Wohnungsübergabe - Vermieter weigert sich zu bestätigen

  • Gesetz diesem Fall, müsste er trotzdem beweisen, dass es meine Schuld war. Nur dann kann er mir das in Rechnung stellen.


    "Grds. trifft bei einem Streit über den Zeitpunkt der Entstehung eines Mangels den Vermieter die Darlegungs- und Beweislast dafür, dass er die Mietsache frei von Mängeln übergeben hat, und damit auch dafür, dass der Mangel zu einem Zeitpunkt aufgetreten ist, als sich die Wohnung in der Obhut des Mieters befand (vgl. OLG Düsseldorf, Urteil vom 16.10.2003 – 110 U 46/03)."



    Aber Danke für die konstruktive Unterhaltung. Ich werde jetzt mal eine Woche abwarten, ihn dann anrufen und um die Teilauszahlung der Kaution bitten. Alles Weitere muss ich dann wohl abwarten und es (zur Not) drauf ankommen lassen.

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  • Gesetz diesem Fall, müsste er trotzdem beweisen, dass es meine Schuld war. Nur dann kann er mir das in Rechnung stellen

    Wenn es kein Übergabeprotokoll bei Einzug gab muss der VM ganz klar beweisen, dass diese Schäden vom Mieter verursacht wurden. Unmöglich ist das aber u.U. nicht.

    Manchmal ergibt sich das auch aus der Sache, bzw. aus derm Umstand das Schäden nicht gemeldet wurden usw.

    Ist eben schwer was allgemeingültiges dazu zu sagen.

    Am Ende ist eben wichtig wem der Richter glaubt.

    Darauf wollte ich eben auch hinweisen. Wäre ein Indiz dafür, dass keine Schäden bei Einzug vorhanden waren, denn dann hätten diese gemeldet werden müssen. Wurde die Meldung unterlassen könnte evtl. ein weiterer Schaden dem Mieter angelastet werden.


    Zu viele wenn und aber.

  • Wenn es kein Übergabeprotokoll bei Einzug gab muss der VM ganz klar beweisen, dass diese Schäden vom Mieter verursacht wurden. Unmöglich ist das aber u.U. nicht.

    Ja, das glaub ich ja auch. Aber es geht ja genau um den Punkt: Er muss mir erstmal beweisen, dass der Schaden durch mich entstand und mir eine Frist einräumen, Mängel selbst zu beseitigen, bevor er etwas unternimmt. Ich mein, kann er ja machen, aber er wird auf den Kosten dann sitzen bleiben...

  • Rockville,


    Schäden beseitigen ist Sache des Vermieters. Er darf lt. Gesetz dies nicht dem Mieter überbürden. Ein Mieter ist nur für Schönheitsreparaturen zuständig, wenn lt.MV vereinbart.

  • Schäden beseitigen ist Sache des Vermieters. Er darf lt. Gesetz dies nicht dem Mieter überbürden. Ein Mieter ist nur für Schönheitsreparaturen zuständig, wenn lt.MV vereinbart.

    Okay - aber auch dort muss er diese mir melden und beweisen, dass diese Schäden durch mich entstanden sind, bevor er mir diese in Rechnung stellt.

  • Okay - aber auch dort muss er diese mir melden und beweisen, dass diese Schäden durch mich entstanden sind, bevor er mir diese in Rechnung stellt.

    Hallo,


    er muss es erst einmal behaupten und kann die Schäden dann mit der Kaution verrechnen. Wenn du mit dem Abzug nicht einverstanden bist, dann geht's vor Gericht und die Beweiserei fängt an. Das wird dann immer eine lustige Sache.


    Es ist für den Vermieter einfach Zeugen aufzutreiben, die das Vorhandensein der Mängel bestätigen. Z.b. die Leute, die den Mangel beheben, könnten das sein. Dann kommt die Behauptung, dass der Mangel bei Einzug noch nicht da war und es wird für dich haarig.


    Ich an deiner Stelle würde versuchen mich mit dem Vermieter zu einigen.


    Gruß

    H H

  • Für mich ist es genauso einfach Zeugen zu holen, die mir bezeugen, dass die Sachen bei Einzug schon da waren...


    Zudem gibt es kein Protokoll über den Einzug, von daher kann er nicht einfach so sagen "das war vorher noch nicht da". Er muss ja einwandfrei beweisen können, dass der Mangel durch mich entstanden ist. Der Einzug geschah auch nicht bei ihm als Vermieter, sondern bei einem anderen. Wie gesagt, es gibt auch da kein Übergabeprotokoll.


    ICH habe ja versucht die Sache zu regeln, ER ließ mich ja einfach stehen...

  • ICH habe ja versucht die Sache zu regeln, ER ließ mich ja einfach stehen...

    Also nach dem was du bislang geschrieben hast, bewegt sich der Vermieter lediglich im Rahmen der Gesetzgebung. Wenigstens zur Zeit kann ich nicht erkennen das du dir größere Sorgen machen müsstest.

    Für mich ist es genauso einfach Zeugen zu holen, die mir bezeugen, dass die Sachen bei Einzug schon da waren...

    Wie schon gesagt, es kommt auf den konkreten Fall an, und Zeugen sind eh das Unzuverlässigste Beweismittel.

    Der Einzug geschah auch nicht bei ihm als Vermieter, sondern bei einem anderen. Wie gesagt, es gibt auch da kein Übergabeprotokoll.

    Aber vieleicht gibt es z.Bsp. ein Protokoll des Vormieter das dies oder das aussagt. Darüber kann man nur schwer spekulieren, ich kann nur zu bedenken geben, das man sich nicht unbdingt auf der sicheren Seite fühlen sollte, wenn man evtl. selbst eine paar"Leichen im Keller" hat.

    Wenn das nicht so ist, brauchst du dir ja auch keine Sorgen machen.

  • Aber vieleicht gibt es z.Bsp. ein Protokoll des Vormieter das dies oder das aussagt. Darüber kann man nur schwer spekulieren, ich kann nur zu bedenken geben, das man sich nicht unbdingt auf der sicheren Seite fühlen sollte, wenn man evtl. selbst eine paar"Leichen im Keller" hat.

    Wenn das nicht so ist, brauchst du dir ja auch keine Sorgen machen.

    Ich habe definitiv keine Leichen im Keller - ich habe eher Angst, dass mein Vermieter versucht mir irgendwas reinzudrücken, was nicht richtig ist, weil er anscheinend genervt ist, dass ich auch mein Recht einfordere... Wir haben die Wohnung besser übergeben, als wir sie übergeben bekommen haben... das steht mal fest...

  • Okay - aber auch dort muss er diese mir melden und beweisen, dass diese Schäden durch mich entstanden sind...

    Ja, muss er.

    Es ist für den Vermieter einfach Zeugen aufzutreiben, die das Vorhandensein der Mängel bestätigen. Z.b. die Leute, die den Mangel beheben, könnten das sein. Dann kommt die Behauptung, dass der Mangel bei Einzug noch nicht da war und es wird für dich haarig

    Einfach nur Quatsch! Gerade die Leute, die den Mangel beheben sollen/wollen, wären die schlechtesten Zeugen bei Gericht.

  • Für mich ist es genauso einfach Zeugen zu holen, die mir bezeugen, dass die Sachen bei Einzug schon da waren...

    Wenn es solche Zeugen gibt, die wahrheitsgemäß bezeugen können, dass diese sog. Sachen bei Einzug schon da waren, weshalb dann Dein Kummer?

  • Ein Handwerker, der einen evtl. rentablen Schaden beheben will, hat kein Interesse zu Ungunsten des Auftraggebers auszusagen.

    Der wird eher so aussagen wie es seinen Auftraggeber nützt. Das wird/könnte ein Richter berücksichtigen und danach die Glaubwürdigkeit einschätzen.

    Wenn es keinen Schaden gibt, wird auch kein Handwerker beauftragt? Nach dieser Logik gibt es keinerlei verlässlichen Zeugen, außer Zeugen die mit niemanden Kontakt haben. Familie, Freunde, Bekannte, alle unglaubwürdig wegen der Freundschaft. Sämtliche Dienstleister wegen des Geldes unglaubwürdig. Nachmieter natürlich unglaubwürdig.

    Dann können wir eigentlich sofort den Zeugenbeweis abschaffen. Vor Gericht zu lügen und damit eine Straftat begehen werden die wenigstens. Sowas gibt es und Richter sind in sowas geschult (gibt viele Weiterbildungen in diesen Bereich). Eine pauschale Aussage das Handwerker die schlechtestes Zeugen sind ist Unsinn.

    Die Frage ist nur was ein Handwerker bezeugen kann. "Ja, als ich ankam war dies kaputt" Das lässt keine Rückschlüsse auf den Zeitpunkt oder dem Verschulden zu.

    Aber ich finde auch wir diskutieren hier über etwas, wovor der TS nur Angst hat, was aber noch gar nicht eingetreten ist.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Dann können wir eigentlich sofort den Zeugenbeweis abschaffen. Vor Gericht zu lügen und damit eine Straftat begehen werden die wenigstens. Sowas gibt es und Richter sind in sowas geschult (gibt viele Weiterbildungen in diesen Bereich). Eine pauschale Aussage das Handwerker die schlechtestes Zeugen sind ist Unsinn

    Ein Anwalt sagte mal zu mir "wenn er für jede Falschaussage vor Gericht nur 10,00 DM erhalten würde, wäre er Millionär"

    Es wird bekanntlich nirgends so viel gelogen wie bei Gericht.


    Und gerade deshalb, weil" Richter in so etwas geschult sind" werden Zeugen, die in Abhängigkeit stehen, vom Richter entsprechend bewertet. Auch bekannt, oder?

    Ein Handwerker, der einen evtl. rentablen Schaden beheben will, hat kein Interesse zu Ungunsten des Auftraggebers auszusagen.

    Der wird eher so aussagen wie es seinen Auftraggeber nützt. Das wird/könnte ein Richter berücksichtigen und danach die Glaubwürdigkeit einschätzen.

    "Wess' Brot ich ess' dess Lied ich sing", heißt ein Sprichwort.

  • Okay - aber auch dort muss er diese mir melden und beweisen, dass diese Schäden durch mich entstanden sind, bevor er mir diese in Rechnung stellt.

    Der VM muss Dir den Schaden nicht melden, er darf und kann wenn er dazu lustig ist. Er kann Dir die Rechnung zustellen und Du selbst kannst entscheiden ob Du diese begleichen wirst. Wenn der Schaden nicht von Dir verursacht wurde bezahlst du auch keine Rechnung. In diesem Fall müsste der VM die Rechnungskosten einklagen, dann entscheidet der Richter, und das nach Sachlage, Beweisen etc.

  • So, hier nunmal ein (befürchtetes) Update von mir/uns:


    Wir haben bis etwa eine Woche nach der Übergabe nix gehört... also haben wir nochmal ein Formschreiben aufgesetzt, wo wir höflich drum gebeten haben, unsere Kaution auszuzahlen, da bei der Wohnungsübergabe keine Mängel von ihm benannt wurden. Weiterhin führten wir auf, dass wenn ihm bezüglich der abschließenden Nebenkostenabrechnung eine komplette Auszahlung der Kaution noch nicht möglich sei sollte, wir ihn um Einbehaltung eines angemessenen Anteils und somit einer Akonto-Auszahlung bis zum Termin XY bitten.



    Antwort kam letzte Woche:


    • Die Deckentapete in zwei Zimmern sind nicht entfernt - diese müssten entfernt und gespachtelt werden (320€ pro Decke = 640€)
    • Im Badezimmer wäre der Heizkörper verdreckt - der muss gereinigt werden: 40€
    • Eine Wand im WZ wäre nicht gründlich gespachtelt: 240€
    • Unsere Wohnzimmerdecke (braune Holzdecke) ist in unserem Mietvertrag nicht aufgeführt und soll deshalb entfernt und gespachtelt werden: 500€
    • Die Farbe der Decke ist nicht entfernt(? - weil weiße Decke): 220€
    • Die WC-Anlage wäre mangels Pflege stark inkrustiert und ließe sich nicht entfernen - soll komplett ausgetauscht werden: 380€
    • Das Waschbecken hat Risse - Waschbecken muss ausgetauscht werden: 580€
    • Das Telefonkabel haben wir "sicherlich nicht so übernommen" und soll neu verlegt werden mit Unterputz: 190€
    • Waschplatz Keller ist verunreinigt und muss gesäubert werden: 30€

    Gesamtnachforderung: ca. 2.820€



    Einfach unfassbar... Wir haben am Mittwoch einen Termin bei einem RA... Er versucht die Wohnung auf unsere Kosten zu modernisieren... Einfach krass...


    Keines dieser "Mängel" ist ein versteckter Mangel, noch irgendwie gerechtfertigt...

    Das mit der Wohnzimmerdecke ist auch einfach der Wahnsinn... Die war natürlich bei Einzug schon so... die gesamte rechte Haushälfte hat diese Decke...


    Wenn Interesse besteht, melde ich hier gerne weitere Updates...

  • Keines dieser "Mängel" ist ein versteckter Mangel,

    Das tut auch nichts zur Sache. Die Frage ist ja, ob ihr diese Mängel zu vertreten habt.

    Das halte ich, wenigstens in Teilen, übrigens für gar nicht so unwahrscheinlich. Im Prinzip habt ihr ja, da es bei eurem Einzug, so wie ich das verstanden habe, kein Protokoll gab evtl. die Beschädigungen des Vormieters übernommen.

    Wie ich schon geschrieben habe ist es nämlich durchaus möglich das es ein Einzugsprotokoll des Vormieters gibt.

    Einmal editiert, zuletzt von AJ1900 ()

  • Das tut auch nichts zur Sache. Die Frage ist ja, ob ihr diese Mängel zu vertreten habt.

    Das halte ich, wenigstens in Teilen, übrigens für gar nicht so unwahrscheinlich. Im Prinzip habt ihr ja, da es bei Einzug kein Protokoll gab evtl. die Beschädigungen des Vormieters übernommen.

    Wie ich schon geschrieben habe ist es nämlich durchaus möglich das es ein Einzugsprotokoll des Vormieters gibt.

    Sofern er die Wohnung abgenommen hat und in unserem "Protokoll" nichts von Mängeln aufführt, kann er doch nur noch "versteckte" Mängel geltend machen?!


    Nicht unwahrscheinlich? Es gibt kein Einzugsprotokoll von uns... Er müsste mir einwandfrei nachweisen, dass Schäden durch mich entstanden sind.

    Es gibt ja auch etwas wie normaler Gebrauch und Verschleiß... Die Schönheitsreparaturklausel aus unserem Mietvertrag ist eh ungültig...