Ablöse als Bedingung für Zustandekommen des Mietvertrages

  • Hallo,


    mein Partner und ich ziehen bald in eine neue Stadt. Wir haben eine schöne Wohnung gefunden und bei Besichtigung wurde gesagt, dass bevorzugt würde, wenn die Küche abgelöst wird mit vermutlich 3500€. Alternativ kann sie für 50€ monatlich dazu gemietet werden. Die Küche gehört dem Vermieter.


    In einem weiteren Gespräch wurde gefragt, ob wir auch Möbel übernehmen würden. Wir zeigten die Bereitschaft, einige Möbel zu übernehmen und erfragten ein Angebot. Das Angebot über Küche, Sofa, Wohnzimmerschrank, Esstisch, 4 Stühle, Kommode und Kleiderschrank Betrug dann 7000€, wobei die Küche 3000€ war und die Couch alleine 2500€.


    Die Küche ist laut Aussage des Vermieters Ende 2010 gekauft worden von einem anderen Vorbesitzer, aber kaum genutzt. Die Möbel sind Ende 2012 angeschafft worden, auch von dem besagten Vorbesitzer und laut Aussage auch wenig benutzt und mit deutlich weniger Abnutzungserscheinungen.


    Der Vermieter hat die Wohnung inkls. dieser Möbel dann 2014 vom Vorbesitzer erworben.


    Da uns die 7000€ zu teuer waren haben wir abgelehnt und gesagt, wir möchten die Küche gerne mieten für 50€ monatlich. Daraufhin antwortete er, dass das mit den Möbeln wäre zwar schade ist, aber auf die Übernahme der Küche für 3000€ würde er bestehen. Vermietung der Küche ist nicht möglich. Das bedeutet, dass wir jetzt quasi gezwungen sind eine 5,5 Jahre alte Küche zu übernehmen, die angeblich 5000€ gekostet hat. Andererseits kommt der Mietvertrag nicht zustande.


    Ist das denn so rechtens? Wie sollen wir uns in diesem Fall verhalten? Wir wollen diese Wohnung wirklich gerne mieten, aber das mit der Küche ärgert uns.


    Vielen Dank schonmal im Vorraus für eure Hilfe!

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  • Hallo,


    Ist das denn so rechtens? Wie sollen wir uns in diesem Fall verhalten? Wir wollen diese Wohnung wirklich gerne mieten, aber das mit der Küche ärgert uns.


    Was soll denn daran nicht rechtens sein? Der Vermieter hätte auch 5.000,- Euro verlangen können, aber ihr seid ja nicht gezwungen gerade diese Wohnung zu mieten. Wenn ihr nicht auf die Forderungen des Vermieters eingeht wird es ein anderer Interessent mit Sicherheit machen.


    Nennt sich Marktwirtschaft und ist auch in anderen Wirtschaftszweigen anzutreffen. Wenn die Ware Mietwohnung knapp ist kann der Vermieter nur über angebotene Extras ein paar Euro zusätzlich machen, denn die Nettomiete wird ja von Gesetzen und Verordnungen vorgegeben.

  • Hallo,


    die Bedingungen für den Abschluss eines Vertrags legt der Vermieter fest. Euch bleibt nur die Möglichkeit, die Wohnung samt Küche zu übernehmen, oder eine andere Wohnung zu suchen.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Das mit den 5000€ ist so nicht richtig. Es ist gesetzlich geregelt, dass die Ablöse maximal
    150% des Zeitwertes betragen darf. Den Betrag, der darüber hinaus geht dürfte man im
    Nachhinein zurückfordern. Darüber ist die rechtliche Lage eindeutig.


    Allerdings habe ich teilweise auch Infos gefunden, dass es generell nicht erlaubt ist, die Ablöse zur Bedingung zu machen zum Zustandekommen eines Mietvertrages. Dazu habe ich allerdings keine eindeutigen Infos, deshalb meine Frage.


    Weiß da jemand Bescheid?

  • Das mit den 5000€ ist so nicht richtig. Es ist gesetzlich geregelt, dass die Ablöse maximal
    150% des Zeitwertes betragen darf.


    Wo soll denn dieses Gesetz verankert sein? Mit Sicherheit nicht im BGB und nur was dort steht ist maßgeblich. Und wo willst du die Infos über die Bedingung zur Ablöse gelesen haben, in der Bäckerblume eventuell?

  • Hallo Abigaijl,


    ein unzulaessiges Kopplungsgeschaeft ist das meines Erachtens nicht. Dazu muessten die Moebel weder sachlich noch handelsueblich zum Geschaeft gehoeren. Und das Moebel bei Mieterwechsel uebernommen werden, ist durchaus handelsueblich.


    In Muenchen ist das mittlerweile leider gang und gaebe, dass der Vermieter sich die Maklerkosten und mehr durch ueberteuerte Abloese von Moebeln wieder hereinholt. Laut Muenchener Mieterverein ist das durchaus zulaessig, solange der vereinbarte Preis nicht unter den Wucherparagraphen faellt.


    Hier werden teilweise sogar Schrottmoebel vom Sperrmuell als "Liebhaberstuecke" zu horrenden Preise abgeloest. Ein Urteil dagegen ist mir bisher noch nicht untergekommen. Scheint also, wenngleich eventuell nicht erlaubt, vor Gericht kaum nachweisbar zu sein. Und nachweispflichtig fuer den Wucher ist nunmal der Kaeufer.


    cu
    Guenni

  • Ist das denn so rechtens? Wie sollen wir uns in diesem Fall verhalten? Wir wollen diese Wohnung wirklich gerne mieten, aber das mit der Küche ärgert uns.


    Frag doch mal Heiko Maas, was der dazu sagt? Evtl. kann er ja ein Gesetz auf den Weg bringen das es Vermietern generell verbietet was zu verkaufen.
    So lange wird man sich wohl mit den folgen von Marktwirtschaft abfinden müssen. Ich nehme allerdings an, das ihr vor dem neuen Bestellerprinzip eher weniger an den Makler hätte bezahlen müssen, als nun für eine Küche.
    Das das bei begehrten Wohnungen so kommt war doch klar.

  • Zitat

    Allerdings habe ich teilweise auch Infos gefunden, dass es generell nicht erlaubt ist, die Ablöse zur Bedingung zu machen zum Zustandekommen eines Mietvertrages.


    Woher hast Du diese Info? An wen der Vermieter die Wohnung herausgibt, ist seine Sache. Wenn er die Küche nur an denjenigen vermietet, der die Küche übernimmt, dann ist das ok.
    Solange Du keinen Mietvertrag in den Händen hältst, den der Vermieter unterschrieben hast, dann gibt es kein Anspruch für Dich auf diese Wohnung.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • braucht er nicht, das Gesetz gibt es schon :


    § 4a WoVermG
    Unwirksame Umgehungsversuche
    (1) Eine Vereinbarung, die den Wohnungssuchenden oder für ihn einen Dritten verpflichtet, ein Entgelt dafür zu leisten, dass der bisherige Mieter die gemieteten Wohnräume räumt, ist unwirksam. Die Erstattung von Kosten, die dem bisherigen Mieter nachweislich für den Umzug entstehen, ist davon ausgenommen.


    (2) Ein Vertrag, durch den der Wohnungssuchende sich im Zusammenhang mit dem Abschluss eines Mietvertrages über Wohnräume verpflichtet, von dem Vermieter oder dem bisherigen Mieter eine Einrichtung oder ein Inventarstück zu erwerben, ist im Zweifel unter der aufschiebenden Bedingung geschlossen, dass der Mietvertrag zustande kommt. Die Vereinbarung über das Entgelt ist unwirksam, soweit dieses in einem auffälligen Missverhältnis zum Wert der Einrichtung oder des Inventarstücks steht.


    Das Dilemma an dem Ding ist halt, einziehen und den Vermieter mal direkt zu verklagen...
    Kann man aber gut machen, falls man wieder auszieht, bevor die allgemeine Verjährungsfrist abgelaufen ist.

    If your going through hell, keep going ! - Winston C.

  • Vielen Dank Akkarin für diese hilfreiche Antwort :-)


    Wie lange wäre da denn die Verjährungsfrist?
    Und wie kann ich nachweisen, dass der Betrag in einem Mißverhältnis zum Zeitwert steht?


  • Das Dilemma an dem Ding ist halt, einziehen und den Vermieter mal direkt zu verklagen...
    Kann man aber gut machen, falls man wieder auszieht, bevor die allgemeine Verjährungsfrist abgelaufen ist.


    Das ist doch alles Theorie. Da geht es doch schon damit los, das man erst mal anfangen darf diese gekauften Möbelstücke irgendwie rechtssicher bewerten zu lassen. Was soll das bringen, um am Ende festzustellen das Sie nicht 3000€ sondern nur 2000€ wert sind?
    Alles Mumpitz.
    Entweder kann man sich die Wohnung mit Möbeln leisten, oder man sollte das bleiben lassen, was ja dann wohl auch der Sinn der ganzen Aktion ist.


  • Und wie kann ich nachweisen, dass der Betrag in einem Mißverhältnis zum Zeitwert steht?


    Man könnte z.Bsp. einen Gutachter beauftragen und bezahlen. Das kann die Gegenseite auch tun, und am Ende sieht man sich dann vor Gericht, das ganze endet sowieso maximal in einem Vergleich, und jeder kann sich auf die Schultern klopfen wieviel Kohle er gelassen hat um an sein vermeindliches Recht zu kommen.
    Die Anwälte hören schon die Scheine rascheln, wenn du mich fragst.
    Alternativ könnte man sich auch eine Wohnung suchen die man gewillt ist sich zu leisten.

  • Alternativ könnten die Vermieter betrügerische Abzocke gleich unterlassen

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  • Alternativ könnten die Vermieter betrügerische Abzocke gleich unterlassen


    Ach herrje, und das alles sehr wahrscheinlich nur weil die Kohle nicht reicht es aber unbedingt diese Wohnung sein muß? Aber klar, hier kommt man natürlich dann gleich wieder mit dem angeblichen "Prinzip" und das man sich ja nicht "betrügen" lassen muß, bla,bla,bla.
    Sehe ich ähnlich nur wem es um das Prinzip geht, sollte man aber vorher wissen/bzw. mindestens davon ausgehen, das das meistens teuer wird.
    Aber wenn du mich fragst, sind es die mit der kleinsten Brieftasche, die den größten Maxen deswegen machen. Und mehr braucht man eigentlich nicht zu wissen, selbst wenn der auf dem Papier Millionär ist, zugegeben, vereinfacht gesagt.
    Mal ganz davon abgesehen, das der Preis für diese Küche, nach den bisherigen Informationen, nun nicht gerade jenseits von gut und böse ist.

    3 Mal editiert, zuletzt von AJ1900 ()

  • Alternativ könnten die Vermieter betrügerische Abzocke gleich unterlassen


    Quatsch, was ist daran Abzocke und sogleich noch betrügerisch. Hier nimmst du den Mund mal wieder ganz schön voll. Hier geht es um die Ablöse einer Küche zum Preis von 3.500,- €. Abzocke wäre es, wenn die Küche aus Apfelsinenkisten zusammengebastelt wäre, das ist aber hier nicht ersichtlich. Also sind deine Tipps und Rätschläge nur Futter für Anwälte und Gutachter und in der Realität nicht zu gebrauchen.


    Wenn sich die TE die 3.500,- € nicht leisten will/kann, dann muss sie sich nach einer anderen Wohnung umsehen. Und das ist der einzige realistische und vertretbare Ratschlag.

  • Meine Antwort war gemünzt auf, wenn es dir nicht gefällt lass es, Vermieter dürfen machen, was sie wollen.
    Und das stimmt nicht, der Vermieter muss sich genauso an die Gesetze halten, wie alle anderen auch. Und obwohl eingangs alle behauptet haben, es gäbe kein Gesetz dagegen- doch gibt es.


    Um den Einzelfall zu beurteilen, muss man sich jetzt die Küche angucken, ob die 3.500€ wert ist. ich weiß das nicht, und von euch auch keiner.
    ich weißt auch nicht, woher Mainschwimmer weiß, dass sie nicht aus Apfelsinenkisten besteht.

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  • Das ist keine Frage des sich leisten Könnens, sondern des Wollens.... selbst wenn man Geld besitzt kann man doch selbst entscheiden wofür man es ausgibt.


    Ich hatte ihm angeboten, die 3000€ zu bezahlen, wenn bei Auszug entweder die Küche an den Nachmieter verkauft wird oder er sie selbst zurückkauft. Hatte eine Wertminderung von 500€ pro Jahr angesetzt. Nach 6 Jahren hätte ich also nichts mehr verlangt und es wäre wieder seine Küche.


    Das wollte er allerdings so nicht.


    Und ich möchte ungern hinterher dastehen und die Wahl haben das ganze Zeug abzubauen oder für 100€ an den nächsten zu verscherbeln. Dafür sind 3000€ dann doch zuviel....


    Anfangs waren wir einverstanden die Küche abzulösen.... Wären bereit gewesen mit Möbeln und allem 4000€ zu zahlen. Nach dem Angebot über 7000€ haben wir dann nicht mal mehr zu handeln
    versucht. Und da die Couch 2500€ kosten sollte hat uns das dann ins Zweifeln gebracht über das Gesamtangebot. Es ist durchaus denkbar, dass er versucht auszunutzen, dass wir beide gut verdienen und deshalb damit gerechnet hat, dass wir die 7000€ einfach so zahlen.

    7 Mal editiert, zuletzt von Abigaijl ()


  • woher Mainschwimmer weiß, dass sie nicht aus Apfelsinenkisten besteht.


    Weil die TE Ärztin ist und bei denen kann man aus Erfahrung soviel Möbelverstand voraussetzen, dass sie eine Obstkiste als solche erkennen.

  • So richtig wirklich konnte ich hier bis jetzt noch nichts vom eigentlichen Mietrecht erkennen...:cool: