Pflicht die Heizung nach 30 Jahren zu ersetzen

  • Hallo,
    Wir wohnen in einem Haus zur Miete. Die Heizung ist knapp 33 Jahre alt. Der Vermieter erzählte uns, dass er einen hohen 5 stelligen Betrag in die Elektronik der Heizung investiert hatte und es somit keiner Erneuerung bedarf.
    Wir haben beim Kaminkehrer nachgefragt. dieser schrieb den Vermieter an und dieser bekam eine Auflage zur Erneuerung der Heizung.


    Gestern bekamen wir ein Einschreiben unseres Vermieters, der anscheinend persönlich betroffen war und uns den Hinweis hab, wir mögen doch bitte kündigen, falls wir mit der Wohnsituation nicht zufrieden wären. Es folgte ein Anhang, dass er so großzügig war und nun so etwas etc.


    Meine Frage: Hätte der Vermietert auch ohne unser Nachfragen an den Kaminkehrer die Auflage zur Erneuerung bekommen?


    Ich danke im Voraus.


    Marie K.

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  • Meine Frage: Hätte der Vermietert auch ohne unser Nachfragen an den Kaminkehrer die Auflage zur Erneuerung bekommen?


    Er hätte "keine Auflage bekommen", er ist ohnehin gesetzlich (EnEV 2014) dazu verpflichtet, die alte Heizung auszutauschen, wenn sie 30 Jahre alt ist, es sich um eine Heizung mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen handelt und um keinen Niedertemperatur- oder Brennwertkessel.


    Anscheinend ist es der Fall, sonst hätte der Schornsteinfeger ja nichts weiter unternommen. Aber "wo kein Kläger, da kein Richter" und darauf hatte der Vermieter wohl gehofft. Eine neue Heizung kostet einiges an Geld, wobei er sich vermutlich ohnehin einen Teil über eine Mieterhöhung wieder holen wird.


    Den Hinweis mit der Kündigung würde ich gut aufbewahren und nichts weiter dazu sagen. Wenn man einen hohen 5-stelligen Betrag in eine Heizung investiert, die man nur noch wenige Jahre betreiben darf, ist man selbst schuld. Die EnEVs sind ja nicht erst seit gestern bekannt, sondern waren schon über Jahre abzusehen.

  • Hallo MarieK,


    unabhaengig davon, ob der Vermieter nach der EnEV nun tauschen muss oder nicht, ins Rollen gebracht habt Ihr den Stein. So eine neue Heizung kostet mit Kaminumbau und sonstigen Spielereien je nach Groesse des Hauses EUR 10.000,- aufwaerts. Dass der Vermieter nicht erfreut ist, dass er das investieren muss, weil Ihr ihm den Kaminkehrer auf den Hals gehetzt habt, sollte glaub ich jeder verstehen.


    Ganz nebenbei duerft Ihr Euch auch schon auf eine Mieterhoehung freuen. Bei Modernisierungen, die eine Ernergieeinsparung bedeuten, darf der Vermieter naemlich 11% der reinen Modernisierungskosten jaehrlich auf die Miete umlegen. Wohnt Ihr nun beispielsweise in einem Einfamilienhaus und die Modernisierung der Heizung kostet EUR 10.000,-, heisst das fuer Euch EUR 91,67 mehr monatliche Miete. Bei Mehrfamilienhaeusern wird das natuerlich unter den Mietern aufgeteilt, kostet aber halt auch mehr.


    Ob Ihr das durch die Energieeinsparung wieder hereinwirtschaften koennt, ist fraglich, meistens leider nicht.


    cu
    Guenni

  • Ganz nebenbei duerft Ihr Euch auch schon auf eine Mieterhoehung freuen. Bei Modernisierungen, die eine Ernergieeinsparung bedeuten, darf der Vermieter naemlich 11% der reinen Modernisierungskosten jaehrlich auf die Miete umlegen. Wohnt Ihr nun beispielsweise in einem Einfamilienhaus und die Modernisierung der Heizung kostet EUR 10.000,-, heisst das fuer Euch EUR 91,67 mehr monatliche Miete. Bei Mehrfamilienhaeusern wird das natuerlich unter den Mietern aufgeteilt, kostet aber halt auch mehr.


    Wenn nicht gerade das ganze System umgestellt wird, Gasanschluss hergestellt wird, usw. kostet das keine 10 000 € Modernisierungsanteil. Die Instandhaltung ist ja abzuziehen. Aber grundsätzlich hast du natürlich schon recht mit der Mieterhöhung.


    Aus eigener Erfahrung spart man bei Umstellung von einem Konstanttemperaturkessel, der 33 Jahre alt ist, auf eine moderne Brennwertheizung aber schon sehr viel Brennstoff ein, da kann sich das sogar wirklich rechnen.

  • Der Vermieter erzählte uns, dass er einen hohen 5 stelligen Betrag in die Elektronik der Heizung investiert hatte und es somit keiner Erneuerung bedarf.


    Hallo Marie,
    lasst Euch nicht verar***en! Zentralheizungssteuerungen kosten i.d.R. dreistellige Eurobeträge. Bei fünfstellig hat er wohl vergessen, die Währung zu benennnen. Den Schorni interessiert nicht die Regelelektronik, sondern die Abgaswerte und das Alter des Kessels.

  • Den Schorni interessiert nicht die Regelelektronik, sondern die Abgaswerte und das Alter des Kessels.


    Das stimmt nicht. Eine außentemperaturgesteuerte Heizung muss nicht erneuert werden, auch wenn sie weit älter, als 30 Jahre ist.


    Gruß
    H H

  • Wo kann man das nachlesen?


    Hast du dein Google abgeschaltet?


    In der EnEV 2014. Dort stehen die Bedingungenunter denen Heizungen getauscht werden müssen. U.a. älter und 30 Jahre und Konstanttemperaturkessel.


    Gruß
    H H

  • Hast du dein Google abgeschaltet?


    In der EnEV 2014. Dort stehen die Bedingungenunter denen Heizungen getauscht werden müssen. U.a. älter und 30 Jahre und Konstanttemperaturkessel.


    Aber was hat das mit einer Aussentemperatursteuerung zu tun?

  • Aber was hat das mit einer Aussentemperatursteuerung zu tun?


    Hallo Berny,


    ein Konstanttemperarurkessel heizt immerwährend das Wasser auf eine voreingestellte Temperatur, ganz egal ob nötig oder nicht, ein Aussentemperaturfühler, erkennt, bzw. kann man einstellen, dass dieser z. B. bei einer Temp. von 15 Grad Celsius Aussentemperatur die Heizleistung reduziert und oder abschaltet.


    Gruß
    BHSHuber

    Antworten und Beiträge basieren auf persönliche Erfahrungen und auschließlich meiner Meinung und sind keinesfalls als Aufforderung zu einer Handlung oder Rechts- oder Steuerberatung aufzufassen! Somit besteht keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit der abgegebenen Kommentare!

  • Wären Etagenheizungen (Gas-Kombitherme) dann nach 30 Jahren auszutauschen (Raumfühler)?


    Gute Frage. In meiner Mietwohnung ist eine solche (Junkers), ~30 Jahre alt (wie mein PKW, fällt mir da gerade ein:)).
    Der Kd-Techniker sagte mir zuletzt bei der jährlichen Inspektion, dass die Thermen so allmählich ausgetauscht werden müssen bzw. sollen. Ob es da gesetzliche Vorschriften diesbzgl. gibt, weiss ich jedoch nicht.

  • Hallo MarieK,


    unabhaengig davon, ob der Vermieter nach der EnEV nun tauschen muss oder nicht, ins Rollen gebracht habt Ihr den Stein.


    Der wäre aber auch von ganz alleine losgerollt. Wenn der Schorni die Auflage macht, die Anlage zu tauschen, scheint er für die Anlage zuständig zu sein. Und dann wäre er in absehbarer Zeit sowieso zur Feuerstättenschau gekommen und hätte die Anlage entsprechend moniert.

    If your going through hell, keep going ! - Winston C.

  • Noch was zu Gasetagenheizungen:........ dass zum 1.5.2014 eine neue Fassung der Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft getreten ist. Danach müssen auch Gasetagenheizungen den Anforderungen der EnEV entsprechen, denn Gasetagenheizungen sind Zentralheizungen im Sinne der EnEV. § 10 Absatz 1 EnEV verlangt den Austausch der Therme bzw. des Heizkessels ab dem 1.1.2015, wenn der Einbau vor 1.1.1985 lag, es sich um keinen Niedertemperatur-Heizkessel oder Brennwertkessel handelt und die Leistung zwischen vier und 400 KW liegt (bei Gasetagenheizungen liegt sie in der Regel zwischen 7 und 28 KW). Für jüngere Heizungen gewährt die Verordnung einen Bestandsschutz von dreißig Jahren.