Kündigung wegen Allergie

  • Hallo zusammen,


    ich bin gerade in eine sehr unangenehme Situation gekommen, deren Sachlage ich kurz erläutern mag:


    Seit Mitte Oktober 17' bin ich eine renovierte Wohnung gezogen. Die ersten Wochen waren nicht richtig bewohnt,

    wegen dem Geruch vorallem. Nachdem der Geruch langsam weg war, wurde eingerichtet, doch hatte ich zu Beginn massive Schlafprobleme,

    fühlte mich unwohl. Führte das einerseits auf die Ausdünstungen zurück.

    Nun hat sich das net gebessert, hab im letzten Monat nicht mehr paar Wochen dort verbracht.

    Mein Körper reagierte inzwischen mit gereizten Schleimhäuten, trockenen Händen, Atemnot.


    Vermieter wurde das mitgeteilt, ich habe zum 30.04 fristgerecht gekündigt, da er das nicht als fristlosen Kündigungsgrund sieht.


    Meinen HNO Termin hab ich nächste Woche jetzt. Besteht evt Möglichkeit noch fristlos zu kündigen wenn ich ein Attest habe?

    Allergiereaktionen in der Art hab ich noch nie davor erlebt.


    Danke für die Einschätzung!

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  • Bei dir könnte die Substanz Octylisothiazolinon, zum Teil kombiniert mit anderen

    Bioziden" Auslöser sein. War in der Wohnung Schimmel?



  • Nein in der Wohnung ist kein Schimmel, sie ist eher sehr trocken 37 - 43 % Luftfeuchtigkeit. Ok ich dachte an Formaldehyde oder so etwas in der Art. Ich hoffe dass der HNO dass auch testen kann

  • Hallo,


    ich denke es wird sehr schwer eine fristlose Kündigung durchzusetzen. Wenn es eine Allergie ist, dann liegt diese eher im persönlichen Bereich. So etwas reicht einen Kündigungsverzicht aufzuweichen, allerdings nicht für eine Fristlose.


    Gruß

    H H

  • Das heißt ich müsste wohl nachweisen, dass da ein bestimmter Schadstoff da ist, auf den ich reagiere. Das ist aber doch mit sehr viel Geld verbunden? Das Attest bringt mir dann nix alleine oder? Weitere Hoffnung bleibt mir wohl einen Nachmieter schnell zu finden, den der Vermieter wohl nicht nehmen muss...

  • Das heißt ich müsste wohl nachweisen, dass da ein bestimmter Schadstoff da ist, auf den ich reagiere. Das ist aber doch mit sehr viel Geld verbunden? Das Attest bringt mir dann nix alleine oder? Weitere Hoffnung bleibt mir wohl einen Nachmieter schnell zu finden, den der Vermieter wohl nicht nehmen muss...

    Die hier aufgezählten Probleme sind richtig erkannt.

  • Das heißt ich müsste wohl nachweisen, dass da ein bestimmter Schadstoff da ist, auf den ich reagiere. Das ist aber doch mit sehr viel Geld verbunden? Das Attest bringt mir dann nix alleine oder? Weitere Hoffnung bleibt mir wohl einen Nachmieter schnell zu finden, den der Vermieter wohl nicht nehmen muss...

    Hallo,


    selbst das würde dir nicht helfen. Wenn du nun rausbekommst, du reagierst allergisch auf Formaldyhyd oder eine Binder aus der benutzten Farbe, dann ist das etwas, was mehr in deiner Person liegt und weniger an der Wohnung.


    Es kann aber nie schaden zu wissen, worauf man empfindlich reagiert. Deshalb würde ich es unabhängig von der Situation klären lassen.


    Gruß

    H H

  • Das heißt ich müsste wohl nachweisen, dass da ein bestimmter Schadstoff da ist, auf den ich reagiere. Das ist aber doch mit sehr viel Geld verbunden? Das Attest bringt mir dann nix alleine oder? Weitere Hoffnung bleibt mir wohl einen Nachmieter schnell zu finden, den der Vermieter wohl nicht nehmen muss...

    Unter diesen Umständen wird Dir der Vermieter sicher in Bezug auf Nachmieter entgegenkommen und einen geeigneten Nachmieter akzeptieren.

  • Danke euch für die Antworten! Ja hab das ich das für mich rausfinden muss, ist verständlich.


    "Grundsätzlich ist der Mieter dafür beweispflichtig, dass eine Gesundheitsgefährdung vorliegt und diese auch erheblich ist. Sofern es bereits zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen gekommen ist, bestehen keine Zweifel daran, dass die Gefährdung auch “erheblich” ist. Kopfschmerzen, vorübergehenden Geschmacksveränderungen, Brennen in der Nase, Atembeschwerden und Übelkeit reichen aus (LG Berlin, Urteil vom 1. März 2001, Az: 67 S 574/99)."


    Laut o. liegt doch eine erhebliche Gesundheitsgefährdung vor?


    Weiter steht noch:


    "Eine fristlose Kündigung wegen Gesundheitsgefährdung infolge Schadstoffbelastung ist nicht nach dem Mietrecht erst dann gerechtfertigt, wenn eine Gesundheitsschädigung des Mieters schon eingetreten ist, sondern bereits dann, wenn eine erhebliche Gefährdung konkret droht. Eine konkrete Gefährdung ist dann zu bejahen, wenn der Mieter vernünftigerweise von dem Bestehen einer erheblichen Gefahr ausgehen kann, unabhängig davon, ob diese letztlich tatsächlich gegeben ist oder nicht. LG Lübeck 14. Zivilkammer, Urteil vom 6. November 1997, Az: 14 S 135/97"


    Wenn nun aber Formaldehyd als Schadstoff klassifiziert ist, und nicht nur nur eine Gesundheitsgefährdung droht, sondern sogar schon da ist, kann ich das doch durchsetzen nach dem Urteil?


    Bezüglich Nachmieter: Vermieter meinte extra er muss ihn dann nicht nehmen...welche Ansprüche der hat, weiß ich net. Ist eine große Wohnbaugesellschaft...

  • Ein normales Attest von deinem Hausarzt wird aber nicht reichen. Es muss also schon was amtliches her und das kann nur das Gesundheitsamt deines Wohnortes ausstellen. Eine Unterschrift des Amtsarztes wird dir auch vor Gericht helfen, wenn es denn so weit kommt.

  • Es reicht nicht, sich im Internet etwas rauszusuchen, dass einem vom Ergebnis gut gefallen würde. Es muss schon zum eigenen Fall passen.

    In dem Urteil, dass du rausgesucht hast, geht es um einen objektiv wahrnehmbaren, scheinbar unerträglichen Geruch im Zusammenhang mit einem defekten Schornstein.


    Du dagegen hast eine Wohnung, die renoviert wurde und sicher nicht anders riecht, als eine andere renovierte Wohnung. Du weißt im Moment noch nicht einmal ob es überhaupt eine Schadstoff ist, ob der oberhalb einer zulässigen Konzentration liegt oder ob du "nur" überempfindlich darauf reagierst.


    Gruß

    H H