Mieterhöhung mit Vergleichswohnungen

  • Hallo, habe folgendes:


    Wenn ein Vermieter eine Mieterhöhung mit 3 Vergleichswohnungen macht, weil er sie mit Mietspiegel nicht durchsetzen könnte:

    Dürfen dann alle Vergleichswohnungen aus eigenem Bestand sein?

    Hat der Mieter das Recht, diese Vergleichswohnungen zu besichtigen und sich die Miete nachweisen zu lassen?


    Der Vermieter kann ja schließlich sonstwas behaupten in Bezug auf Gleichheit der Wohnung, Zustand, Ausstattung usw.

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  • Ja, die Vergleichswohnungen dürfen aus dem eigenen Bestand sein.


    Der Mieter muss in der Lage sein, die Wohnungen ohne Weiteres zu finden, um die Vergleichbarkeit überprüfen zu können. In dem Mieterhöhungsschreiben müssen daher Straße, Hausnummer, Geschoss (links rechts, Mitte wenn notwendig) genannt werden.


    Das Mieterhöhungsverlangen muss sich dabei am niedrigsten Quadratmeterpreis orientieren.

  • Das ist soweit klar.


    Aber das reicht ja insoweit nicht, als Mieter die Wohnungen dennoch nicht vergleichen kann.

    Wenn der Mieter eine einfachst ausgestattete Wohnung hat, für die die Miete jetzt schon über dem Mietspiegel liegt und der Vermieter deswegen mit Vergleichswohnungen kommt.


    Der Vermieter gibt aber kürzlich renovierte Wohnungen mit neuen Bädern, Laminat etc. als Vergleichsmiete an, also von der Ausstattung und dem Zustand viel besser mit entsprechend höheren Mieten, dann wäre das ja Betrug.

    Wie weit hat der Mieter das Recht zur Überprüfung der Angaben?

  • dann wäre das ja Betrug.

    Wieso das? Wenn die Vergleichswohnungen besser ausgestattet sind, dann wird auch die Miete höher sein, oder? Also wo soll denn da der Betrug sein?

    Wie weit hat der Mieter das Recht zur Überprüfung der Angaben?

    In dem er den Text liest, denn der Vermieter zu den Vergleichswohnungen geschrieben hat, denn zu diesem Text gehört auch der Mietpreis. Wie soll man denn sonst vergleichen?

    Wenn du aber Probleme mit dem Vergleich hast, vertraue dich einem Anwalt für Mietrecht an, oder werde Mitglied im örtlichen Mieterverein.

  • Ja, die Vergleichswohnungen dürfen aus dem eigenen Bestand sein.


    Der Mieter muss in der Lage sein, die Wohnungen ohne Weiteres zu finden, um die Vergleichbarkeit überprüfen zu können. In dem Mieterhöhungsschreiben müssen daher Straße, Hausnummer, Geschoss (links rechts, Mitte wenn notwendig) genannt werden.


    Das Mieterhöhungsverlangen muss sich dabei am niedrigsten Quadratmeterpreis orientieren.

    Voraussetzung ist ferner, dass der Mieter die Vergleichswohnungen identifizieren kann (BGH WuM 2003, 149). Dazu muss der Vermieter folgende Angaben mitteilen:

    • Anschrift der Vergleichswohnung (Straße, Hausnummer, Stockwerk, Lagebezeichnung im Stockwerk)
    • auch Name des Mieters/Vermieters
    • Stichwortartige Angaben über Größe, Art, Beschaffenheit, Lage und Ausstattung, Baujahr der Vergleichswohnung. Bei der Lage kommt es darauf an, dass die Wohnung möglichst in derselben Gemeinde liegt.
    • Angabe des Quadratmeterpreises mit Angabe der Gesamtgröße der Wohnung

    u.a.

  • Natürlich werden die Wohnungen teurer sein, sonst macht es ja keinen Sinn, wenn der Vermieter eine Mieterhöhung will.


    Die Befürchtung ist ja die, dass die Wohnungen höherwertig und besser ausgestattet sind, dadurch teurer, der Vermieter aber mit der Behauptung, sie wären gleichwertig "schlecht" wie die des Mieters, eine Mieterhöhung durchsetzen will.


    Darum eben die Frage, wie weit man das Recht auf Nachprüfung hat.

  • Natürlich werden die Wohnungen teurer sein, sonst macht es ja keinen Sinn, wenn der Vermieter eine Mieterhöhung will.

    Aber sie sind auch besser ausgestattet und deshalb nicht vergleichbar. Und das Argument, dass die Vergleichswohnungen genau so "schlecht" sind wie deine, ist doch ganz schnell zu entkräften. In einem Leitfaden für Vermieter kannst du noch einmal nachlesen, was bei einer Mieterhöung über Vergleichswohnungen zu beachten ist. hier

  • Hallo,


    wenn es einen Mietenspiegel in deiner Stadt/Gemeinde gibt, dann kannst du diesen immer als Gegenargument benutzen. Falls dein Vermieter dann wirklich auf Zustimmung klagt, wird es für ihn schwer nachzuweisen, dass genau für deine Wohnung der Mietenspiegel nicht gelten würde.


    Ich denke nicht, dass ein Vermieter, der sich auskennt, so eine Argumentation führen will.


    Gruß

    H H



    BTW: Es ist aber immer interessant, wie sehr der Mietenspiegel von den bei Neuvermietung geforderten Mieten abweicht.

  • Anscheinend kann sich niemand vorstellen, dass Vermieter lügen.


    Meine Frage zielte darauf ab:

    Wohnung ist laut Mietspiegel, Ausstattung einfach, 5,50 wert, gezahlt wird 5,70.

    Mieterhöhung soll Mieter zum Umzug animieren neben einigen anderen netten Ideen des VM.


    Laut Mietspiegel ist eine Erhöhung nicht möglich, daher werden jetzt Vergleichswohnungen hergenommen.

    Diese sind soweit in allen Punkten fast vergleichbar, bis auf die Tatsache, dass sie innerhalb der letzten 3 Jahre hochwertig aufgehübscht wurden, neue Bäder, neue Böden und etliches mehr. Zustand dieser Wohnungen nun hochwertig, Miete laut Mietspiegel nun 6,50.


    Dazu ist noch zu sagen, dass die kleine Stadt keinen eigenen Mietspiegel hat, darauf beruft sich VM, aber es ist anerkannte Praxis, dass der der Nachbarstadt auch gilt.


    Vermieter will nun für die einfache Wohnung auch 6,50, verschweigt aber den höherwertigen Zustand der Vergleichswohnungen, gibt den einfachen Stand von vor der Renovierung an, damals waren die Wohnungen ebenfalls nur 5,50 wert und denkt, der Mieter weiß nichts von der Modernisierung.


    Daher mein Interesse daran, ob man dem Vermieter den Wind aus den Segeln nehmen kann, indem man die Wohnungen besichtigen will oder ob es einem tatsächlich zusteht.

  • Naja, wenn es in der Stadt keinen Mietenspiegel gibt, dann gibt es keinen, den du dagegen halten kannst. Ich bezweifel, dass der Mietspiegel der Nachbargemeinde die Vergleichswohnungen aussticht.


    Um deine Frage zu beantworten: Nein, du hast kein Anrecht, die Vergleichswohngen von innen zu sehen. Damit würde der Vermieter sicher die Rechte der Mieter verletzen. Dann wäre es ja zukünftig sehr einfach Mieterhöhung, die auf Vergleichswohnungen basieren abzulehnen, indem man sich flegelig genug verhält und niemals reingelassen wird.


    Du könntest aber auch mal dort klingeln, um zu bitten, dass dir die Leute die Wohnungen zeigen, damit. Ob sie sich dann bereit erklären, sich mit dir gegen euren Vermieter zu verbünden, wird sich zeigen.


    Grundsätzlich muss der Vermieter dir die Austattungsmerkmale aufzeigen, damit du die Vergleichbarkeit abschätzen kannst. Du kannst das dann anzweifeln und ein vom Gericht bestellter Gutachter gibt dir dann recht, oder auch nicht.


    Gruß

    H H

  • Diese sind soweit in allen Punkten fast vergleichbar, bis auf die Tatsache, dass sie innerhalb der letzten 3 Jahre hochwertig aufgehübscht wurden, neue Bäder, neue Böden und etliches mehr.


    Nur als Hinweis: Wann ein Bad aufgehübscht worden ist, dürfte fast egal sein. Bei den Ausstattungskriterien geht es beispielsweise nur darum, ob ein Bad gefliest ist oder welche Art von Bodenbelag verlegt worden ist.


    Angenommen, dein Bad ist gefliest, und besitzt einen Laminatboden, kann der Vermieter eine frisch sanierte Wohnung mit gleichen Kriterien verwenden, auch wenn dein Bad schon 10-20 Jahre älter ist.


    Das ganze kann gar nicht so sehr in die Tiefe gehen, weil man irgendwann gar nicht mehr weiß, wo man die Grenze setzt (wie alt darf ein Bad sein?), bzw. irgendwann subjektive Aspekte einfließen.


    Irgendwann könnte ich meine Zustimmung zur Mieterhöhung verweigern, weil ich die blauen Wandfliesen der Vergleichswohnung schöner finde, als meine grauen Fliesen?

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Darum eben die Frage, wie weit man das Recht auf Nachprüfung hat.

    Damit die Vergleichswohnungen genau nachgeprüft werden können muss der VM alle diesbezüglich nötigen Angaben machen.

    siehe #2 bzw #5