Nebenkostenabrechnung Wasser nach qm trotz Zähler

  • Hallo Forum,


    ich habe vor ein paar Tagen die Nebenkostenabrechnung für meine Wohnung bekommen. In dieser werden die Wasserkosten nach qm abgerechnet, obwohl alle Parteien im Haus eigene Wasseruhren haben. Ich lebe allein in der größten Wohnung im Haus. In allen anderen Wohnungen leben jeweils 2-4 Personen. Daraus ergibt sich eine für mich natürlich ein ungleich höherer Betrag den ich an Wasserkosten zu tragen habe.


    Mein Widerspruch wurde mit "das ist nach Heizkostenverordnung abgerechnet und damit richtig" abgetan.


    In meinem Mietvertrag ist folgendes vereinbart:

    Zitat

    Die Betriebskosten werden, sofern sie nicht nach Verbrauch abzurechnen sind, nach dem Verhältnis der Mietfläche zur Gesamtfläche umgelegt.


    Ergibt sich aus den vorhandenen Wasserzählern in allen Wohneinheiten eine Pflicht der Abrechnung nach Verbrauch?


    Danke für die Einschätzungen.
    Gruß
    Neospin

  • Bei der Abrechnung der Warmwasseraufbereitungskosten ist es laut Heizkostenverordnung vorgeschriebenen einen Teil, meist 30 %, nach der Wohnfläche und den Rest nach Verbrauch abzurechnen.


    Kaltwasser muß nach zu 100 % Verbrauch abgerechnet werden wenn alle Wohnungen mit entsprechenden Zählern ausgestattet sind.

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
    ____________________________________________________________________________
    "Sie hören von meinem Anwalt" ist die erwachsene Version von "Das sag ich meiner Mama":p

    Gruß anitari

  • Hallo Mainschwimmer,


    vielen Dank für Deine Antwort.
    Die Wohnung ist in Baden-Württemberg und fällt nicht in die Ausnahmeregelung. Weiterhin wird in der Abrechnung eine Miete für Kaltwasserzähler geltend gemacht. Wozu sollte ich Miete für die Zähler bezahlen, wenn nicht mal nach diesen abgrechnet wird!?


    Nun kam gerade (per E-Mail) ein weiterer Aspekt hinzu. Die Kaltwasserzähler in der Wohnung sind im Juli getauscht worden, weil die Eichfristen für die alten Zähler mehrere Jahre abgelaufen waren. Dies wird nun als Argument für eine Abrechnung nach Wohnfläche herangezogen.


    Es steht noch eine Nebenkosten Nachzahlung aus der Abrechnung aus. Muss ich diese trotz Widerspruch (ggf. unter Vorbehalt) bezahlen oder kann ich auf die neue Abrechnung warten?


    Danke und Gruß
    Neospin


  • Die Wohnung ist in Baden-Württemberg und fällt nicht in die Ausnahmeregelung.


    Und ich dachte ihr habt nur Probleme mit dem hochdeutsch schwätze, mit dem Lesen sollte es aber klappen. In BW sind Einzelkaltwasserzähler nämlich Pflicht. Und wenn alle Wohnungen damit ausgestattet sind ist es auch Pflicht, das entnommene Wasser nach diesen Zählern abzurechnen.


    P.S. Ich wohne auch in BW.

  • Mainschwimmer, nur weil die Wohnung in BW liegt muss ich nicht daher kommen. Und lesen kann ich auch :) Nur mein Vermieter und deren Verwaltungsgesellschaft offenbar nicht. Ich habe jetzt nochmal bei eben dieser Verwaltung nachgefragt, warum nach Wohnfläche abgerechnet wurde.


    Wie ist es mit den geforderten Nachzahlung?


    Danke und Gruß
    Neospin

  • Ich habe jetzt nochmal bei eben dieser Verwaltung nachgefragt, warum nach Wohnfläche abgerechnet wurde.


    Und wie lautet die Antwort?

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
    ____________________________________________________________________________
    "Sie hören von meinem Anwalt" ist die erwachsene Version von "Das sag ich meiner Mama":p

    Gruß anitari

  • Die steht noch aus. Mal sehen ob da morgen etwas kommt.


    Darüber wirst Du uns sicher informieren. Ich halte es für gut möglich, dass dieses Mal der (illegalen) Einfachheit halber nach Mietflächen abgerechnet wurde UND die ausgebauten Wasserzähler NICHT abgelesen wurden bzw. deren Stände nicht weiter abrechnungstechnisch berücksichtigt wurden.


  • Wie ist es mit den geforderten Nachzahlung?



    Hallo Neospin,


    Die Nachzahlung ist i.d.R. 30 Tage nach Zugang zur Zahlung fällig.
    Auch wenn du einen Widerspruch einlegst musst du erstmal zahlen.


    VG Syker

    Meine Beiträge basieren ausschließlich auf meiner Erfahrung als Vermieter und Immobileneigentümer,
    und stellen nur meine persönliche Meinung zu diesem speziellen und fiktiven Sachverhalt dar.


    Keinesfalls sind meine Antworten als Rechts und/oder Steuerberatung zu verstehen.
    Dieses ist mir weder im realen Leben noch in einem Forum erlaubt.

  • Hallo Neospin,


    Die Nachzahlung ist i.d.R. 30 Tage nach Zugang zur Zahlung fällig.
    Auch wenn du einen Widerspruch einlegst musst du erstmal zahlen.


    VG Syker


    Hallo Syker,


    die Nachzahlung sollte so erfolgen wie von dir geschrieben, jedoch ausschließlich nur, wenn der Vermieter in der Nebenkostenabrechnung auf § 286 Abs. 3 BGB hingewiesen hat.



    Vielleicht wäre der Hinweis noch sehr wichtig, die Zahlung ausschließlich unter Vorbehalt der Rückforderung aufgrund eines berechtigt, begründeten Einspruchs zu Überweisen und dem Vermieter auch so schriftlich mitzuteilen.


    Gruß
    BHShuber

    Antworten und Beiträge basieren auf persönliche Erfahrungen und auschließlich meiner Meinung und sind keinesfalls als Aufforderung zu einer Handlung oder Rechts- oder Steuerberatung aufzufassen! Somit besteht keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit der abgegebenen Kommentare!

  • Moin Moin,


    ich habe eine Antwort erhalten:


    Die Wasserversorgung wäre nach Heizkostenverordnung abgerechnet und damit vollkommen in Ordnung. Ist natürlich Schwachsinn. Aber man hat mich dann noch freundlich darauf hingewiesen, dass man mit mir keinen Vertrag hätte und ich mich deshalb an meinen Vermieter wenden sollte.


    Das tue ich jetzt - zum 10. Mal...


    Gruß
    Neospin

  • Moin,


    hier der Bericht zu meinem Fall:
    Der Vermieter stellt auf stur, die Frist ist verstrichen und die Verwaltungsgesellschaft spricht nicht mit mir.
    Es wird weiterhin darauf bestanden, dass Frisch- und Abwasserabrechnung nach Heizkostenverordnung erfolgt und somit richtig ist.


    Wenn ich jetzt einen Anwalt beauftrageist klar, dass derjenige zahlt der ihn beauftragt. Aber: Kann ich meine Anwaltskosten außergerichtlich geltend machen? Oder nur nach erfolgter und erfolgreicher Klage?

  • Außergerichtlich kannst du alles vereinbaren. Wenn sich der VM mit der Kostenübernahme nicht einverstanden erklärt, musst du halt klagen.

  • Außergerichtlich kannst du alles vereinbaren.


    Quatsch! Hier geht es nicht um eine mietvertragliche Vereinbarung, hier geht es darum, dass der Vermieter


    1. Die Heizkostenverordnung nicht verstanden hat.
    2. Die Landesbauverordnung zum Thema Wasseruhren nicht vollzieht, obwohl alle Wohnungen mit Zählern ausgestattet sind.


    Stadtkind


    Das ist jetzt der wievielte Beitrag komplett am Thema vorbei?

  • Neospin:


    "Der Vermieter stellt auf stur, die Frist ist verstrichen"
    - Welches ich anzweifele.


    "die Verwaltungsgesellschaft spricht nicht mit mir."
    - Muss sie auch nicht, denn Dein Verhandlungs-/Ansprech-/Vertragspartner ist wer wohl?


    "Es wird weiterhin darauf bestanden, dass Frisch- und Abwasserabrechnung nach Heizkostenverordnung erfolgt und somit richtig ist."
    - Latürnich, dass alles i.O. ist behauptet jeder.


    "Wenn ich jetzt einen Anwalt beauftrage ist klar, dass derjenige zahlt der ihn beauftragt."
    - Zunächst, richtig.


    "Kann ich meine Anwaltskosten außergerichtlich geltend machen? Oder nur nach erfolgter und erfolgreicher Klage?"
    Deine verauslagten Anwalts- und Gerichtskosten werden Dir vom (rechtskräftig) unterlegenen Gegner zu erstatten sein.


    PS: @Stadtkind's Kommentare halte ich nicht für zielführend.:(

    Einmal editiert, zuletzt von Berny ()

  • Mainschwimmer
    kleiner Tipp: 1. Lesen 2. Verstehen 3. Posten



    Es ging um die Anwaltskosten. Die Anwaltskosten kann er natürlich auch bei einer außergerichtlichen Einigung vom VM erstatten bekommen. wenn der VM klug ist, bzw von seinem Anwalt gut beraten wird, dann geht er es bei so einem klaren Fall nicht zum Gericht. Dort würde er nämlich mit Pauken und Trompeten untergehen. Also wird er sich außergerichtlich einigen und dem M die RA-Kosten erstatten. Sonst muss er nämlich deutlich höhere Gerichts- und RA-Kosten tragen.


    Auch für den M ist eine außergerichtliche Einigung anstrebenswert, wenn der VM einlenkt. Kein Prozessrisiko (in dem klaren Fall eh klein) und ein nicht so zerrüttetes Verhältnis zum VM.


    Falls der VM die RA Kosten bei einer außergerichtlichen Einigung nicht erstatten will, kann man nur die Einigung nicht eingehen und klagen. Genau das habe ich oben geschrieben.

    Einmal editiert, zuletzt von Stadtkind ()

  • Hallo Neospin,


    Die Nachzahlung ist i.d.R. 30 Tage nach Zugang zur Zahlung fällig.
    Auch wenn du einen Widerspruch einlegst musst du erstmal zahlen.


    VG Syker


    Bezahlen aber dann mit Vorbehalt.

  • Hallo,


    wie die meisten Vorposter denke ich auch dass es eine klare Sache ist. Allerdings sehe ich den Ausgang anders herum.


    Was hier gar nicht beachtet wird, ist die Tatsache, dass die Wasseruhren aus der Eichung gelaufen waren und im Juli getauscht wurde. Damit sind im Abrechnungsjahr (2015?) nichht geeichte Uhren verwendet worden und die dürfen nicht für die Abrechnung zu Grunde gelegt werden. Damit muss nach Wohnfläche abgerechnet werden. Gleiches gilt für 2016, da das erste halbe Jahr ohne geeichte Uhren gelaufen ist.


    Soweit ich das weiß dürfen dann 15% der Wasserkosten abgezogen werden. Die Miete für die Wasseruhren ist in dem Fall natürlich auch nicht in Ordnung (pass aber auf, nicht dass die Miete für die Warmwasseruhren ist).


    Insgesamt würde ich mir gut überlegen, ob ich damit zum Anwalt laufe. Am Ende kann der dir ein paar Euro holen, kostet aber das Mehrfache. Um wieviel Geld geht es denn überhaupt?



    Gruß
    H H