Der Vermieter will die Ehepartnerin nicht mit in den Mietvertrag

  • Hallo zusammen,


    es geht um meine Freunde, ein Ehepaar. Die sind Ausländer mit unbefristeter Aufenthaltsgenehmigung. Er ist 70 Jahre alt und sie ist 65, beide pflegebedürftig: er Pflegegrad 2, sie Pflegegrad 3. Die wohnen in einer öffentlich geförderten Wohnung. Der Mann will bald für immer zurück in die Heimat, weil er die Sprache nicht beherrscht, was er sehr schmerzhaft empfindet, und ganz generell das Gefühl hat, dass er trotz 10 Jahren in Deutschland nicht hierher gehört und von anderen nicht ernst genommen wird. Dadurch hat er ganz viel Stress... auch weil er ohne Dolmetscher nicht mal zum Arzt kann... Außerdem will er neben seinen Eltern beerdigt werden. Er ist der Hauptmieter der Wohnung. Damit seine Frau nach seinem Rückkehr in die Heimat nicht raus muss (den Grund hat er dem Vermieter natürlich nicht genannt), hat er den Vermieter um die Aufnahme seiner Frau in den Mietvertrag gebeten. Der Vermieter hat aber die Bitte verweigert. Außerdem hat er gesagt, dass mit Beendigung des Mietverhältnises mit dem Mann, müsste die Frau raus.
    Könnte man etwas unternehmen, damit die Frau garantiert in der Wohnung bleibt?
    Ich habe mir überlegt... vielleicht als Nachmieterin... aber es ist ja so, dass bei der derzeitigen Lage auf dem Wohnungsmarkt, würde der Vermieter die Wohnung jemanden vergeben, der schon lange auf der Warteschleife ist, zumal die Wohnung in einer perfekten Lage liegt und auch ansonsten ganz gut ist. Außerdem bezieht sie Sozialhilfeleistungen und der Vermieter würde die Wohnung eher jemandem geben, der arbeitet und ein geringes Einkommen hat.
    Zudem ist es eine 2,5-Zimmerwohnung (65 qm). Es ist aber geplant, dass ihr Sohn nach seinem Auslandsaufenthalt zuziehen würde, sogar noch bevor der Mann ausziehen würde. Der Sohn wäre aber auch arbeitslos zu dem Zeitpunkt, da erst mit seinem Auslandsstudium (Master) fertig wäre.


    Danke im Voraus

    Einmal editiert, zuletzt von Marned ()

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  • Wenn der Vermieter nicht will - keine Chance.

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
    ____________________________________________________________________________
    "Sie hören von meinem Anwalt" ist die erwachsene Version von "Das sag ich meiner Mama":p

    Gruß anitari

  • Hallo zusammen,


    es geht um meine Freunde, ein Ehepaar. Die sind Ausländer mit unbefristeter Aufenthaltsgenehmigung. Er ist 70 Jahre alt und sie ist 65, beide pflegebedürftig: er Pflegegrad 2, sie Pflegegrad 3. Die wohnen in einer öffentlich geförderten Wohnung. Der Mann will bald für immer zurück in die Heimat, weil er die Sprache nicht beherrscht, was er sehr schmerzhaft empfindet, und ganz generell das Gefühl hat, dass er trotz 10 Jahren in Deutschland nicht hierher gehört und von anderen nicht ernst genommen wird. Dadurch hat er ganz viel Stress... auch weil er ohne Dolmetscher nicht mal zum Arzt kann... Außerdem will er neben seinen Eltern beerdigt werden. Er ist der Hauptmieter der Wohnung. Damit seine Frau nach seinem Rückkehr in die Heimat nicht raus muss (den Grund hat er dem Vermieter natürlich nicht genannt), hat er den Vermieter um die Aufnahme seiner Frau in den Mietvertrag gebeten. Der Vermieter hat aber die Bitte verweigert. Außerdem hat er gesagt, dass mit Beendigung des Mietverhältnises mit dem Mann, müsste die Frau raus.
    Könnte man etwas unternehmen, damit die Frau garantiert in der Wohnung bleibt?
    Ich habe mir überlegt... vielleicht als Nachmieterin... aber es ist ja so, dass bei der derzeitigen Lage auf dem Wohnungsmarkt, würde der Vermieter die Wohnung jemanden vergeben, der schon lange auf der Warteschleife ist, zumal die Wohnung in einer perfekten Lage liegt und auch ansonsten ganz gut ist. Außerdem bezieht sie Sozialhilfeleistungen und der Vermieter würde die Wohnung eher jemandem geben, der arbeitet und ein geringes Einkommen hat.
    Zudem ist es eine 2,5-Zimmerwohnung (65 qm). Es ist aber geplant, dass ihr Sohn nach seinem Auslandsaufenthalt zuziehen würde, sogar noch bevor der Mann ausziehen würde. Der Sohn wäre aber auch arbeitslos zu dem Zeitpunkt, da erst mit seinem Auslandsstudium (Master) fertig wäre.


    Danke im Voraus


    Hallo,


    Ehegatten und minderjährige Kinder gehörten zum sog. privilegierten Personenkreis deren Zuzug in die Ehegattenwohnung keinerlei Erlaubnis durch den Vermieter bedarf, das Problem für den Vermieter stellt sich dann dar, wenn der jetztige Hauptmieter die Wohnung verlässt und wieder ins Ausland geht, denn dann wären sich die Ehegatten einig und nach § 1568a BGB müsste der Vermieter mit dem verbleibenden Ehegatten, das Mietverhältnis fortführen, wenn dem nicht wichtige Gründe entgegen stehen.


    Beim Sohn ist das schon schwieriger, denn sollte diese bereits volljährig sein wäre dass einer Gebrauchsüberlassung gleichzusetzen, so sollte der Sohn erst zuziehen, wenn das Mietverhältnis mit der Mutter fortgeführt wird.


    Voraussetzung ist dass es sich in Deutschland anerkannte Ehe handelt ansonsten würde nämlich der Mann den Gebrauch der Mietsache nachdem er die Sachherrschaft hierüber mit Wegzug ins Ausland aufgegeben hat, einer vertragsfremden dritten Person überlassen, was zu einer Räumung der Mietsache führen wird, die Kosten hierfür sind nicht abschätzbar, gleiches gilt für den Sohn, sollte dieser bereits volljährig sein.


    Hier rate ich ernsthaft einen Juristen aufzusuchen!


    Gruß
    BHShuber

    Antworten und Beiträge basieren auf persönliche Erfahrungen und auschließlich meiner Meinung und sind keinesfalls als Aufforderung zu einer Handlung oder Rechts- oder Steuerberatung aufzufassen! Somit besteht keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit der abgegebenen Kommentare!


  • ... und zwar einen auf Mietrecht spezialisierten, evtl. auch Ausländerrecht.