Befristeter Mievertrag - verschiedene Fragen

  • Hallo liebe Forengemeinde,


    ich möchte euch von meinem aktuellen Mietverhältnis berichten und habe einige Fragen dazu, würde mich freuen wenn ihr mich erleuchten könntet.


    Das Mietverhältnis ist entstanden, weil ich aus meiner alten Wohnung heraus wollte (WG, bin Student. War zu teuer und unmögliche Mitbewohnerin) und näher an die Uni. Ich habe also gekündigt und gesucht. Nach einer Weile ergab sich die aktuelle Wohnung. Bei der Besichtigung meinte der Vermieter, er hätte mit dem Vormieter ziemlich daneben gelangt und würde sich deswegen den neuen Mieter erstmal ein halbes Jahr anschauen, danach, wenn alles i.O., gerne länger. Soweit so nachvollziehbar und ok für mich. Mietvertrag unterschrieben, Schlüsselübergabe. Da fing das Drama an: "Sie sind ja sowieso nach einem halben Jahr wieder raus..." Lange Rede, kurzer Sinn: Er hat mir ins Gesicht gelogen, brauchte nur einen Deppen der für ein halbes Jahr in seine Wohnung geht. Zweite Sache: Mein Vermieter hat sein Homeoffice mit in der Wohnung, d.h. er kann in alle Zimmer außer in meins, wofür ich einen Schlüssel habe. Natürlich macht er das auch regelmäßig: Der latscht hier rein und raus und überall hin wie es ihm grade passt. Vereinbart (leider mündlich) war: Wochentags 8 - 18 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen wäre ich allein. Aber nichts: Er rennt hier um 5:50 oder auch um 23 Uhr rein, knallt wie ein Irrer die Türen zu, lüftet und betätigt Rolläden wie es ihm grade passt und macht mich bei jeder Gelegenheit dumm an er hätte irgendwo ein Stabkörnchen rumliegen sehen, ich solle gefälligst besser putzen. Als ich ihn darauf ansprach meinte er ich würde die Zimmer ja nur "untermieten", es seien ja seine Räume also würde er auch machen was er will. Was darf ein Vermieter in solch einem Fall, was nicht?


    Hierzu würde mich eure Meinung interessieren, aber es kommt noch ein zweiter Teil:


    In letzter Zeit wird immer mehr gemeckert, mir sogar im Büro extra aufgelauert, nur um mich anzumeckern, wenn ich nach Hause komme. Letztens hatte ich Geschirr mal im Stress drei Tage stehen lassen, nur um es dann in einem Müllsack wieder zu finden. Dieses ständige Rumlaufen und Kontrollieren ist zwar extrem nervig, aber an meinen Sachen hat der sich eigentlich nicht zu vergreifen, oder liege ich da falsch? Außerdem: Was soll der ganze Zirkus? Als "normaler" Vermieter, müsste er sich im Voraus schriftlich ankündigen um überhaupt in die Wohnung zu dürfen, hier kann er seine Paranoia halt hemmungslos ausleben, zu meinem Leidwesen. Ich fühle mich unwohl, bin permanent gestresst und schlafe schlecht, bin sowieso selten in der Wohnung ("zu Hause" will ich das nicht nennen).
    Der entscheidende Punkt ist: Ich habe leider 500€ Kaution hinterlegen müssen, für mich viel Geld und ich wette ihm fällt irgendein Quatsch ein um das Geld einzubehalten (Nach einem Jahr erst auszahlen darf er, das weiß ich, keine Ahnung welchen Sinn diese obskure Regelung hat). Neulich hat er was gefaselt von wegen er will ne Putzfrau kommen lassen, wahrscheinlich weil ihm der Boden nicht genug glänzt, die darf er mir nicht einfach davon abziehen oder? Soll er selber zahlen, ist nicht mein Problem wenn er permanent mit Straßenschuhen durch die Zimmer läuft und hinterher meckert es wäre nicht sauber genug.
    Lange Rede kurzer Sinn: Würdet ihr zu einem Mieterbund gehen, dort die Mitgliedschaft für ein halbes Jahr investieren, um notfalls rechtlich abgesichert zu sein?
    Abschließende Info: Der Übergabetermin und der Auszug sind schon vereinbart. Die Übergabe findet vor Ende der eigentlichen Mietzeit statt, so gewünscht von mir, weil ich bereits früher umziehen kann, die Miete wird natürlich trotzdem gezahlt.


    Ich würde mich über Kommentare und Entscheidungshilfen freuen.


    Spot

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  • Ich würde mich über Kommentare und Entscheidungshilfen freuen.


    Hallo Spot,
    ich kann Dir statt einer Mitgliedschaft im MV nur einen Fachanwalt für Mietrecht empfehlen, aber möglichst keinen, der u.U. mit dem Vermieter bekannt sein könnte. (Habe diesbzgl. schon mal Schlimmes erlebt.)

  • Du hast also als Untermieter ein befristetes Mietverhältnis, d.h. der VM darf tatsächlich in die Wohnung wann immer es ihm passt, allerdings nicht in dein Zimmer. Schliesse dein Zimmer ab, notfalls zusätzlich mit einem Steckschloss so dass dem VM der Zutritt nicht möglich ist.
    Lasse künftig das Geschirr nicht 3 Tage stehen, nicht nur weil dies nach Unordnung aussieht, es stinkt auch. Sorge dafür, dass bei Auszug alles in Ordnung ist, keine Schäden etc. so dass ein Abzug von der Kaution nicht notwendig sein wird. Es wird ja eine Übergabe des Zimmers/Wohnung stattfinden, wenn möglich besorge dir einen Zeugen.


    Wenn alle Stricke reissen, hole dir einen Beratungschein für eine anwaltliche Beratung, steht Studenten i.d.R. zu.

  • Lange Rede kurzer Sinn: Würdet ihr zu einem Mieterbund gehen, dort die Mitgliedschaft für ein halbes Jahr investieren, um notfalls rechtlich abgesichert zu sein?


    Spot


    Hallo,


    Mieterbund und rechtliche Absicherung sind zwei Paar Schuhe. Beim Mieterbund wirst du lediglich beraten (leider oft sehr schlecht) und die schreiben mal einen Brief für dich. Wenn es dann zur Sache geht werden die nicht viel für dich tun.


    Da du bereits einen Auszugstermin hast, ist die Sache für dich ohnehin bald vorbei. Um die Kaution wirst du sicher separat kämpfen müssen. Da würde ich aber etwas warten. Wenn dein Vermieter sie nicht zurückbezahlt und auch nicht vernünftig aufrechnet, dann hast du sehr gute Karten, bei einer evtl. Klage.


    Gruß
    H H