Mieterhöhung (+60 %) erschwert Nachmietersuche

  • Hallo zusammen,


    wir haben nach langer Suche eine größere Wohnung gefunden, so dass wir (2 Erwachsene, 1 Kind) aus unserer jetzigen 2-Zimmer-Wohnung ausziehen möchten. Aktuell müssten wir 2 Kaltmieten doppelt zahlen, zusätzlich haben wir die Einbauküche und den Bodenbelag von der Vormieterin übernommen (Wohnung wird normalerweise nackt vermietet) und würden dies nun gerne an einen Nachmieter weiterverkaufen. Wir dürfen einen Nachmieter suchen, allerdings setzt der Vermieter die Kaltmiete von 395 auf 635 €, was einer Erhöhung um 60 % entspricht. Der Mietspiegel Hannover sagt, dass der Preis zwischen 6,42 und 8,04 €/m² liegen sollte, aufgrund der Ausstattung eher im unteren Bereich. Nach der Erhöhung sind wir bei ca. 9,5 €, was die Nachmietersuche erschwert. Bislang hatten wir nur eine ernsthafte Interessentin, die aufgrund Ihrer körperlichen Verfassung allerdings auch auf den vorhandenen Fahrstuhl angewiesen ist und somit auch einen gewissen zeitlichen Druck zum Umzug verspürt. Die Dame wurde vom Vermieter abgelehnt, da das Einkommen unter dem dreifachen der Monatsmiete liegt (Was bei dem Mietpreis ja für Einzelpersonen auch wahrscheinlich ist).
    Ich habe ernsthafte Sorgen die Wohnung aufgrund der hohen Kosten nicht loszuwerden und somit auch das Laminat sowie die gut erhaltene Einbauküche entfernen zu müssen. Daher die Frage inwieweit die Mieterhöhung und auch die ABlehnung der Bewerberin rechtens ist.


    Vielen Dank im Voraus!

  • Neuer Mieter - neuer Vertrag - neue Miete


    Da ist keine Mieterhöhung im Sinne des Mietrechts.


    Der Vermieter kann alle vorgeschlagenen Kandidaten ablehnen ohne einen Grund zu nennen.

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
    ____________________________________________________________________________
    "Sie hören von meinem Anwalt" ist die erwachsene Version von "Das sag ich meiner Mama":p

    Gruß anitari

  • Nach der Erhöhung sind wir bei ca. 9,5 €, ...


    Nicht IHR, sondern der Nachmieter. Der VM hat "recht" und darf eine solch hohe Miete verlangen (sein Risiko, wenn die Mieter nicht lange bleiben...:o)

    Hier äussere ich stets nur meine Meinung als Mieter und Vermieter, keine Rechts- oder Steuerberatung.


    Es grüsst Berny, der keine PMs entgegennimmt..

  • Nach der Erhöhung sind wir bei ca. 9,5 €, was die Nachmietersuche erschwert.


    Noch fragen, warum viele Vermieter über einen Mieterwechsel froh sind? Immer niedlich wenn dann Mieter mit Auszug "drohen".
    Ich sage dann immer, "wir verlieren sie natürlich nur seeehr ungern".:rolleyes:

  • Noch fragen, warum viele Vermieter über einen Mieterwechsel froh sind? Immer niedlich wenn dann Mieter mit Auszug "drohen".
    Ich sage dann immer, "wir verlieren sie natürlich nur seeehr ungern".:rolleyes:


    Wir drohen nicht mit Auszug, wir ziehen aus weil wir was größeres brauchen. Ich frag mich ehrlich gesagt nur wer sich das leisten soll und sehe die Entwicklung der Mietpreise sehr kritisch...soll ja auch Menschen geben die bei Lidl an der Kasse arbeiten. Mal abgesehen davon empfinde ich es einfach als extrem unanständig die Miete so stark zu erhöhen, nur weil der Markt es hergibt (= das Wohnraumangebot stark begrenzt ist). Das Objekt hat ja vorher vermutlich auch ne ordentliche Rendite gebracht, das Ganze jetzt nochmal um 60 % zu steigern (innerhalb von 5 Jahren) ist nur noch gierig.


    Ich glaub auch nicht daran, dass wir nen Nachmieter finden. Die Wohnung eignet sich aufgrund der Lage und des Fahrstuhls perfekt für Menschen mit Behinderung oder älter Mitbürger, die nicht mehr allzu mobil sind. Für diejenigen wiederum ist das Badezimmer ungeeignet, mal abgesehen davon, dass diese Menschen in der Regel nicht 1900 € Netto und mehr verdienen.

  • Mir wurde vom Mieterschutzbund nun noch folgendes mitgeteilt:
    - wir können frühzeitig kündigen, da aufgrund der Wohnungsgröße und des Nachwuchses ein Härtefall vorliegt
    - die Miete kann für unseren Nachmieter nicht ohne weiteres erhöht werden (max 20 % alle 3 Jahre, also von 385 auf ca. 460 € statt 635 €)
    - der Vermieter kann den Nachmieter nicht ohne weiteres ablehnen
    - eine beliebige Erhöhung der Miete kann nur bei Neuvermietung, nicht aber bei der Übergabe an einen Nachmieter erfolgen


    Mir ist schon klar, dass es sich um das Eigentum des Vermieters handelt und der natürlich Mitspracherecht hat. Dennoch erscheinen mir diese Regelungen logisch, denn es gilt ja auch "Eigentum verpflichtet" und der Mieter hat ja auch Rechte. Ansonsten könnte der Vermieter eine Nachmietersuche faktisch unterbinden, indem er Mondpreise verlangt (z.B. 10000 € / m²).


    Mein Problem ist, dass wir nach jetzigem Stand die Einbauküche und den Boden entfernen müssen, wodurch uns recht hohe Kosten entstehen. Das möchte ich natürlich verhindern. Beim Einzug hieß es auch noch, dass der Vermieter bereit wäre dies zu übernhemen (haben wir leider nicht schriftlich).

  • derh:


    "Mir wurde vom Mieterschutzbund nun noch folgendes mitgeteilt:
    wir können frühzeitig kündigen, da aufgrund der Wohnungsgröße und des Nachwuchses ein Härtefall vorliegt"
    - Da wäre ich gaanz vorsichtig. Nachwuchs wird i.d.R. neun Monate vorher "geplant".


    "die Miete kann für unseren Nachmieter nicht ohne weiteres erhöht werden"
    - Sie wird für den NM auch nicht erhöht, sondern im neuen Mietvertrag (neu) festgesetzt.


    "der Vermieter kann den Nachmieter nicht ohne weiteres ablehnen"
    - Doch, m.W. kann er das und sogar ohne Begründung.


    "eine beliebige Erhöhung der Miete kann nur bei Neuvermietung, nicht aber bei der Übergabe an einen Nachmieter erfolgen"
    - Es gibt keine Übergabe an einen Nachmieter, sondern an einene Neumieter.


    "... es gilt ja auch "Eigentum verpflichtet""
    - Das Gesetz kennt keine Sentimentalitäten.


    "der Mieter hat ja auch Rechte."
    - Richtig, alle haben Rechte und Pflichten.


    "Ansonsten könnte der Vermieter eine Nachmietersuche faktisch unterbinden, indem er Mondpreise verlangt (z.B. 10000 € / m²)."
    - Falsch... hast noch eine Null vergessen.


    "Mein Problem ist, dass wir nach jetzigem Stand die Einbauküche und den Boden entfernen müssen, wodurch uns recht hohe Kosten entstehen. Das möchte ich natürlich verhindern. Beim Einzug hieß es auch noch, dass der Vermieter bereit wäre dies zu übernhemen (haben wir leider nicht schriftlich)."
    - Du sagst es...

    Hier äussere ich stets nur meine Meinung als Mieter und Vermieter, keine Rechts- oder Steuerberatung.


    Es grüsst Berny, der keine PMs entgegennimmt..

  • Mir wurde vom Mieterschutzbund nun noch folgendes mitgeteilt:
    - wir können frühzeitig kündigen, da aufgrund der Wohnungsgröße und des Nachwuchses ein Härtefall vorliegt


    Natürlich könnt Ihr "frühzeitig" kündigen. Noch bis zum 3. Februar 2016 zum 30. April 2016.


    Oder ist es ein Vertrag mit längerer Laufzeit?



    Zitat

    - die Miete kann für unseren Nachmieter nicht ohne weiteres erhöht werden (max 20 % alle 3 Jahre, also von 385 auf ca. 460 € statt 635 €)


    Mietverein hat keine Ahnung


    Zitat

    - der Vermieter kann den Nachmieter nicht ohne weiteres ablehnen


    Mieterverein hat keine Ahnung


    Zitat

    - eine beliebige Erhöhung der Miete kann nur bei Neuvermietung, nicht aber bei der Übergabe an einen Nachmieter erfolgen


    Mieterverein hat keine Ahnung

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
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    "Sie hören von meinem Anwalt" ist die erwachsene Version von "Das sag ich meiner Mama":p

    Gruß anitari

  • Diesen Mieterverein können Sie total vergessen!!!!


    Wieso....? Der erzählt doch alles, was der Frager gerne hören möchte...:p

    Hier äussere ich stets nur meine Meinung als Mieter und Vermieter, keine Rechts- oder Steuerberatung.


    Es grüsst Berny, der keine PMs entgegennimmt..

  • 1. ja, der Nachwuchs ist auch schon etwas länger da und Grund des Auszugs. Es ist ja auch nicht so, dass auf einmal ein Kind da ist und untergebracht werden muss...allerdings ist das Wohnungsangebot hier auch derzeit nicht so groß, so dass die Suche halt entsprechend lange dauert und es nicht sinnvoll ist zu kündigen und dann zu suchen. Dennoch ist es mir nicht verständlich wieso ein Härtefall vorliegen soll (zumindest bei 3 monatiger Kündigungsfrist), es wurde uns aber so mitgeteilt.


    2. nenn es wie du willst, Fakt ist, dass die Miete enorm erhöht wird, ohne dass sich die Qualität des Objekts verbessert hat. Da kann man natürlich mit Angebot und Nachfrage argumentieren, was bei Grundbedürfnissen jedoch ein wenig kurz kommt.


    3. Mag sein, ich verstehe die Motivation dahinter jedoch nicht. Uns einfach mal eine reinwürgen weil man es kann mag ja für den einen oder anderen Motivation genug sein....

  • 1. ja, der Nachwuchs ist auch schon etwas länger da und Grund des Auszugs. Es ist ja auch nicht so, dass auf einmal ein Kind da ist und untergebracht werden muss...allerdings ist das Wohnungsangebot hier auch derzeit nicht so groß, so dass die Suche halt entsprechend lange dauert und es nicht sinnvoll ist zu kündigen und dann zu suchen. Dennoch ist es mir nicht verständlich wieso ein Härtefall vorliegen soll (zumindest bei 3 monatiger Kündigungsfrist), es wurde uns aber so mitgeteilt.


    2. nenn es wie du willst, Fakt ist, dass die Miete enorm erhöht wird, ohne dass sich die Qualität des Objekts verbessert hat. Da kann man natürlich mit Angebot und Nachfrage argumentieren, was bei Grundbedürfnissen jedoch ein wenig kurz kommt.


    3. Mag sein, ich verstehe die Motivation dahinter jedoch nicht. Uns einfach mal eine reinwürgen weil man es kann mag ja für den einen oder anderen Motivation genug sein....


    Sorry wenn ich so deutlich bin, aber du argumentierst wie ein Weihnachstmann;). Was dir wünschenswert, sinnvoll, oder unanständig erscheint, spielt keine Rolle. Wichtig ist was juristisch möglich und geboten ist.
    Davon abgesehen, brauchst du dir nicht den Kopf über Probleme eines Nach/Neumieters zu zerbrechen, oder darüber ob dein Vermieter an wen zu welchem Preis vermietet. Sollten da Probleme auftauchen bist du mit Sicherheit der letzt der da gefragt sein wird.
    Für dich ist nur wichtig zu wissen, das du als Nachmieter anbringen kannst wen du willst, nehmen muß dein Vermieter ihn deshalb trotzdem nicht.
    Wenn du das realisiert hast, erübrigen sich alle anderen Fragen eigentlich von selbst, wenn man mal realistisch ist. Wo man dir eins "reinwürgen" will, kann ich bislang nicht erkennen? Eigentlich müsstest du dankbar sein, in so einer preiswerten Wohnung gewohnt zu haben, wo Mieterhöhungen offenbar jahrelang kein Thema waren, oder?