Kündigung eines gemeinsamen mietvertrages anfechten

  • Hallo forum,

    mir und meiner ehemaligen lebensgefährtin wurde ein gemeinsamer mietvertrag ordentlich mit 3 monaten frist gekündigt,


    mir kommt die kündigung sehr gelegen, weil ich dann nur noch 3 mieten bezahlen muss

    meine ex möchte nun gegen die kündigung angehen und ist der meinung,das sie dafür nicht meine unterschrift benötigt.

    ich bin der meinung,da wir nur gemeinsam kündigen oder gekündigt werden können, ist auch eine anfechtung dieser

    kündigung nur gemeinsam möglich.

    hab ich da recht?

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  • Das sieht nicht gut aus für dich.


    Zwar hast du Recht, das ihr nur gemeinsam kündigen könnt oder gekündigt werden könnt, wenn ihr beide Vertragspartei seid, das ist ja vorliegen. Aber es ergibt sich für dich ein anderes Problem.


    Erstmal kann man eine fremde Willenserklärung nicht anfechten. Die Kündigung ist entweder wirksam oder unwirksam. Es braucht kein zutun von euch, damit eine Kündigung unwirksam ist. Wenn man dann trotzdem auszieht kann man das als Aufhebungsvertrag werten, wenn man halt eh ausziehen möchte. Aber das ist ja wieder ein Vertrag und muss von euch beiden vereinbart werden. Also wenn nur du ausziehst bleibst du Vertragspartei.


    Du musst wohl oder übel eine einvernehmliche Lösung suchen oder deine Exfreundin auf ihre Kündigungszustimmung verklagen.

    Sollte die Kündigung wirksam sein, kann man eh nicht viel machen, außer dem Widerspruch verfassen wegen einem Härtefall, möchte das deine Ex-Freundin?

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • erstmal danke für die antwort.

    das habe ich verstanden,das ich nicht einseitig kündigen kann und auch für die gesamtmiete haftbar gemacht werden kann.

    einvernehmlich wird da wohl nichts gehen,ich möchte nur nicht ewig miete zahlen , obwohl ich da schon nicht mehr wohne.

    aber dann bin ich ja beruhigt,die kündigung scheint mir wirksam zu sein und somit mache ich da auch nichts weiter

  • Ja, da die Kündigung gegen beide Mieter ausgesprochen werden muss, müssen auch beide dagegen angehen.

    Hallo,


    Das stimmt nicht. Man muss gegen die Kündigung nicht "angehen". Eine Kündigung wird akzeptiert oder auch nicht. Wenn der Lebenspartner nicht auszieht, kann die Wohnung nicht geräumt übergeben. Der Vermieter wird dann alle Mieter auf Räumung verklagen.


    Was dein Ex mit "gegenan gehen" meint ist eher das deutliche Signal an den Vermieter, dass er die Kündigung nicht akzeptiert und nicht ausziehen wird. Dafür braucht er deine Unterschrift nicht.


    Dein Ex-Lebensgefährte kann dich da voll mit in den Abgrund ziehen.


    Gruß

    H H

  • aber dann bin ich ja beruhigt,die kündigung scheint mir wirksam zu sein und somit mache ich da auch nichts weiter

    Es stellt sich hier erst einmal die Frage, warum der Vertrag denn überhaupt gekündigt wurde?


    Warum wurde gekündigt?


    Erst wenn sich der Vermieter auf Kündigungsgründe im Sinne der §§ 543, 569 & 573 BGB beruft, kann eine Kündigung wirksam sein.


    Wie schon @ H Hamburg schrieb, kann eine unwirksamer Kündigungsgrund ein Problem für dich werden:


    Zieht die Ex nicht aus, wird der Vermieter auf Räumung klagen. Wenn der Richter dann entscheidet, dass die Kündigung unwirksam ist, hast Du die A-Karte gezogen, weil Du dann immer noch Hauptmieter bist.


    Selbst wenn der Vermieter die Kündigung für wirksam erklärt, sitzt Du als Mieter mit im Boot. Seine Schadenersatzansprüche aufgrund der nicht erfolgten Besitzübergabe, kann er auch Dir gegenüber geltend machen.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Egal, wie die Sache ausgeht, Du kannst dich hier nicht rausschleichen

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Hallo,


    ich bin da vollkommen anderer Meinung, warum?


    Das Mietverhältnis und Vertrag wurde mittels Kündigung beendet, somit ist auch das Vertragsverhältnis zum Kündigungstermin beendet und zwar für beide Seiten gleichgeltend, so hat der Vermieter gegen den verbleibenden ehemaligen Mietvertragspartner Schadenersatzansprüche und die Forderung nach Auszug jedoch nicht gegen denjenigen der die Kündigung des Vertrages hingenommen hat und auch keine vertragliche Beziehung mehr mit dem Vermieter unterhält, wenn dieser seine Schlüssel zurückgegeben hat und sich der Rückgabe der Mietsache nicht verwehrt.


    Im Endeffekt wird es darauf hinauslaufen, dass du gegen den Partner juristisch vorgehen solltest, wie ja auch schon zu lesen war.


    Gar nichts tun wäre denkbar schlecht, gewitzt genug den ehemaligen Partner hier hinzuhalten oder davon überzeugen dass gegen die Kündigung vorzugehen nicht des Rätsels Lösung ist wäre hier die sinnvollste Vorgehensweise.


    Ausweichend, könnte nun aber der bereits nicht mehr in der Wohnung lebende Partner vorsorglich gegen den verbliebenen Partner vorgehen, indem er einen Juristen zu Rate zieht und unter Umständen die Auflösung des Vertrages einklagt.


    Gruß

    BHShuber

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