Mündliche Kündigung zurücknehmen?

  • Hallo,

    ich habe für meine Wohnung Nachmieter gefunden, die vom Vermieter und der Hausverwaltung akzeptiert wurden, um schneller aus meinem Mietvertrag rauszukommen. Jetzt bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich das noch will. Am 19. Februar soll die Übergabe stattfinden und die neuen Mieter haben schon einige Möbel bestellt. Ein Umzugsunternehmen habe ich auch schon beauftragt. Unterschrieben wurde noch nichts, lediglich mündliche bzw schriftliche Absprachen per E-Mail sind erfolgt. Also es besteht noch mein ganz normaler Mietvertrag. Nun meine Frage: wenn ich von dem ganzen wieder zurücktrete und selbst in der Wohnung weiterhin wohnen will, welche rechtlichen Schritte können die involvierten Parteien gegen mich einleiten?

  • Anzeige
  • Hallo,


    du wolltest früher raus, darfst es sogar, weißt dass der Nachmieter sich darauf verlässt und denkst trotzdem darüber nach, einfach in der Wohnung zu bleiben. Das nenne ich ja mal dreist.


    Zum Glück hilft dir deine fehlende schriftliche Kündigung nicht die Bohne, denn was du gemacht hast ist eine Aufhebungsvereinbarung und die darf mündlich erfolgen.


    Was die involvierten Parteien tun können, ist alle entsehenden Kosten (Umzug, Neuanschaffungen, die nicht mehr zu brauchen sind, Hotel wenn nötig usw. ) auf dich abzuwälzen und den letzten Cent aus dir herausklagen. Dazu kann der Ex-Vermieter dich auf Räumung verklagen, so dass du maximal etwas Zeit gewinnst, aber nicht lange in der Wohnugn bleiben kannst.


    Gruß

    H H

    Einmal editiert, zuletzt von PKP ()

  • Zum Glück hilft dir deine fehlende schriftliche Kündigung nicht die Bohne, denn was du gemacht hast ist eine Aufhebungsvereinbarung und die darf mündlich erfolgen.

    Hier wurde ja sogar per Mail kommuniziert, das ist ja noch mehr als nur mündlich.

  • Nun meine Frage: wenn ich von dem ganzen wieder zurücktrete und selbst in der Wohnung weiterhin wohnen will, welche rechtlichen Schritte können die involvierten Parteien gegen mich einleiten?

    Die Frage ist überhaupt ob du davon zurücktreten kannst. Ich sehe dafür keinen Ansatzpunkt. Einen wichtigen oder nachvollziehbarer Grund ist ja nicht zu erkennen. Also ich würde schätzen du kannst nicht zurücktreten. Auf was man Klagen kann hat HH ausführlich gesagt.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Nun meine Frage: wenn ich von dem ganzen wieder zurücktrete und selbst in der Wohnung weiterhin wohnen will, welche rechtlichen Schritte können die involvierten Parteien gegen mich einleiten?

    Wenn man davon ausgeht, dass ein mündlicher Aufhebungsvertrag entstanden sein sollte, dann stellt sich aufgrund der Schilderung im Eingangsbeitrag die Frage, ob auch über Kautionsrückzahlung, Betriebskostenabrechnung, Schönheitsreparaturen verhandelt wurde.


    Die Schilderung gibt dazu nichts her und m.E. könnte, wenn obige Punkte nicht besprochen wurden, auch kein mündlicher Aufhebungsvertrag entstanden sein. Das gilt auch, wenn beide Parteien zugestimmt haben. Siehe auch: (LG Hanau, Urteil v. 8.5.2014, 2 S 30/14).


    Trifft dies nicht zu, dann kann man auf die Frage nach den Folgen für Nelram nur antworeten:

    Wenn die Wohnung nicht fristgerecht geräumt und übergeben wird, wird ein ziemlicher Rattenschwanz an Schadensersatz auf ihn zukommen. Gefolgt von einer Räumungsklage.

  • Die Schilderung gibt dazu nichts her und m.E. könnte, wenn obige Punkte nicht besprochen wurden, auch kein mündlicher Aufhebungsvertrag entstanden sein. Das gilt auch, wenn beide Parteien zugestimmt haben. Siehe auch: (LG Hanau, Urteil v. 8.5.2014, 2 S 30/14).

    Hallo,


    ich weiß nicht, wie du diese Schlussfolgerung aus dem Urteil ableitest. Im Gegenteil, das Urteil unterstützt die Position, es sein ein Aufhebungsvertrag zustande gekommen, sogar noch.


    Es geht doch nicht darum, dass eine Checkliste abgearbeitet worden sein muss, sondern dass der Auszugswillen eindeutig sein muss. Das zu zeigen gibt es so einige Anhaltspunkte, wie Verhandlung von Kautionsrückzahlung, Betriebskostenabrechnung, Schönheitsreparaturen. Noch deutlich ist es doch in diesem Fall, wenn der Mieter sogar einen Nachmieter besorgt und einen Übergabetermin vereinbart. Wer weiß was noch alles in den Emails steht.


    Gruß

    H H

  • ich weiß nicht, wie du diese Schlussfolgerung aus dem Urteil ableitest. Im Gegenteil, das Urteil unterstützt die Position, es sein ein Aufhebungsvertrag zustande gekommen, sogar noch.

    ********************************


    Sie haben meinen Beitrag nicht verstanden. Das Urteil unterstützt hier nichts. Denn mein Beitrag sollte lediglich eine Stolperfalle aufzeigen.

  • Hallo,


    allen bisherigen Antworten zu Ehren, du solltest einmal darüber nachdenken dass wankelmütiges, eigenverantwortliches Handeln sehr negativ für dich werden kann, du hast Zusagen gemacht, das auch noch schriftlich dass ist zwar nun kein eindeutiges Indiz dafür dass hier ein gegenseitiges Einvernehmen entstanden ist aber und das ist jetzt wichtig, es kann dir negativ und belastend zu deinem Nachteil angehaftet werden.


    Im Endeffekt wird es darauf ankommen wie der Nachmieter und der Vermieter auf deine Wankelmütigkeit reagiert!


    Überdenke das nochmal und entscheide dich richtig, was dabei rauskommen kann wurde dir hier ja bereits erläutert.


    Gruß

    BHShuber

    Antworten und Beiträge basieren auf persönliche Erfahrungen und auschließlich meiner Meinung und sind keinesfalls als Aufforderung zu einer Handlung oder Rechts- oder Steuerberatung aufzufassen! Somit besteht keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit der abgegebenen Kommentare!

  • ich habe für meine Wohnung Nachmieter gefunden, die vom Vermieter und der Hausverwaltung akzeptiert wurden, um schneller aus meinem Mietvertrag rauszukommen

    Diese Aussage ist nachweisbar. Du kannst jederzeit aus der Wohnung ausziehen oder in der Wohnung verbleiben, nur hast Du mit Schadensforderungen diesbezüglich zu rechnen, wenn dem sog. Nachmieter oder dem VM, durch Deine Unschlüssigkeit, ein solcher entsteht.