Wasseruhr falsch abgelesen

  • Hallo liebes Forum,


    ich habe ein ganz spezielles Problem. In meiner WG sind 3 Wasserzähler. Nun ist über die Jahre eine davon "verschütt" gegangen. Das heißt wir haben diesen Anfang 2015 sowie Anfang 2016 nicht abgelesen und er war deswegen wohl nicht in der Nebenkostenabrechnung dabei. Unsere Vermieterin hat zwar erwähnt, dass wohl ein Wasserzähler fehlt - aber nichts weiter unternommen (Ende 2014 ist der WG-Älteste ausgezogen der sonst immer die Zähler abgelesen hat, zudem hat wurde die Wohnung Mitte 2014 verkauft).
    Nun haben wir bei einer kleinen Reparatur im WC den Wasserzähler wiedergefunden und abgelesen. Dieser taucht nun - zusammen mit einer deftigen Nachzahlung - in unserer Nebenkostenabrechnung für 2016 auf.
    Nun frage ich mich:


    Erstens: Wie hat die Hausverwaltung das gemacht, es sind acht Objekte hier im Haus der Wasserzähler hat eine Menge von ungefähr 35 m^3 bei einer Gesamtwassermenge von ca. 780 m^3 im Haus. Wie wurde das bisher umgerechnet?


    Zweitens: Ich weiß, dass Nebenkostenabrechnungen nur ein Jahr gültig sind - hier werden jetzt aber Kosten vom 1.1.2014 - 31.12.2016 abgerechnet, allerdings ja nur "indirekt", wir haben ja das mit dem Zähler verbaselt, muss ich nun zahlen? Oder komme ich da mit gutem Grund drumherum?


    Vielen Dank für eure nützlichen Antworten und viele Grüße,
    Monophonique

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  • Zitat

    Zweitens: Ich weiß, dass Nebenkostenabrechnungen nur ein Jahr gültig sind


    Ach ja? Woher?


    Zitat

    hier werden jetzt aber Kosten vom 1.1.2014 - 31.12.2016 abgerechnet, allerdings ja nur "indirekt", wir haben ja das mit dem Zähler verbaselt, muss ich nun zahlen?


    Nein. Es wird ein Wasserverbrauch von 35 m³ abgerechnet. Wann der entstanden ist, ist völlig egal. Sofern die Abrechnung korrekt ist wirst Du wohl zahlen müssen.


    Zitat

    Erstens: Wie hat die Hausverwaltung das gemacht, es sind acht Objekte hier im Haus der Wasserzähler hat eine Menge von ungefähr 35 m^3 bei einer Gesamtwassermenge von ca. 780 m^3 im Haus. Wie wurde das bisher umgerechnet?


    Auf 3 Jahre umgerechnet sind das ca. 11,5 m³ im Jahr. Das könnte als Differenz zwischen Haupt- und Unterzähler "verbucht" worden sein. Bei angenommen 24 Unterzählern im Haus geht das nie ganz auf.

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
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    "Sie hören von meinem Anwalt" ist die erwachsene Version von "Das sag ich meiner Mama":p

    Gruß anitari

  • Hallo, danke für die Antwort.


    1. Wir haben das mal so gemacht, die Rechnung kam ein 1.5 Jahre nach dem Abrechnungszeitraum und wir musste nicht zahlen (hat mein ehemaliger Mitbewohner geregelt). Hab das gestern auch nochmal gegooglet und es stimmt wohl.


    2 und 3. Es handelt sich um 35 m^3 pro Jahr. Bzw. 110 m^3 sind auf der jetzigen Rechnung. Ich bin gerade dabei den letzten bekannten Zählerstand zu ermitteln, da ich fast glaube, dass hier noch länger nicht abgerechnet wurde! An dem Zähler hängt nämlich nur eine Toilette und ich weiß nicht ob man für eine Toilette wirklich 35.000 Liter pro Jahr benötigt...

  • Zitat

    1. Wir haben das mal so gemacht, die Rechnung kam ein 1.5 Jahre nach dem Abrechnungszeitraum und wir musste nicht zahlen (hat mein ehemaliger Mitbewohner geregelt). Hab das gestern auch nochmal gegooglet und es stimmt wohl.


    Dann war die Abrechnung verspätet und die Nachforderung des Vermieters verfristet.


    Wie ist denn der Abrechnungszeitraum und wann kam die aktuelle Abrechnung?


    Zitat

    An dem Zähler hängt nämlich nur eine Toilette und ich weiß nicht ob man für eine Toilette wirklich 35.000 Liter pro Jahr benötigt...


    Nur? Wasserverbrauch für die Toilettenspülung kommt gleich nach dem Verbrauch für duschen/baden.
    Pi x Fensterkreuz verbraucht eine Person etwa 40 Liter am Tag für die Klospülung. Mach hochgerechnet aufs Jahr und 2 Personen 29.200 Liter. Wenn dann die Spülung evtl. noch undicht ist oder eine Person ungewöhnlich oft aus Klo muß ...

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    Gruß anitari

  • Hallo anitari,


    Ich hab das mal runtergerechnet, macht so 12 Spülungen pro Tag. Könnte also durchaus hinkommen - auch wenn wir im allgemeinen nur morgens und abends zu hause sind (aber jedoch zu dritt). Doch gar nicht so billig wie ich immer dachte, pro Spülung ca. 3ct :D.


    Aber das mit der Verfristung ist glaube der eigentliche Punkt. Die Abrechnung kam am 3.2.2017 und gilt vom 1.1.2016 - 31.12.2016. Der Zählerstand wurde aber die letzten 2 Jahre nicht abgelesen, sodass vermutlich der Zählerstand vom 1.1.2014 zu Grunde liegt. Wie gesagt, wir haben den Zähler vergessen, aber hätte die Vermieterin nicht mehr unternehmen müssen? Oder die Hausverwaltung?
    Oder in Kurz, denkt ihr, dass ein guter Grund vorliegt die Rechnung nicht zu bezahlen, oder wäre das eher etwas dreist?

  • Zitat

    Aber das mit der Verfristung ist glaube der eigentliche Punkt. Die Abrechnung kam am 3.2.2017 und gilt vom 1.1.2016 - 31.12.2016.


    Da ist nix verfristet.


    Das der Verbrauch aus vorherigen Jahren ist spielt keine Rolle.


    Zitat

    Oder in Kurz, denkt ihr, dass ein guter Grund vorliegt die Rechnung nicht zu bezahlen, oder wäre das eher etwas dreist?


    Aus meiner Sicht nein.

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
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    Gruß anitari

  • Okay, danke für die Antworten, das dachte ich mir schon fast. Hat vielleicht jemand noch eine andere Sicht der Dinge?


    Hallo,


    ich habe noch eine Sicht:


    Ihr schafft es jahrelang nicht eure Wasserzähler richtig abzulesen, obwohl die Vermieterin euch darauf hingewiesen hat, dass ein Zähler fehlt. Jetzt wird er mit Verspätung abgerechnet und das einzige was euch einfällt, ist zu prüfen, ob ihr nicht den Vermieter für euch zahlen lassen könnt, weil er nicht mit genug Nachdruck auf den fehlenden Zähler hingeweisen hat.


    Mein Tipp: macht hier ein richtiges Fass auf und verweigert dem Vermieter die Bezahlung. Selsbt wenn er euch nicht verklagt, so hättet ihr es auf jeden Fall geschafft, dass ein weiterer Vermieter nie wieder an eine WG vermieten wird.


    Gruß
    H H

  • Danke auch für diesen Kommentar. Ich habe durchaus meine Gründe nicht mehr ganz nett zu der vermietenden Person zu sein. So wurde die letzte Mieterhöhung mit dem Hinweis durchgedrückt, dass sich schon jemand findet der den Preis zahlt. Auch so verhält sich die vermietende Person nicht wirklich fair gegenüber uns und nützt aus, dass wir, die wir nicht für ewig in dieser Wohnung wohnen werden, eben nicht Mitglied bei einem Mieterschutzbund oder ähnliches sind (und deshalb nicht immer genau wissen was man darf und was nicht).
    Deshalb will ich in diesem Fall eben sicher gehen, dass wir zu 100% zahlen muss. Natürlich haben wir es verpasst den Zähler richtig abzulesen, aber ich bin mir nicht einmal sicher ob das unsere Aufgabe ist - weiß das zufällig jemand?


    Grüße
    monophonique

  • monophonique,
    könntest Duuns die Ausdrücke verschütt, verbaselt, fehlend-und -dann-doch-wieder-da mal näher erklären?

  • Sorry, verschütt gegangen meint hier folgendes: Der Zähler war bekannt bis dann ein Mieter ausgezogen ist (2014), dieser hat das davor gemacht. Außerdem war ich auch zeitweiße nicht da, sodass jemand der erst wenige Monate in der Wohnung wohnte die Zähler ablesen musste. Ein Jahr später war ich dann wieder nicht da und es wurde einfach auf die Email aus dem Vorjahr geantwortet - wieder mit nur 2 Zählern. Dieses Jahr haben wir den Zähler dann wieder gefunden (weil wir etwas reparieren musste), dachten aber erst einmal, dass der Zähler nicht wichtig wäre und nur zur Kontrolle da ist (von den Leuten die in den zwei Jahren davor den Zähler abgelesen haben war niemand mehr da). Als dann aber die vermietende Person mal in einem Nebensatz irgendwas von einem Zähler gesagt hat haben wir gesagt, dass wir den wohl wiedergefunden haben.
    Ich habe dann die E-mails die ich oben erwähnt habe herausgesucht, da wurde im ersten Jahr darauf hingewiesen, dass wohl ein Zähler fehlt - nichts weiter. Eine Nebenkostenabrechnung der Hausverwaltung der letzten beiden Jahre liegt mir auch noch nicht vor, mir wurde nur gesagt, dass unsere Vorrauszahlung wohl knapp ausgereicht hätte.


    verbaselt meint hier, dass wir eben zweimal den richtigen Zähler nicht gefunden haben. Aber ich habe ja hier oben nochmal alles erklärt. Ich hoffe es wird jetzt deutlich.


    Grüße,
    monophonique

  • Wenn Ihr das Geld nicht dem Vermieter bezahlen wollt, dann stellt Euch einfach vor, dass ihr es Euren Nachbarn im Haus zurückbezahlt. Denn diese haben in den vorangegangenen Jahren vermutlich mehr bezahlt, als sie tatsächlich verbraucht haben und dieses Jahr zahlen sie dann dafür weniger

  • Das ist ein Punkt den ich sehr spannend finde. Beim örtlichen Kubikmeterpreis mit Abwasser und so weiter entspricht die Fehlmenge gut 160€ pro Jahr. Es gibt einen Hauptwasserzähler und mit den örtlichen Wasserzählern in den Wohnungen wird der Verbrauch auf die Wohnungen umgelegt. Jetzt hätte ich gedacht, dass wenn, wie es jetzt der Fall war, das ganze nicht aufgeht die Fehlsumme auf alle umgelegt wird, ich also 1/8 der 160€ jedes Jahr schon gezahlt habe. Dieses Jahr allerdings müssten 2*36 m^3 zu viel auf den örtlichen Wasseruhren sein, da dieses Jahr unser Wasserverbrauch für die letzten zwei Jahre anfällt(auf unserer Uhr -- nicht auf der Hauptuhr). Wir müssen jetzt diese 2*160€ = 320 € zahlen -- der Wasserverbrauch ist aber dieses Jahr real kleiner, wie das von der Hausverwaltung gehandhabt wird ist mir schleierhaft.


    Lieber J.R.Ewing, natürlich kann ich das so sehen und es ist ein guter Tipp um das Geld besser zu "veschmerzen". Allerdings würden meine Nachbarn das Geld ja so oder so bekommen, nur halt vom VM statt mir ;)