Untermieter soll früher ausziehen.

  • Guten Tag,

    ich bin seit 9 Monaten Untermieter bei meinem Mitbewohner in der WG, der Vermieter wusste davon Bescheid und gab sein Einverständnis (Unterschrift auf dem Untermietvertrag) zur Untermiete. Nun ist es so, dass der Hauptmieter (also mein Mitbewohner) Ende November seine Wohnung gekündigt hat und es sollte am 31.1.2018 also in 2 Monaten enden (seine Kündigung habe ich nicht gesehen) und eine schriftliche Kündigung diesbezüglich an mich nie erhalten (nur mündlich), soweit so gut und ich habe eine neue Bleibe zum 1.2.2018 gefunden. Nun ist es so, dass mein Mitbewohner mich vor zwei Wochen darum gebeten hat bereits am 26.1.2018 auszuziehen, als Entschädigung bot er mir einen Mietnachlass von einem Monat (Januar), weil er die Schlüssel an diesem Tag übergeben möchte. Ich versuchte früher auszuziehen, das klappt allerdings nun nicht mehr und ich muss bis zum 31.1.2018 bleiben. Die neuen Mieter wollen bereits am 27.01.2018 einziehen und ich habe sie darum gebeten noch bis zum 31.1.2018 in meinem Zimmer bleiben zu dürfen. Als Antwort erhielt ich, dass sie eine unterschriebene Garantie des Vermieters und meines Mitbewohners/Hauptmieters haben, dass die Wohnung ab 26.1.2018 ihre ist und ich raus muss. Muss ich jetzt die Wohnung verlassen? Wenn nein, kann ich sogar einen Einzug des neuen Mieters am 27.1.2018 verbieten?

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  • Muss ich jetzt die Wohnung verlassen?

    Rechtlich gesehen könnte man hier von einem Aufhebungsvertrag ausgehen der mündlich geschlossen wurde, dafür spricht eben der Mietnachlass. Daher bist du eigentlich dazu verpflichtet die Wohnung entsprechend zu Räumen. Aber zwingen kann dich dazu keiner, da müsste zunächst eine Räumungsklage erfolgen.


    Wenn nein, kann ich sogar einen Einzug des neuen Mieters am 27.1.2018 verbieten?

    Kannst du, da du unmittelbarer Besitzer bist. Daher hast du auch das Hausrecht. Aber da du dich dann entsprechend im Verzug mit deinem Auszug befindest machst du dich Schadensersatzpflichtig. Schäden die dann geltend gemacht werden können, könnten sein; Die Miete der Wohnung weil die nicht bezogen werden kann, Hotelkosten der neuen Mieter, entgangener Gewinn weil die neuen Mieter das Mietverhältnis nicht mehr wahrnehmen, ect.

    Du musst also nicht ausziehen, aber dann können halt teilweise hohe Kosten auf dich zukommen.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Danke für die schnelle Antwort:

    Der Mietnachlass war nur ein Angebot sprich er gibt mir die Miete zurück, die Miete für Januar habe ich bezahlt, und erhalten habe ich bisher nichts. ist das dann trotzdem ein Aufhebungsvertrag und hat dieser nicht auch eine gewisse Frist?

    Bin ich nicht erst im Verzug, wenn ich wie ursprünglich besprochen nach dem 31.1.2018 ausziehe

  • Die Probleme hat m.E. allein der Hauptmieter.


    - Er hat seinen Vertrag gekündigt und sich nicht an die Kündigusfristen von 3 Monaten gehalte

    - Er hat seinem Untermieter nicht schriftlich gekündigt und auch keinen Grund dafür genannt.


    Der Hauptmieter ist auf jeden Fall für eine Wohnung seines Untermieters verantwortlich.


    Ich schreibe das mal so pauschal, weil für eine genauere Auskunft wichtige Daten in der Fallbeschreibung fehlen.

  • Wobei der Untermieter kein Mietrecht hat, wenn das Hauptmietverhältnis beendet ist. Er hat die Wohnung dann auch zu räumen, das hätte ich dazu schreiben müssen. Dein Besitzrecht der Wohnung leitest du ja vom Untervermieter ab, der hat aber mit dem Ende des Hauptmietverhältnis kein Recht mehr dir den Besitz der Wohnung zu erlauben. Das hätte ich unbedingt erwähnen müssen. Du musst die Wohnung also Räumen, weil der Hauptmietvertrag erloschen ist.

    Auswirkungen hat das dann auf Schadensersatz und ähnliches. Weil du deinen Vermieter in Anspruch nehmen kannst auf Schadensersatz, wenn kein Aufhebungsvertrag geschlossen wurde. Wurde dieser geschlossen fällt das weg.


    Der Eigentümer/Vermieter hat trotzdem direkte Ansprüche gegen dich aus dem sogenannten Eigentümer-Besitzer-Verhältnis. Denn du besitzt die Wohnung dann zu Unrecht, weil du kein Recht zum Besitz hast. Ebenso hat er Ansprüche gegen den Untervermieter, weil dieser seiner vertraglichen Pflicht nicht nachkommt, die Wohnung geräumt (auch von dir) zu übergeben. Bin mir da aber auch nicht ganz sicher, ist echt komplex dieses Thema.

    Die Frage ist durchaus komplex, da hier viele Parteien beteiligt sind, die in keinem Vertragsverhältnis zueinander stehen. Im Zweifel sollte ein Anwalt befragt werden.


    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

    Einmal editiert, zuletzt von darkshadow ()

  • Mein Beitrag #4 bezieht sich darauf, dass hier offensichtlich keine rechtmäßige Kündigung durch den Hauptmieter erfolgte - weder die Kündigung des eigenen Vertrages noch die Kündigung seines Untermieters - und das es nicht möglich ist, einen Untermieter so sang- und klanglos aus der Wohnung zu werfen.


    Hat der Hauptmieter seine Kündigungsfrist nicht mit der Kündigungsfrist seines Untermieters abgestimmt, so haftet er dem Untermieter auf eine umfangreiche Vertragserfüllung.


    Durch die Kündigung des Hauptmieters ergibt sich nicht automatisch ein "berechtigtes Interesse" zur Kündigung des Untermieters.

    Der Hauptmieter würde vertragsbrüchig.

  • Danke für die schnelle Antwort:

    Der Mietnachlass war nur ein Angebot sprich er gibt mir die Miete zurück, die Miete für Januar habe ich bezahlt, und erhalten habe ich bisher nichts. ist das dann trotzdem ein Aufhebungsvertrag und hat dieser nicht auch eine gewisse Frist?

    Bin ich nicht erst im Verzug, wenn ich wie ursprünglich besprochen nach dem 31.1.2018 ausziehe

    Hallo,


    ob du das Geld schon hast, spielt keine Rolle. Wichtig ist, ob ihr eine Abmachung getroffen habt, aus der deine Vermieter daon ausgehen kann, dass du heute ausziehst. Ich habe das bisher so verstanden. Da das allerdings mündlich war, ist es natürlich auch eine Frage der Beweislage.

    Gibt es Zeugen, vom Gespräch, denen du es hinterher erzählt hast?

    Würdest du einem Richter ins Gesicht lügen?


    Den Einzug verhindern kannst du nicht (zumindest nicht, wenn du nicht völlig im Unrecht sein willst). Du kannst lediglich die Herausgabe deines Zimmers (oder dem was du explizit gemietet hast) bis zum 31.01. verweigern. Und das auch nur, wenn man dir nicht nachweisen kann, dass es einen mündlichen Aufhebungsvertrag gibt.


    Ich halte das auch für eine schwierige Situation, für dich, den neuen Mieter, den alten Mieter und den Wohnungsvermieter. Wenn das in die Hose geht und die neuen Mieter nicht einziehen können, dann werden hoeh Kosten entstehen. Wenn man sich dann nicht einigt, wird es noch teurer.


    Was ich machen würde ist:

    Ich würde meine Sachen zusammenpacken und auf so kleiner Fläche wie möglich in meinem Zimmer zusammenstellen.

    Dann erklärte ich die Situation dem neuen Mieter und lasse den Einzug grundsätzlich zu, müsste aber darauf bestehen, dass meine Sachen am 31.01. abends (oder 1.2. morgends) raushole. Ich würde allerdings nicht mehr dort wohne und die Tage irgendwo unterschlüpfen.


    Gruß

    H H


    die neuen Mieter ins Haus lassen, aber meine eigenes Zimmer noch nicht räumen

  • Vielleicht sollte der eine oder andere sich mal mit dem Problem der Doppelvermietung befassen.


    Allgemein hatte ich angenommen, dass dieses Forum sich mit Mietrecht-Hilfe befasst und nicht mit undurchführbaren privaten Vorschlägen.

    Das erweckt doch den Eindruck, dass manche User einfach etwas schreiben um etwas geschrieben zu haben.

  • Vielleicht sollte der eine oder andere sich mal mit dem Problem der Doppelvermietung befassen.


    Allgemein hatte ich angenommen, dass dieses Forum sich mit Mietrecht-Hilfe befasst und nicht mit undurchführbaren privaten Vorschlägen.

    Das erweckt doch den Eindruck, dass manche User einfach etwas schreiben um etwas geschrieben zu haben.

    was ein genialer Beitrag.


    Das es sich hier um ein Problem handelt haben die Meisten sicher verstanden. Was würdest du denn machen, außer sich mit dem Problem der Doppelvermietung zu befassen? Vielleicht mal mit "Auflösungsvertrag" befassen, denn das ist der Schlüssel in diesem Fall.


    Gruß

    H H

  • und das es nicht möglich ist, einen Untermieter so sang- und klanglos aus der Wohnung zu werfen.

    Mit welchen Recht soll er denn den Vermieter entgegen halten, das er da wohnen darf? Die Berechtigung hat sich aus dem Untermietvertrag ergeben, dafür braucht aber der Untervermieter die Ermächtigung. Diese Ermächtigung dazu ist mit seiner Kündigung gegen über den Vermieter erloschen.

    Für den Eigentümer der Wohnung spielt der Untermietvertrag keine Rolle, er verpflichtet oder berechtigt ihn nicht im geringsten. Das Problem hat der Untervermieter, nicht der Eigentümer. Für den Eigentümer ist der Untermieter ein unrechtmäßiger Besitzer.

    Du hast auch hier nicht wirklich einen Fall von einer Doppelvermietung. Denn aus Eigentümersicht hat der alte Mieter gekündigt und mit entsprechenden Ablauf der Mietzeit kann er die Wohnung weiter Vermieten.


    Allgemein hatte ich angenommen, dass dieses Forum sich mit Mietrecht-Hilfe befasst und nicht mit undurchführbaren privaten Vorschlägen

    Was ist dein Vorschlag? Du schreibst das der Untermieter den Hauptmieter in Anspruch nehmen darf, richtig. Aber ein Besitzrecht hat er trotzdem nicht.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Ich danke euch für die Aufklärung, die Sache mit dem mündlichen Aufhebungsvertrag ist meiner Ansicht nach eine Unverschämtheit, da es von seiner Seite eine bitte war (wurde auch so formuliert) und nicht als Pflicht Datum. Er hat sich nun bereit erklärt zusätzlich noch meinen Hotelaufenthalt für die 5 Tage zu übernehmen. Meine Sachen kann ich für 5 Tage in den Keller abstellen.

  • Das ist doch eine Lösung, so bist du sicher vor Ansprüchen!

    Deinen Vermieter nimmst du dann in Anspruch auf die Hotelkosten, wenn kein Aufhebungsvertrag zu Stande gekommen ist. Das sollte aber mit einem Anwalt besprochen werden.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.