Abmahnung

  • Hallo zusammen,


    ich brauche dringend Rat und hoffe, jemand von euch kann mir weiterhelfen. Es ist so, dass ich eine Abmahnung durch meine Vermieter erhalten habe. Aus meiner Sicht völlig grundlos. Darum habe ich Widerspruch eingelegt und darum gebeten, dass die Abmahnung zurück genommen wird. Dies ist bisher nicht geschehen.


    Zur Vorgeschichte: Ich wohne seit April 2015 in dieser Wohnung. Meine Mietzahlungen wurden immer pünktlich ausgeführt. Es gibt keinen Aussetzer. Mit der Vermieterin habe ich mich vorher immer gut verstanden. Sie hat oft angerufen und sich nach diesem oder jenem erkundigt. Stress hatte ich mit neuen Nachbarn, die ihren Kampfhund frei laufen ließen. Die Situation wurde nach einigen unschönen Szenen durch die Vermieterin beendet. Allerdings musste es erst dazu kommen, dass der Hund mich angegriffen hat und ich mich in mein Auto retten musste. Der Hund hat mein Auto beschädigt. Dadurch kam raus, dass der Hund nicht angemeldet und nicht versichert ist. Naja, letztendlich mussten die Leute ausziehen, weil die keine Miete bezahlt haben.


    Jetzt wieder zur aktuellen Abmahnung: Grund für die Abmahnung war, dass meine Scheiben von innen beschlagen waren und ein Schimmelfleck im Badezimmer. Die Scheiben waren tatsächlich kurzfristig im Winter beschlagen. Unsere Heizung fällt regelmäßig aus und alle zwei Wochen muss Wasser aufgefüllt werden. Es ist unklar, wo das Leck ist. Der Schimmelfleck im Badezimmer wurde schon im Jahr 2015 von mir gemeldet. Leider nur mündliche, wie gesagt, das Verhältnis war mal gut. Die Vermieterin hat auch nach mehrmaliger (leider mündlicher) Erinnerung durch mich nicht reagiert. In der Abmahnung hieß es, ich hätte Kontakt zu einer Firma Müller diesbezüglich aufnehmen sollen. Keine Kontaktdaten. Dann googelt mal den Namen Müller, ist ja eher ein Sammelbegriff.


    Ich sehe nicht den geringsten Grund für eine Abmahnung. Nach meinem Rechtsempfinden hätte ich einen Grund diese Frau abzumahnen. Sie sorgt nicht dafür, dass die Heizung durchgehend läuft. Im Winter musste ich mehrfach bei meinem Ex übernachten, weil keine Heizung zur Verfügung stand. Und meine Schuld an der Badezimmer-Geschichte sehe ich auch nicht. Wenn ich selbst Kontakt zu Handwerkern aufnehmen soll, brauche ich zumindest Kontaktdaten.


    Diese Abmahnung ist gekoppelt mit einer Kündigungsandrohung. Deshalb glaube ich, dass ich auf Rücknahme der Abmahnung bestehen muss. Oder reicht mein Widerspruch? Übrigens kam die Abmahnung für mich völlig aus heiterem Himmel, ich bin allen Wolken gefallen. Jetzt besteht kein Kontakt mehr zu der Vermieterin. Anliegen werden schriftlich übermittelt.


    Mein Verdacht ist folgender: Dieses Haus kann nicht verkauft werden. Die Gründe habe ich nur über dritte übermittelt bekommen, darum gebe ich sie hier nicht an. Meine Vermieterin ist (noch) nicht Eigentümerin, sondern Betreuerin ihres Gatten. Meine Wohnung wurde früher durch meine Vermieterin bewohnt. Ihr Mann ist sehr alt und Eigentümer eines weiteren Hauses. In diesem wohnen die beiden. Dieses zweite Haus kann verkauft werden. Wenn der Gatte stirbt, wird meine Vermieterin alles erben. Ich gehe davon aus, dass meine Vermieterin das zweite Haus verkaufen will um danach meine Wohnung zu beziehen. Wie gesagt, war mal ihre. Eine Kündigung wegen Eigenbedarf ist natürlich möglich, aber ich würde mich dagegen wehren. Wenn diese Person also Gründe erfindet und mich durch Lügenmärchen loswird, würde sie sich einen Rechtsstreit sparen.


    Ich hoffe, das war verständlich. Habt ihr eine Idee, was ich machen kann? Und wirklich nochmal: Ich zahle immer pünktlich, ich bin mir keiner Schuld bewusst.

    Einmal editiert, zuletzt von gwen ()

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  • Hallo,


    einer Abmahnung musst Du grundsätzlich gar nicht widersprechen. Hieraus entstehen für dich keine Konsequenzen. Kommt es hierdurch zu einer Kündigung, muss ein Richter entscheiden, ob diese rechtmäßig ist, oder auch nicht.
    Drohen kann der Vermieter viel.


    Gibt es Heizungsausfälle, Schimmel, etc. bist Du verpflichtet, diesen Mangel schriftlich zu melden und hier eine Beseitigung zu fordern.


    Zitat

    Eine Kündigung wegen Eigenbedarf ist natürlich möglich, aber ich würde mich dagegen wehren.


    Wenn ein rechtmäßiger Anspruch auf Eigennutzung besteht, kannst Du dich wehren, wie Du willst. Es ist ja das (künftige) Eigentum des Vermieters.


    Ansonsten gilt das gleiche, wie oben: Im Zweifel wird ein Richter über die Rechtmäßigkeit entscheiden.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Hallo gwen,
    ich würde den Spiess umdrehen: Dem VM per Einwurfeinschreiben die Mängel schildern, auch seit wann sie ihm bereits bekannt sind, und ihn auffordern, diese zeitnah nachhaltig zu beheben um Mietminderungen bzw. Schadenersatzforderungen zu vermeiden. Auch auf § 535 BGB Bezug nehmen.
    Halte uns bitte weiterhin informiert.

  • Hallo zusammen, danke für die Antworten.


    Hier treibt es im Moment merkwürdige Blüten. Ich wohne seit über zwei Jahren hier und verstehe weiterhin nicht, warum die Vermieterin abdreht. So wurde der Gemeinschaftsgarten stets von einem Gärtner gemäht. Dies wird auch weiterhin gemacht. Nur der Durchgang zu meinem Gartenhaus wird links liegen gelassen. Das Gras ist mittlerweile fast meterhoch und überwuchert mir den Durchgang. Ich muss da allerdings mit meinem Fahrrad durch. Bei Einzug wurde mir versichert, dass der gesamte Gemeinschaftsbereich nicht in meine Verantwortung fällt. Nur mein kleines Beet soll ich sauber halten. Das mache ich auch.


    Jetzt sagt die Vermieterin, dass ich da zu mähen habe, da es sich um meine Zuwegung zu meinem Gartenhaus und zu meinem Fahrrad handelt. Eine der Bedingungen bei Einzug war, dass ich nicht für den Garten zuständig bin. Es gibt auch im Mietvertrag keine Passage, in der ich zur Gartenpflege verpflichtet bin. Außerdem besteht meine Vermieterin darauf, dass ich das Gartenhaus streiche. Auch darüber ist nichts im Mietvertrag zu finden. Dies wurde mir übrigens über eine Nachbarin mitgeteilt und mir wurde kommentarlos eine Farbdose vor die Tür gestellt. Die Farbdose steht da immer noch, ich ignoriere die Farbdose.


    Als ich hier eingezogen bin, habe ich der VM beschrieben, dass ich nach einem Autounfall (mit Rückenverletzung) Sachen wie Rasenmähen und ähnliches nicht erledigen kann. Damals meinte sie, dies seit kein Problem, weil Gartenpflege durch den Gärtner erledigt wird.


    Ich hasse es mittlerweile, dort zu leben. Allerdings sind bezahlbare Wohnungen hier kaum zu finden.


    Demonstrativ werden den Nachbarn sämtliche Sonderwünsche erfüllt. Da werden Zäune gesetzt, Überdachungen werden gebaut. Und ich habe Fenster, die nicht richtig schließen.

  • Ich hasse es mittlerweile, dort zu leben. Allerdings sind bezahlbare Wohnungen hier kaum zu finden.


    Hallo Gwen,
    ich würde mir eine neue Wohnung suchen (ich weiss, leichter gesagt als getan), denn ich befürchte, dass dieser Knatsch wohl kaum ein gutes Ende finden wird.
    Oder, evtl. vorher, suche Dir einen guten(!) Fachanwalt für Mietrecht.

  • Zitat

    Es gibt auch im Mietvertrag keine Passage, in der ich zur Gartenpflege verpflichtet bin.


    Dann muss Du auch keine machen. Soll der Vermieter doch mal seine Rechtsgrundlage für seine Forderung vorzeigen.


    Zitat

    Außerdem besteht meine Vermieterin darauf, dass ich das Gartenhaus streiche.


    Das geht nur, wenn das Haus Teil der Mietsache ist, und runtergekommen ist.


    Zitat

    Und ich habe Fenster, die nicht richtig schließen.


    Schriftlich mit Frist bemängeln und eine Ersatzvornahme ankündigen. Reagiert der Vermieter nicht, würde ich eine Firma beauftragen und die Kosten von der Miete abziehen.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Dabei braucht man doch noch nicht mal beschreiben, wie die Erstzvornahme sein wird, richtig?


    Nein, eigentlich nicht

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Hallo allerseits,


    Ersatzvornahme ankuendigen ist ok. Aber durchfuehren wuerde ich die nur mit jemandem an der Seite, der sich mit dem Thema gut auskennt.


    Man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass fehlende Mietzahlungen unter Umstaenden eine (fristlose) Kuendigung nach sich ziehen. Und wenn man bei der Ersatzvornahme einen Fehler macht und ein Richter die deswegen als nicht rechtens beurteilt...


    cu
    Guenni

  • Guten Morgen allerseits,


    das mit der neuen Wohnung suchen ist wahrscheinlich das beste. Zumal ich mich hier total unwohl fühle. Das Problem ist nur, dass Wohnungen hier sehr rar sind. Außerdem sehr teuer. Für meine Wohnung bezahle ich eine recht geringe Miete. Alle anderen Wohnungen sind mindestens 100 Euro teurer, bei gleicher Größe.


    Nächste Woche möchte ich zum hiesigen Mieterverein. Ich habe allerdings Angst, dass die Schikanen dann noch zunehmen.


    Gibt es eigentlich ein Sonderkündigungsrecht für mich? Ich meine damit, dass hier freiwerdende Wohnungen sofort vermietet werden. Also ist die Einhaltung der Kündigungsfrist für mich nicht möglich. Alle Vermieter im Umkreis wissen, dass sie Wohnungen sofort loswerden, weil eben so eine große Nachfrage ist. Allerdings kann ich nicht zwei Mieten zahlen, wenn ich die Kündigungsfrist einhalten muss.

  • Hallo,


    ein Sonderkündigungsrecht hast du nicht. Vielleicht lässt deine Vermieterin dich ja kurzfristig aus dem Vertrag. Wenn deine Vermutung richtig ist, will sie dich ja sowieso loswerden. Wenn du ihr dann anbietest, dass du eine Wohnung nur dann suchst, wenn du "passend" ausziehen könntest, müsste dies iht sicher lieber sein, als auf 3 Monate zu bestehnen und nicht zu wissen, ob du jemals ausziehst.


    Gruß
    H H

  • Nächste Woche möchte ich zum hiesigen Mieterverein.


    ... wonach Du uns sicherlich berichten wirst. Achtung: Kündigungs frist jedenfalls beachten, eine Kündigung müsste bis zum Monatsdritten beim VM sein.

  • Hallo zusammen,


    der Mieterverein hatte leider keine freien Termine und dazu noch erkrankte Mitarbeiter. Das wurde letzte Woche nichts. Allerdings habe ich neues erfahren. Ich habe telefonisch Kontakt mit den VM aufgenommen und nachgefragt, ob ich die Kündigungsfrist einhalten muss oder ob ich Nachmieter suchen kann. Ich schaue mir nächste Woche zwei Wohnungen an.


    Die VM meinte, dies sei nicht nötig. Es ist bereits seit längerem geplant, dass meine Wohnung nach meinem Auszug saniert wird und dann als Gästewohnung genutzt werden soll. Entweder hat die VM eine Kristallkugel und hat es kommen sehen oder sie hat alles veranlasst, um mich zu zermürben. Ich habe keine schriftliche Bestätigung, dass ich "passend" ausziehen kann. Und ich bin ehrlicherweise stinksauer. Die VM hätten sich mit mir einigen können. Beispielsweise meine Umzugskosten und die Umstellung des Internets zahlen können. Stattdessen wurde ich monatelang gemobbt. Kann mir jemand raten, was ich jetzt tun kann?

  • Die hätteste von mir gerne bekommen, denn ausziehen kannst Du jederzeit...:rolleyes:


    Ganz ehrlich von mir auch, und zwar sofort.
    Die dumme Kuh von Vermieterin hat sich nicht mit dir geeinigt die Umzugskosten und Internet zu bezahlen. Wieso das? Sie hat dir doch zumütigerweise auch ne billige Miete zuteil werden lassen, und dann sowas. Vielleicht auch nur deshalb weil du das Gras zu deiner Hütte nicht gemäht hast. So sind sie halt, die Vermieter, nur Mieter ausnützen.

  • Hallo zusammen,


    die Situation hat sich zugespitzt. Ich war beim Mieterverein. Dieser hat der Frau ein Schreiben geschickt. Demnach sollte die Vermieterin bis Mitte September dafür sorgen, dass die Heizung in Ordnung gebracht wird. Allein innerhalb der letzten Woche musste ich 3mal kalt duschen, weil es kein warmes Wasser gab. Es wurde angekündigt, dass die Miete um 15 % gemindert wird, falls nichts passiert. Außerdem wurde die Vermieterin aufgefordert, evtl. noch in ihrem Besitz befindliche Schlüssel an mich zu übergeben. Hintergrund hierzu war, dass sie einmal in meiner Abwesenheit in meiner Wohnung war und mir eine Nachricht auf dem Küchentisch hinterlassen hat.


    Vor ein paar Wochen habe ich sie gefragt, ob sie mich vor Ablauf der Kündigungsfrist ausziehen lassen würde, wenn ich eine Wohnung finde. Da meinte sie sie, dies sei in Ordnung. Sie würde nach meinem Auszug die Wohnung renovieren und dann eine Gästewohnung daraus machen.


    Heute kam ein Schreiben dieser Frau, dass neue Heizkörper zu teuer seien und deshalb noch warten muss. Außerdem fühlt sie sich von mir gemobbt und will mir fristlos kündigen. Was meint die mit Mobbing? Weil ich nicht kalt duschen mag? Oder dass ich mich mit den Nachbarn darüber empört habe? Sie hat geschrieben, dass sie mit ihrem Mann in meine Wohnung will. Hmmmm? Erst Gästewohnung und jetzt Eigenbedarf?


    Ich bin sehr verunsichert. Kommt die damit durch? Es gibt hier keine bezahlbaren Wohnungen, ich MUSS hierbleiben.

  • 1. Wenn man das Gefühl hat, dass der Vermieter ohne Erlaubnis die Wohnung betritt dann tauscht man den Schließzylinder der Wohnungstür aus. Und wenn man mal auszieht macht man das ganze wieder rückgängig.

    2. Zum Thema Mietminderung sollte man sich in diesem Fall auf den Mieterverein verlassen, denn die dürfen diese Rechtsberatung geben.

    3. Du musst die Vermieter nicht in ihre Wohnung lassen, vor allen Dingen nicht nach diesen Vorfällen.

    4. Kürze die Miete, wenn du wieder kein warmes Wasser zum Duschen hast, so wie es der Mieterverein empfohlen hat.