Eigenbedarfskündigung für Untermieter

  • Hallo,


    ich wohne in einer 3er WG und bin der Hauptmieter. Nun ist es so, dass ich zum Oktober hin mein Studium abschließen werde und ab dann berufstätig bin. Mit einem Untermieter verstehe ich mich seit geraumer Zeit gar nicht mehr und würde diesem gerne kündigen.


    Bei dem Mietverhältnis handelt es sich um ein unmöbliert vermietetes Zimmer, daher hätte ich die Option nach §573a ohne Angabe von Gründen mit einer verlängerten Frist von 6 Monaten kündigen.


    Da ich in kürze berufstätig sein werde, sind die Gepflogenheiten einer Studenten-WG für mich nicht mehr hinnehmbar (vor allem durch den Lärm). Ich werde als wissenschaftlicher Mitarbeiter Arbeiten und somit auch regelmäßig Arbeiten von Studenten korrigieren, wofür ich gerne ein Arbeitszimmer hätte. Würde dieser Grund als berechtigtes Interesse im Sinne einer Eigenbedarfskündigung zählen? Wenn ja, kann ich zur Sicherheit eine Eigenbedarfskündigung mit einer Kündigung nach $573a kombinieren?


    Über Hilfe bin ich dankbar!

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  • Gibt es in der Wohnung noch ein ungenutztes Zimmer welches als Arbeitszimmer nutzbar wäre?


    Wenn nicht denke ich das eine Kündigung wegen Eigenbedarf geht.


    Du solltest Dich aber damit sputen. Geht die Kündigung in Schriftform noch heute deinem Mieter nachweisbar zu, endet der Mietvertrag am 30.09.2017. Vorausgesetzt der Mieter wohnt noch keine 5 Jahre dort.


    Eine Kombination aus Kündigung wegen Eigenbedarf und gem. §573a ist denkbar aus meiner Sicht. Halte ich aber für unklug.


    Es wäre vorstellbar das dann dein Mieter behauptet der Eigenbedarf wäre vorgetäuscht.


    Meiner Meinung nach wärst Du mit einer Kündigung gem. § 573a aber auf der ganz sicheren Seite.


    Ansonsten würde ich nur wegen Eigenbedarf kündigen.

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
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    "Sie hören von meinem Anwalt" ist die erwachsene Version von "Das sag ich meiner Mama":p

    Gruß anitari

  • Eine Kombination aus Kündigung wegen Eigenbedarf und gem. §573a ist denkbar aus meiner Sicht. Halte ich aber für unklug.


    Es wäre vorstellbar das dann dein Mieter behauptet der Eigenbedarf wäre vorgetäuscht.


    Kann aber nach den genannten Streitigkeiten so oder so passieren.


    Wie sieht denn der Markt bei euch im Moment aus? Rechnest du damit, dass dein Mitbewohner Schwierigkeiten haben wird, eine andere Wohnung zu finden? So würde ich abwägen, wie ich kündige. Ich denke, dass Eigenbedarf durchaus geht, sofern es nicht ein leeres Zimmer in der Wohnung gibt, bietet aber dem Mieter eben die Möglichkeit, dem zu widersprechen und das kann dann viel mehr Zeit kosten als die um 3 Monate verlängerte Kündigungsfrist.
    Evtl. ist daher die Kündigung nach §573a BGB, mit dem Hinweis an den Mieter, dass jederzeit ein Aufhebungsvertrag geschlossen werden kann, sodass er nach Auszug keine Miete mehr zahlen muss, die geschicktere, da sicherere Variante.


    Wenn der Markt aber so ist, dass nicht mit Schwierigkeiten zu rechnen ist, ein Zimmer mit vergleichbarer Größe, Miete etc. zu finden, ist vielleicht gar nicht mit großer Gegenwehr zu rechnen, wenn ihr euch eh nicht mehr so versteht.

  • Wir reden nicht mehr viel miteinander. Ein weiteres freies Zimmer ist auch in der Wohnung nicht vorhanden.


    Er ist auch nicht in der Wohnung gemeldet, damit er keine Rundfunkgebühren zahlen muss (wovon ich wg. BaFöG befreit bin). Außerdem hat er vor ein paar Tagen einen Wasserschaden verursacht, weil er die Abflüsse des Balkons nicht gereinigt hat. Er ist der Ansicht, dass 1x pro Jahr die Reinigung des Balkons ausreichend ist. Ich kann mit ihm einfach nicht mehr weiterleben und daher würde ich eine Kündigung mit Eigenbedarf einer Kündigung nach §573a vorziehen.

  • Ich kann mit ihm einfach nicht mehr weiterleben und daher würde ich eine Kündigung mit Eigenbedarf einer Kündigung nach §573a vorziehen.


    Auf jeden Fall würde ich mir wegen der Querelen nichts anmerken lassen.