Eigentümerwechsel alter/neuer Mietvertrag und Klauseln

  • Hallo,


    wir sind Mieter und nachdem unser Vermieter die Wohnung nun verkauft hat und sich bald der neue Vermieter mit uns in Verbindung setzt habe ich wenn er mit dem Mietvertrag kommt ein paar Fragen an Euch.


    1. Muss der Mietvertrag genau so bleiben wie der jetzige und nur der Name des Vermieters wird ausgetauscht? (Mir wäre es recht wenn das exakt der gleiche Mietvertrag ist).


    2. Mein Vermieter fragte mich am Telefon, was ich denn für meinen Stellplatz zahlen würde. Meine Antwort war das der Stellplatz in der Miete mit drin war, ich dort die letzten 3,5 Jahre schon parke. Mein alter Vermieter hat das nicht im Mietvertrag rein geschrieben. Er sagte das gehört dazu. Im alten Mietvertrag steht leider nichts davon drin. Kann hier der neue Vermieter jetzt Geld dafür verlangen?


    3. Mir erweckte sich der Eindruck, dass hier die Miete erhöht werden soll. Wir zahlen aber schon seit Juli 2016 von uns aus aufgrund der hohen Nebenkosten 100 Euro mehr.


    4. Wenn wir mal ausziehen sollten, möchten wir die Wohnung nicht erst renovieren (heißt streichen etc.). Sondern besenrein und sauber verlassen. Ist das automatisch der Fall oder gibt es auch Mietverträge wo ich insbesondere auf was achten muss das nicht erst die Wände alle gestrichen werden müssen etc..


    5. Angeblich will er das Bad neu machen irgendwann und wie läuft sowas ab. Ich meine, bei den Nachbarn sollte das gemacht werden und da hieß es, 7 Tage könne man das Bad nicht nutzen. Sowas geht gar nicht finde ich. Wenn er das vorhat, was darf er hier konkret machen und was nicht.


    Ich hoffe ja das der alte Mietvertrag so bleibt und sich nur der Name ändert. Aber den Eindruck hatte ich nicht, ich glaube der neue Vermieter macht einen komplett neuen Vertrag und ich möchte da gerne vorsichtig sein was ich da unterschreibe.


    Freue mich auf Eure Ratschläge

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  • Hallo,



    Freue mich auf Eure Ratschläge


    Hallo,


    zunächst, Kauf bricht Miete nicht!


    D. h. der Käufer tritt mit allen Rechten und Pflichten in den bestehenden Mietvertrag ein, daran hat er sich zu halten, der Mieter muss keinerlei Änderung oder neue Vereinbarungen oder gar neuen Mietvertrag akzeptieren.


    Hier würde ich gar nichts unterschreiben und einen neuen Vertrag oder wesentliche Änderungen der Vereinbarungen ablehnen.


    Gruß
    BHShuber

    Antworten und Beiträge basieren auf persönliche Erfahrungen und auschließlich meiner Meinung und sind keinesfalls als Aufforderung zu einer Handlung oder Rechts- oder Steuerberatung aufzufassen! Somit besteht keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit der abgegebenen Kommentare!

  • Zitat

    wenn er mit dem Mietvertrag kommt ...


    ... nicht unterschreiben.


    Denn der neue Eigentümer tritt mit allen Rechten und Pflichten in den bestehenden Vertrag ein. Für Euch ändert sich lediglich Name und Bankverbindung des Vermieters.


    Ist die Nutzung des Stellplatzes nicht vertraglich zugesichert kann der neue Eigentümer sie untersagen oder verlangen das Ihr dafür zahlt.


    3. hat sich erledigt wenn Ihr keinen neuen Vertrag unterschreibt. Die Miete gem. den gesetzlichen Bestimmungen kann auch so erhöht werden.


    Zu. 4.: Was steht dazu im Vertrag?


    Zu 5.: Bauliche Maßnahmen in der Wohnung muß der Vermieter rechtzeitig ankündigen. Ist dadurch die Tauglichkeit der Mietsache mehr als unerheblich eingeschränkt kann die Miete gemindert werden.

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
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    "Sie hören von meinem Anwalt" ist die erwachsene Version von "Das sag ich meiner Mama":p

    Gruß anitari

  • Zu 1: Kauf bricht Miete nicht wie BHShuber schon schrieb. Am MV wird nichts geändert, nur dass der Erwerber des Hauses nun euer Vermieter ist.


    Zu 2: Hier hast du ein Nachweisproblem. Da du wahrscheinlich nicht nachweisen kannst, dass der alte Vermieter den Stellplatz mitvermietet hat und es im Mietrecht kein Gewohnheitsrecht gibt, könnten weitere Mietkosten auf dich zukommen.


    zu 3: Anpassungen der Nebenkostenvorauszahlungen sind keine Mieterhöhung.


    Zu 4: Kommt auf deinen jetzigenMietvertrag an, denn Kauf bricht Miete nicht.

  • vielen Dank für die hilfreichen Antworten die mich sehr beruhigen :) Der neue Vermieter sagte mir er brauch unbedingt einen neuen Mietvertrag zur Vorlage beim Finanzamt.


    Was den Stellplatz angeht, so war das mündlich mit dem alten Vermieter bzw. Makler vereinbart. Der alte Vermieter würde mir das bestimmt auch per Mail bestätigen. Ich habe als Nachweis bei den Nebenkosten die Abrechnung, dass ich mich anteilig an den Stromkosten der Stellplätze beteilige (da Tiefgaragenstellplatz).

  • vielen Dank für die hilfreichen Antworten die mich sehr beruhigen :) Der neue Vermieter sagte mir er brauch unbedingt einen neuen Mietvertrag zur Vorlage beim Finanzamt.


    Lasst Euch kein X für ein U vormachen!

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
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    Gruß anitari

  • ich verstehe den Sinn dessen nicht, warum der neue Vermieter einen neuen Vertrag will unter dem Vorwand er muss das fürs Finanzamt haben. Denn er hat schon mehrere Wohnungen. Angeblich dürfen wir da wohnen bleiben. Aber angesichts dessen zweifel ich. Ich habe gerade nochmal nachgeschaut, bei den Nebenkostenabrechnungen ist immer der Strom für den Tiefgaragenstellplatz und die Reparaturen anteilig in Rechnung gebracht worden. Das muss ja eigentlich als Nachweis reichen hoffe ich.

  • ich verstehe den Sinn dessen nicht, warum der neue Vermieter einen neuen Vertrag will unter dem Vorwand er muss das fürs Finanzamt haben.


    Ich verstehe den Sinn schon.:cool:


    Neuer Vertrag - neue Miete. Das wäre keine Mieterhöhung im Sinne des Gesetzes.


    Neuer Vertrag - neue Klauseln z. B. bezüglich Schönheitsreparaturen, weil die im bestehenden Vertrag evtl. zu seinen Ungunsten ist.


    Vielleicht erhofft sich der neue VM aber auch die für ihn geltende Kündigungsfrist mit einem neuen Vertrag wieder auf 3 Monate zu setzen, falls Ihr schon länger als 5 oder sogar 8 Jahre da wohnt.


    Da hat er sich aber gründlich geschnitten. Denn die Kündigungsfrist für Vermieter richtet sich nach der Wohn-, nicht der Vertragsdauer.

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
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    Gruß anitari

  • Danke euch allen für die wertvollen Tipps und meine Unwissenheit ist jetzt befriedigt. Mit den Reparaturen, da ärger ich mich gerade sehr drüber

  • Ich kenne es so, dass das FA keine Mietverträge sehen will, lediglich der Steuerprüfer, falls mal einer kommen sollte. Falls jemand einen neuen MV abschliessen will, wird es dies i.d.R. nicht ohne Hintergedanken machen.
    Ich würde mal recherchieren, wv. der frühere VM bisher für Reparaturen an der Garage in Rechnung gestellt hatte (falls sich der Aufwand lohnt).