Katzenhaltung

  • Guten Abend,


    mein Freund und ich sind vor ca einer Woche zusammen gezogen und wollten uns eigentlich direkt eine Katze anschaffen. Unsere Wohnung ist ungefähr 54qm groß und im 2. Stock eines Mehrfamilienhauses. Die Katze würde in der Wohnung bleiben, stört also die anderen Mieter nicht. Wir haben bereits ein junges stubenreines Kätzchen in Aussicht. Das Risiko, dass die Katze auf den Boden pinkelt, ist also sehr gering. Zudem bin ich den Großteil des Tages zuhause, da ich in den letzten Zügen meines Studiums bin und kaum in die Uni muss. Und meine Mutter würde die Katze gerne nehmen, wenn wir im Urlaub sind.


    Im Vertrag sind folgende Klauseln zu finden:
    §7/2 "Tierhaltung in den Mieträumen ist ohne Einwilligung des Vermieters nicht gestattet. Dies gilt nicht für Kleintiere im Rahmen des vertragsmäßigen Gebrauches."
    und im Zusatzvertrag zum Mietvertrag:
    "Die Tierhaltung gem. §7/2 ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung durch den Vermieter gestattet."



    Wir haben den Vermieter bereits um Erlaubnis gebeten, er war aber sehr uneinsichtig und nicht wirklich gesprächsbereit. Sein einziges Argument lautete: "Wenn ich Ihnen eine Wohnungskatze erlaube, müsste ich dies den anderen Mietern ebenfalls erlauben." Dies handhabe er schon immer so. Aber gilt das als triftiger Grund gegen die Haltung?


    Wir beide haben schon immer in Haushalten mit Katzen gelebt und sehen kein Problem in der Katzenhaltung.
    Wir möchten ihn noch einmal um Erlaubnis bitten, aber wie könnten wir ihn am besten überzeugen? Wer ist im Recht?


    Vielen Dank bereits im Voraus für eure Antworten!


    Liebe Grüße


    Linda


  • "Die Tierhaltung gem. §7/2 ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung durch den Vermieter gestattet.".......... er war aber sehr uneinsichtig und nicht wirklich gesprächsbereit.
    Wir möchten ihn noch einmal um Erlaubnis bitten, aber wie könnten wir ihn am besten überzeugen? Wer ist im Recht?


    Wenn der Vermieter weiterhin "uneinsichtig" ist, dann müsst ihr ihn auf Zustimmung zur Katzenhaltung verklagen. So etwas ist für das Verhältnis Mieter-Vermieter sehr von Vorteil. Also auf zum Gericht, wir hier können kein Recht sprechen.

  • Zitat

    Aber gilt das als triftiger Grund gegen die Haltung?


    Nein. Hier müsstet Ihr aber schlimmstenfalls die Zustimmung vor Gericht erstreiten.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Gebt doch dem VM die schriftliche Bestätigung, dass ihr bei Auszug den Bodenbelag der Wohnung erneuert und auch sonstige Schäden, verursacht durch Tiere, auf eigene Rechnung beheben lässt. Was sollte der VM da noch gegen eine Katzenhaltung einzuwenden haben.?

  • Gebt doch dem VM die schriftliche Bestätigung, dass ihr bei Auszug den Bodenbelag der Wohnung erneuert und auch sonstige Schäden, verursacht durch Tiere, auf eigene Rechnung beheben lässt. Was sollte der VM da noch gegen eine Katzenhaltung einzuwenden haben.?



    Wenn der VM nicht ganz blöd ist und sich etwas auskennt,
    wüsste er das so ein Schreiben das Papier nicht wert wäre auf dem es steht.


    VG Syker

    Meine Beiträge basieren ausschließlich auf meiner Erfahrung als Vermieter und Immobileneigentümer,
    und stellen nur meine persönliche Meinung zu diesem speziellen und fiktiven Sachverhalt dar.


    Keinesfalls sind meine Antworten als Rechts und/oder Steuerberatung zu verstehen.
    Dieses ist mir weder im realen Leben noch in einem Forum erlaubt.

  • Wenn der VM nicht ganz blöd ist und sich etwas auskennt,
    wüsste er das so ein Schreiben das Papier nicht wert wäre auf dem es steht.


    VG Syker


    Eine Individualvereinbarung in dieser Form wäre durchaus rechtens.

  • Danke für die Antworten :)


    Wir haben heute noch einmal nachgefragt. Er sagte eine ausdrückliche Genehmigung würden wir nicht bekommen, wenn wir aber meinen würden, wir seien im Recht, sollen wir uns eine holen.
    Zudem wäre es sein Eigentum und er müsse sich nicht erklären, wieso er keine Katzen erlaubt.
    Auf Nachfrage, was er denn tun würde, würden wir uns eine Katze holen, antwortete er, dass er es noch nicht wisse.


    Da dies wohl keine Erlaubnis ist, wollen wir unser Recht nun einklagen.
    Weiß jemand mit welchen Kosten wir rechnen sollten, wie die Erfolgschancen aussehen und wie lange so etwas dauert?

  • Zitat

    Weiß jemand mit welchen Kosten wir rechnen sollten, wie die Erfolgschancen aussehen und wie lange so etwas dauert?


    Zu den Erfolgschancen lässt sich so viel gar nicht sagen. Es muss hier eine Interessenabwägung vorgenommen werden. Wenn Eurer Interesse größer ist, als das des Vermieters, habt Ihr eine Chance.


    Ansonsten kommt es auf den Richter an (insbesondere, ob er Katzen mag).

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Danke für die Antworten :)


    Wir haben heute noch einmal nachgefragt. Er sagte eine ausdrückliche Genehmigung würden wir nicht bekommen, wenn wir aber meinen würden, wir seien im Recht, sollen wir uns eine holen.
    Zudem wäre es sein Eigentum und er müsse sich nicht erklären, wieso er keine Katzen erlaubt.
    Auf Nachfrage, was er denn tun würde, würden wir uns eine Katze holen, antwortete er, dass er es noch nicht wisse.


    Da dies wohl keine Erlaubnis ist, wollen wir unser Recht nun einklagen.
    Weiß jemand mit welchen Kosten wir rechnen sollten, wie die Erfolgschancen aussehen und wie lange so etwas dauert?


    Mit "einklagen" wäre ich vorsichtig in Bezug auf die Kosten. Der VM lehnt die Haltung ja nicht ab, könnte er auch nicht grundlos. Könnte sein, der Richter sieht es ebenso und ihr zahlt den Prozess.


    Der VM muß sich sehr wohl erklären, warum er die Katzenhaltung ablehnt. Nach meiner Meinung gibt es keine plausible Erklärung des Vermieters gegen die Katzenhaltung.
    Den Ausgang einer solchen Streitsache ist ungewiß, hängt von vielen Faktoren an.


  • Da dies wohl keine Erlaubnis ist, wollen wir unser Recht nun einklagen.


    Mal ganz vorsichtig nachgefragt: Welches Recht?


    Auf Basis welcher Rechtsgrundlage sollte der VM denn verpflichtet sein der Tierhaltung zuzustimmen?



    Wir haben den Vermieter bereits um Erlaubnis gebeten, er war aber sehr uneinsichtig und nicht wirklich gesprächsbereit.


    Wenn ich mir zum Beispiel diese Formulierung anschaue kann ich auch nur den Kopf schütteln...


    Den Vermieter direkt mal als "uneinsichtig und nicht wirklich gesprächsbereit" abzuqualifizieren, nur weil er nicht Eurer Meinung ist halte ich schon für leicht daneben...


    Mit dieser Einstellung werdet Ihr als Mieter noch viel "Spass" haben.


    Ernstgemeinter Tipp: Erwerbt Wohneigentum, dann kann Euch (außer eventuell die WEG) keiner mehr reinreden...

  • Zitat

    Auf Basis welcher Rechtsgrundlage sollte der VM denn verpflichtet sein der Tierhaltung zuzustimmen?


    BGH, Urteil v. 20.3.2013, VIII ZR 168/12


    Der Vermieter kann die Katzenhaltung nicht ohne guten Grund verbieten (tut er hier aber).

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Zitat

    Er sagt eine ausdrückliche Genehmigung würden wir nicht bekommen, wenn wir aber meinen würden, wir seien im Recht, sollen wir uns eine holen.


    Der VM gibt nur keine Genehmigung, begründet aber die Ablehnung nicht, und somit steht der Katzenhaltung nichts im Weg. Meine Meinung.

  • BGH, Urteil v. 20.3.2013, VIII ZR 168/12


    Der Vermieter kann die Katzenhaltung nicht ohne guten Grund verbieten (tut er hier aber).


    Naja so richtig passt das Urteil glaube ich nicht
    da geht es ja um die AGB im MV,
    dort ist die generelle Haltung verboten.


    Beim TE steht aber das er die Genehmigung braucht,
    und der VM diese bisher nicht gegeben hat.


    Die Frage ist halt ob der VM ohne Grund "nein" sagen darf ...


    VG Syker

    Meine Beiträge basieren ausschließlich auf meiner Erfahrung als Vermieter und Immobileneigentümer,
    und stellen nur meine persönliche Meinung zu diesem speziellen und fiktiven Sachverhalt dar.


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  • Der VM gibt nur keine Genehmigung, begründet aber die Ablehnung nicht, und somit steht der Katzenhaltung nichts im Weg. Meine Meinung.



    Deine Meinung ist echt mutig.


    Ohne ausdrückliche Genehmigung kann der VM im Nachhinein abmahnen und ggf. kündigen.

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    und stellen nur meine persönliche Meinung zu diesem speziellen und fiktiven Sachverhalt dar.


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  • Die Frage ist halt ob der VM ohne Grund "nein" sagen darf ...


    VG Syker


    Genau darauf läuft es jetzt hinaus.
    Sollten wir ohne seine Zustimmung die Katze holen oder klagen? Wie ich es aus anderen Foren mitbekommen habe, wird meistens für den Mieter gestimmt, wenn er die Katze bereits hat. Klagt jedoch der Mieter sein Haltungsrecht ein, ist die Chance zu verlieren wesentlich höher...


  • Genau so sehe ich das auch. Es ist ja schon ein nicht unerheblicher Unterschied, ob es generell untersagt ist (hier greift das genannte Urteil) oder ob im Einzelfall eine Zustimmung erforderlich ist.

  • Genau so sehe ich das auch. Es ist ja schon ein nicht unerheblicher Unterschied, ob es generell untersagt ist (hier greift das genannte Urteil) oder ob im Einzelfall eine Zustimmung erforderlich ist.


    Also nochmals. Tierhaltung ist nicht generell verboten. Für die Katzenhaltung muß der VM die Zustimmung erteilen, sofern er nicht einen plausiblen Grund für eine Ablehnung angibt. So kann man das doch stehen lassen, oder?

  • Also nochmals. Tierhaltung ist nicht generell verboten. Für die Katzenhaltung muß der VM die Zustimmung erteilen, sofern er nicht einen plausiblen Grund für eine Ablehnung angibt. So kann man das doch stehen lassen, oder?


    Auch gerne nochmal:


    Woran machst Du Deine Aussage fest, dass der Vermieter die Ablehnung begründen muss?


    Das genannte BGH Urteil zielt, meiner Meinung nach, ausschließlich auf generelle Verbote.


    Es gibt sogar ein Urteil (Amtsgericht Waldshut-Tiengen, Az.: 7 C 59/02), das einem Vermieter das Recht auf fristlose Kündigung der Mieter bestätigt hat, weil sie eine Katze angeschafft haben, ohne die Zustimmung (wie im MV vorgesehen) des VM einzuholen.


    Mir ist durchaus bewusst, dass es sich "nur" um ein AG-Urteil handelt, aber die Tipps die hier dem TE gegeben werden sind teilweise schon fast fahrlässig...

  • Habe mich nun in folgendes eingelesen: Tierhaltung in der Wohnung (Mieterlexikon)
    Der Mietvertrag erlaubt die Tierhaltung.
    In diesem Fall darf der Mieter übliche Haustiere wie Hunde, Katzen oder Vögel halten.


    Der Mietvertrag verbietet die Tierhaltung.
    Steht im Mietvertrag, dass der Mieter keine Hunde oder Katzen halten darf, gilt das auch. ...
    Enthält der Mietvertrag aber das uneingeschränkte Verbot jeglicher Tierhaltung, ist diese Vereinbarung unwirksam....
    Bei dieser unwirksamen Klausel darf der Vermieter eine Hundehaltung nur dann verbbieten , wenn er konkrete Störungen durch das Haustier nachweist.


    Wenn der Mietvertrag die Zustimmung des Vermieters verlangt.
    Steht im MV "Für jede Tierhaltung bedarf es der Zustimmung des Vermieters", steht es dem VM grundsätzlich frei, ob er die Tierhaltung duldet oder nicht (OLG Hamm RE WuM 81,53)


    Allerdings besagt diese Klausel auch, dass der Vermieter über die Zulässigkeit einer Tierhaltung nicht generell, sondern im Einzelfall entscheiden wird. Der M. kann deshalb davon ausgehen, dass der VM seine Zustimmung erteilt, falls nicht gewichtige Gründe im Wege stehen (LG Hamburg WuM 98, 378)


    Einigkeit bedeutet das auch nicht, jeder sagt was anderen.


  • Allgemein gehören zu den Kleintieren Ziervögel, wie Wellensittich und Kanarienvogel, Zierfische und Fische die, in normalen Aquarien gehalten werden können, Hamster, Mäuse, Meerschweinchen, Eidechsen, Schildkröten, Zwergkaninchen. Teils werden auch Katzen dazu gezählt (LG München WuM 1999, 217, gegenteilig: LG Berlin GE 1999, 46). Auch Kleinpapageien seien Kleintiere (AG Tempelhof-Kreuzberg GE 2001, 557).


    Quelle: http://www.mietrecht.org/tierhaltung/kleintiere-in-der-mietwohnung/


    Falls ihr klagen solltet, es entscheidet nicht der BGH über das Urteil sondern der Amtierende Richter des Zivilgerichts.


    Ich bin mal mit 15 Sittichen in eine neue Mietwohnung umgezogen (Kleintierklausel), hab die Vermieterin trotzdem gefragt ob das ein Problem darstellt. Sittiche pennen halt auch wenns nacht is, also kein Problem, beschwerden von den anderen Mietern gabs nie.