlich (§ 540 Abs. 2 BGB). Ein Untermietvertrag sichert sowohl die Hauptmieter und den Untermieter ab.

Titelbild: Golden_Hind/shutterstock.com

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