Begründung für außerordentliche Kündigung ausreichend?

  • Sehr geehrte Damen und Herren,

    derzeit befinde ich mich in einem Untermiet-Verhältnis und lebe mit der Hauptmieterin in einer Zwei-Zimmer-Wohgemeinschaft. Anfang November kündigte ich ihr an, voraussichtlich ab Febraur/März ausziehen zu wollen, sie akzeptierte das. Ende November teilte ich ihr mit, dass der Auszug früher als geplant zustande kommen kann. Auch damit war sie einverstanden (dafür habe ich einen Zeugen) und schickte mir zwei Tage später auch ein Wohnungsangebot, in dem es hieß, es sei ab sofort bezugsfrei.
    Nun teilte ich ihr heute offziell mit, dass ich zum 1.1.2017 ausziehen werde. Plötzlich stellt sie sich quer und verlangt eine schriftliche Kündigung. Da die mündliche Kündigung komplett unwirksam sei, wie ich heute erfahren habe, auch wenn der Untermietvertrag nur mündlich abgeschlossen wurde, möchte ich nun versuchen mittels einer außerordentlichen Kündigung aus dem Mietvertrag auszutreten. Meine Argumente dafür lauten wie folgt (oder reicht das dargestellte Szenario für einen Mietaufhebungsvertrag aus?) :

    1. Mit der Haltung der Katzen meiner Mitbewohnerin (der Hauptmieterin) hatte ich zum Einzug kein Problem. Nun ist es allerdings so, dass eine der beiden Katzen seit ca. vier Monaten regelmäßig auf meine Wäsche oder in meine Taschen uriniert. Des Weitern wird das Katzenklo teilweise eine Woche nicht gereinigt und Katzenkot, der im Flur auf dem Boden liegt, wird einige Tage nicht von ihr entfernt. Es kam auch schon vor, dass ich unter den Küchenschränken, die in Nähe der Katzennäpfe stehen, Kakerlaken (oder Ähnliches) Ungeziefer gefunden habe.
    Hier wird hoffentlich klar, dass die hygienischen Umstände katastrophal und nicht zumutbar sind.
    2. Den Boiler für die Heizung, der sich im Bad befindet, wird von der Mitbewohnerin ab ca. 22 Uhr abends regelmäßig abgeschaltet, da dieser ihr nach eigener Aussage zu laut sei, um zu schlafen. Wegen der Katzen sind zwei bis drei Fenster bei einer Außentemperatur von ca. -5° C nachts stets offen. Trotz geschlossener Tür kühlt mein Zimmer über Nacht also extrem aus.
    Ich habe ein Anspruch darauf die Raumtemperatur so hoch zu halten, dass ich mich ohne Jacke in der Wohnung aufhalten kann, richtig?


    Dies sind meine stärksten Argumente, weitere Gründe kann ich bei Bedarf nennen. Allerdings zweifel ich an deren Gültigkeit.


    Ich bin dankbar für jede hilfreiche Antwort!

  • Zitat

    Dies sind meine stärksten Argumente, weitere Gründe kann ich bei Bedarf nennen. Allerdings zweifel ich an deren Gültigkeit.


    Ich zweifel schon an denen die Du bisher genannt hast.


    Eine Raumtemperatur von 20 - 22 Grad muß der Vermieter lediglich zwischen 6 - 22/23 Uhr ermöglichen.


    Eine geringere Temperatur berechtigt bestenfalls zur Mietminderung, nicht aber zur fristlosen Kündigung.

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
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    "Sie hören von meinem Anwalt" ist die erwachsene Version von "Das sag ich meiner Mama":p

    Gruß anitari

  • derzeit befinde ich mich in einem Untermiet-Verhältnis und lebe mit der Hauptmieterin in einer Zwei-Zimmer-Wohgemeinschaft.


    Du könntest jetzt fristgerecht schriftlich zum 31.12.2016. kündigen. Deine VMn müsste die Kdg. bis zum 15.d.M. erhalten.

    Hier äussere ich stets nur meine Meinung als Mieter und Vermieter, keine Rechts- oder Steuerberatung.


    Es grüsst Berny, der keine PMs entgegennimmt..

  • Hallo MarsD,


    fristlose Kuendigung kannst Du mit Deinem Gruenden knicken, das geht wirklich nur, wenn es vollkommen unzumutbar ist, weiter dort zu wohnen. Da werden sehr stenge Massstaebe angelegt, Deine Gruende reichen da meiner Einschaetzung nach bei Weitem nicht.


    Schriftlich kuendigen ist ein MUSS, sowohl fuer Dich, wie auch fuer Deine Vermieterin. Der Mietvertrag laeuft naemlich sonst weiter, mit allen Rechten und Pflichten aus dem Gesetz fuer Euch beide. Ohne schriftliche Kuendigung kann Deine Vermieterin daher kommen und auch noch in einem Jahr von Dir die Miete nachfordern.


    Einen Aufloesungsvertrag kannst Du immer abschliessen, dafuer gibt es keinerlei Fristen, es muessen nur beide Seiten zustimmen. Das waere in diesem Fall wohl die beste Moeglichkeit fuer beide Seiten. Alternativ kannst Du zum 31.12. kuendigen und Dir von Deiner Vermieterin bestaetigen lassen, dass Sie dem zustimmt. Das reicht normal auch, um das Mietverhaletnis wirksam zu beenden.


    Eine Chance hast Du auch, wenn Dein Zeuge bestaetigen kann, dass Ihr einvernehmlich den Mietvertrag beendet habt. Fuer einen Aufloesungsvertrag ist die Schriftform nicht vorgeschrieben, das kann man auch muendlich machen, auch wenn es nicht empfehlenswert ist. Dazu muesste aber zumindest ein fixer Termin genannt worden sein, sonst hast Du schlechte Karten.


    cu
    Guenni


    #edit: fixed typo