Schimmel & Nachbarn

  • Vor 13 Jahren sind wir in die EG-Wohnung gezogen, in der wir jetzt leben. Vom ersten Tag an haben wir diese Wohnung geliebt. Die kleinen Mängel, die ein Altbau so mit sich bringt, und die Tatsache, dass das Haus nicht gepflegt wurde, konnten wir weglächeln, denn die Wohnung war hell, gemütlich, mit einem immer angenehmen Raumklima, gut geschnitten, mit einem schönen Ausblick, in für unsere Bedürfnisse günstiger Lage und mit angenehmen, netten und unkomplizierten Nachbarn (insgesamt 6 Parteien) und einer sehr entspannten Wohnatmosphäre.


    Vor drei Jahren jedoch zog ein älteres Ehepaar ein, das alles im Haus ändern wollte. Sie verlangten das Abschlagen von Bäumen, die schon immer da gestanden hatten, sie aber als störend empfanden, und als der Vermieter nicht reagierte, beauftragten sie selbst ein Gartenbauunternehmen. Sie verbaten das Verteilen von Werbezeitungen, obwohl die anderen Mieter sie haben wollten, passten den Briefträger ab, um ihm das Einwerfen von Werbesendungen zu verbieten, reagierten verbal aggressiv, als er sich nicht davon beeindrucken ließ. Sie renovierten eigenmächtig die Gemeinschaftsräume und hätte es gerne gesehen, wenn die anderen Parteien sich finanziell beteiligen. Sie drangen in einen Nachbargarten ein, um Laub zu fegen, weil der Anblick sie störte. Vor allem aber beschlossen sie nach ihren eigenen Vorstellungen, wann Fenster und Türen im Haus offen zu sein hatten. Zwei Treppenhausfenster, die zehn Jahre lang nur ab und zu zum Putzen geöffnet worden waren und sonst immer geschlossen blieben, waren von nun an bei jedem Wetter und jeder Temperatur viele Stunden, später und mittlerweile den ganzen Tag und manchmal auch nachts auf Kipp gestellt, die Tür zum Keller blieb auch weit offen. Durch diese neuen Lüftungsmethoden verschlechterte sich das Wohnklima in unserer Wohnung merklich. Wir lebten dadurch ständig im Durchzug, die Feuchtigkeit zog in unseren Flur, in dem sich kein Heizkörper befindet. Wir kauften neue Durchzugstopper, versuchten, so viel abzudichten, wie möglich, aber es ist nun mal ein Altbau mit vielen Ritzen und Rissen und unsere Maßnahmen sind ein Tröpfchen auf dem heißen Stein gewesen. Wir versuchten, sie rücksichtsvoll und behutsam darauf anzusprechen, wurden aber herrisch zurückgewiesen – die Dame meinte "Es muss aber so sein!", womit die Diskussion für sie beendet war. Wir versuchten später erneut, ihnen zu vermitteln, dass sie uns mit diesem Lüftungsverhalten schaden und wir seitdem Probleme in der Wohnung haben, die wir vor ihrem Einzug nicht hatten, aber sie führten an, zum einen müsse es so sein, zum anderen würden sie sich von den Küchengerüchen einer jungen Familie unter ihrer Wohnung (diese junge Familie zog vor einem Jahr ein) gestört fühlen und müssten also noch mehr lüften. Wenn wir nicht zufrieden seien, sollten wir zum Mieterverein und den Hauswirt dazu zwingen, unsere Wohnung vernünftig abzudichten. Da der besagte Hauswirt sich aber bekanntlich von nichts dazu bewegen lässt, etwas im Haus zu machen, sprachen wir den Verwalter mehrmals an und baten ihn, eine Lösung zu finden. Er sprach mit den Nachbarn, erntete aber genauso wie wir nur herrische Bemerkungen und trat den Rückzug an (sie können sehr, sehr bestimmend sein). Wir fühlten uns immer unwohler, die Wohnung wurde durch das Verhalten dieser Nachbarn immer ungemütlicher und dachten daran, zu kapitulieren und auszuziehen, obwohl wir diese Wohnung wirklich sehr gemocht haben, viel Geld in die Einrichtung gesteckt hatten und eigentlich vorhatten, für immer hier zu bleiben. Allerdings können wir uns einen Umzug nicht leisten, und wir müssten Jahre darauf sparen. Einen Nachbarschaftsstreit anzetteln wollten wir auch nicht. Wir haben uns überall, wo wir gewohnt haben, immer ausgezeichnet mit allen Nachbarn verstanden, und wir sind solchen Situationen nicht gewachsen. In diesem Sommer, der in unserer Region besonders feucht war, lüfteten diese Nachbarn auch noch tagelang ihren Keller unter uns, und nun ist es passiert: Die Unterseite unserer Möbel ist verschimmelt.


    Der Verwalter behauptet nun, es könne gar nicht von der zusätzlichen Feuchtigkeit aus dem Treppenhaus und dem Keller kommen, wir hätten falsch gelüftet. (13 Jahre lang wussten wir also zu lüften und sollen es plötzlich verlernt haben???). Wir wissen, dass er Angst vor diesen Nachbarn hat, die verbal sehr aggressiv sein können und schnell mit der Nennung von Rechtsparagraphen sind.


    Wir wissen nicht mehr weiter. Wir sind dabei, unser Hab und Gut zu verlieren, müssen uns (nach 13 Jahren einwandfreien Mietverhaltens) mit Vorwürfen und möglichen Regressansprüchen (der Boden ist an einigen Stellen leicht angeschimmelt) auseinandersetzen und sind verzweifelt. Diese Geschichte kann uns unsere ganze Existenz kosten, und niemand hilft uns oder scheint uns glauben zu wollen. Wir WISSEN definitiv, dass unsere Wohnung zunehmend ungemütlicher und feuchter wurde, je intensiver diese Nachbarn auf ihre Belüftungsmethoden bestanden haben. Wir haben es doch deutlich gespürt und auch gemeldet. Leider ist es in diesem Haus üblich, Probleme nur mündlich zu melden: Wenn man etwas schriftlich meldet, bekommt man schnell Post vom Hausanwalt, der dann meint, man habe durch aggressives Verhalten das Mietverhältnis zerrüttet und es würde einem empfohlen, sich alsbald anderweitig umzusehen. Wir haben es schon bei zwei Parteien erlebt und uns deshalb still verhalten und den Gepflogenheiten des Hauses angepasst.


    Wir hatten eine immer so gepflegte und schöne Wohnung ... Seit vier Wochen leben wir nun im Schimmel, und da uns die Schuld gegeben wird und wir uns keinen Gutachter leisten können, können wir nichts tun, wir bekommen keine Hilfe. Der Mieterverein scheint uns auch nicht groß helfen zu können, da Schimmelprobleme immer sehr komplex zu sein scheinen.
    .
    Wenn jemand irgendeine Idee hat, wären wir sehr, sehr dankbar, denn wir sind WIRKLICH verzweifelt und am Ende unserer Kräfte.
    Viele Grüße


  • Wenn jemand irgendeine Idee hat, wären wir sehr, sehr dankbar, denn wir sind WIRKLICH verzweifelt und am Ende unserer Kräfte.
    Viele Grüße


    Hallo Ratlosundhilflos,


    Also ganz spontan fällt auch mir nur ein auszuziehen.



    Alle anderen Alternativen werden dir vermutlich nicht wirklich helfen,
    da das ganz langwierige Vorgänge sind.


    Das Lüftungsverhalten der Nachbarn könnte zwar schädlich sein,
    und ggf. gegen eine Hausordnung (gibt es eine?) verstoßen.
    Das wäre dann vermutlich über mehrere Monate schriftlich zu dokumentieren und dem VM vorzulegen,
    damit dieser einen Grund bekäme den Nachbarn zu kündigen bzw. erst einmal abzumahnen.


    M.E. müsstest du auch beweisen das es dadurch in deiner WHG zu einer höheren Luftfeuchtigkeit kommt
    und trotz ordnungsgemäßen Lüftens zu Schimmelbildung.
    Dann käme evtl. auch eine Mietminderung deinerseits in Betracht.


    Bei der Werbung ist evtl. Unterlassungsklage möglich,
    dies betrifft aber nicht das Mietrecht.


    Bei dem Nachbargarten wäre sogar eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch möglich,
    sofern es dem Gartenbesitzer stört das eine fremde Person aufräumt.
    Aber das bringt dir in deiner Situation auch nichts.


    VG Syker

    Meine Beiträge basieren ausschließlich auf meiner Erfahrung als Vermieter und Immobileneigentümer,
    und stellen nur meine persönliche Meinung zu diesem speziellen und fiktiven Sachverhalt dar.


    Keinesfalls sind meine Antworten als Rechts und/oder Steuerberatung zu verstehen.
    Dieses ist mir weder im realen Leben noch in einem Forum erlaubt.

  • Ganz herzlichen Dank, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, Syker, das weiß ich sehr zu schätzen. Irgendwie scheint unsere Situation wirklich aussichtslos zu sein. Es ist zum Verzweifeln ... Ich danke Dir!!

  • Ebenfalls ohne Gruss.


    Ratlosundhilflos,
    "danke" für den Roman, den ich nur teilweise las. Euer Ansprech-=Vertragspartner ist Euer Vermieter, den Ihr schriftlich kontaktieren solltet. Falls der nicht hilft, vielleicht RTL2. Niemand hält Euch davon ab, zu kündigen, falls es weiterhin für Euch soo unerträglich bleibensollte.

    Hier äussere ich stets nur meine Meinung als Mieter und Vermieter, keine Rechts- oder Steuerberatung.


    Es grüsst Berny, der keine PMs entgegennimmt..

  • Ebenfalls ohne Gruss.


    Ratlosundhilflos,
    "danke" für den Roman, den ich nur teilweise las. Euer Ansprech-=Vertragspartner ist Euer Vermieter, den Ihr schriftlich kontaktieren solltet. Falls der nicht hilft, vielleicht RTL2. Niemand hält Euch davon ab, zu kündigen, falls es weiterhin für Euch soo unerträglich bleibensollte.


    Danke Berny,
    einen Umzug können wir uns nicht leisten, sonst wären wir schon lange weg. Entschuldigung, dass mein Text zu lang war.
    Viele Grüße

  • Danke Berny,
    einen Umzug können wir uns nicht leisten, sonst wären wir schon lange weg. Entschuldigung, dass mein Text zu lang war.
    Viele Grüße


    Kein Problem, Berny schreibt immer diesen Romanstandartdisclaimer, wenn der Text mehr als 3 Sätze hat. Einfach nicht dran stören.


    Eure Probleme fangen doch damit an, dass euch jemand auf der Nase rumtanzt.


    1. Macht die Tür zum Keller regelmäßig zu. und die Fenster im Treppenhaus auch.
    2. Judokurs/ Selbstverteidigungskurs belegen und sich da selbstvertrauen abholen.
    3. Wenn die was wollen, sagt einfach: das muss so sein!

    If your going through hell, keep going ! - Winston C.

  • Kein Problem, Berny schreibt immer diesen Romanstandartdisclaimer, wenn der Text mehr als 3 Sätze hat. Einfach nicht dran stören. Meine Beiträge sind grundsätzlich immer(!) als verbotene Rechts-, Steuer,- und Anlageberatung zu verstehen. Und das in einem Forum und auch noch gleichzeitig!


    Amen......

    Hier äussere ich stets nur meine Meinung als Mieter und Vermieter, keine Rechts- oder Steuerberatung.


    Es grüsst Berny, der keine PMs entgegennimmt..