Renovierung bei Auszug

  • Hallo liebes Forum,

    nachdem ich nun euer Archiv ca. 2h. durchsucht habe bin ich mir leider immer noch nicht ganz sicher was in meinem Fall genau gilt.

    Aus diesem Grund wende ich mich hier an euch und bitte euch um Hilfe.


    Meine Freundin und ich wohnen seit Mitte Dezember 2014 in einer Einliegerwohnung. Aus dieser wollen wir ausziehen und haben nun auf 30.06.2018 gekündigt, wodurch wir die Wohnung 3 Jahre und 6 Monate bewohnt haben. Bei der Übergabe unserer Kündigung wies uns unser Vermieter nun darauf hin, dass wir die Wohnung komplett neu tapezieren und streichen müssten.

    Hieraufhin habe ich den Mietvertrag etwas genauer studiert und habe hierbei folgende Passagen entdeckt:


    -Der Mieter verpflichtet sich, während der Dauer der Mietzeit gemäß nachstehendem Fristenplan die Schönheitsreparaturen (Tapezieren und Anstreichen der Wände und Decken, Streichen der Heizkörper einschließlich Heizungsrohre, der Innentüren samt Rahmen, der Einbauschränke, Fenster und Außentüren von innen, Lasieren von Naturholztüren und -fenstern) auf eigene Kosten in fachhandwerklicher Ausführung vornehmen zu lassen oder vorzunehmen unter Berücksichtigung von §11 Abs. 1 dieses Vertrages.

    -Fristenplan

    a)Heizkörper einschließlich Heizungsrohre, Innentüren samt Rahmen, Einbauschränke sowie Fenster und Außentüren von innen -->5 Jahre

    b)Tapezieren und Anstreichen der Wände und Decken -->5 Jahre

    c)Neuanbringung von Raufasertapeten -->10 Jahre

    d)Lasieren von Naturholztüren und -fenstern -->10 Jahre


    Für Arbeiten in Küchen, Wohnküchen, Waschräumen, WC, Bädern und dgl. Räumen mit starker Dampfentwicklung verkürzt sich die Frist b) um zwei Jahre; bei Nebenräumen innerhalb der Wohnung (z.B. Speise- oder Besenkammer) verlängert sich diese Frist um zwei Jahre. Der Nachweis über laufend durchgeführte Schönheitsreperaturen ist durch Vorlage der Rechnungen zu erbringen.


    -Endet das Mietverhältnis, so ist der Mieter verpflichtet, die Kosten für die Schönheitsreparaturen (wie in §7 Abs 1 aufgeführt) aufgrund eines vom Vermieter vorzulegenden Kostenvoranschlages eines Malergeschäftes an den Vermieter nach folgenden Maßgabe zu bezahlen:

    a) Liegen die letzten Schönheitsreparaturen während der Mietzeit länger als 1 Jahr zurück, so zahlt der Mieter 25% der Kosten aufgrund eines Voranschlages eines Malerfachgeschäftes an den Vermieter; Liegen sie länger als 2 Jahre zurück 40%, länger als 3 Jahre 60%, länger als 4 Jahre 80%, länger als 5 Jahre 90%; bei Berechnung des Kostenersatzes für das Anbringen von Rauhfasertapeten sowie das Lasieren von Naturholztüren und -fenstern gelten folgende Prozentsätze: länder als 1 Jahr 15%, länger als 2 Jahre 20% länger als 3 Jahre 30% länger als 4 Jahre 40% ...

    b) Für Nebenräume innerhalb der Wohnung sind folgende Prozentsätze maßgebend: Liegen die letzten Schönheitsreparaturen während der Mietzeit länger als 1 Jahr zurück, so zahlt der Mieter 14% der Kosen gemäß Voranschlag; länger als 2 Jahre zurück 18%; länger als 3 JAhre zurück 42%...

    c)Die Regelung nach a) und b) tritt auch in Kraft, wenn seit Mietbeginn die genannten Zeiträume verstrichen sind.


    2. Der Mieter kann seine anteiligen Zahlungsverpflichtungen gem. Ziff. 1a) und b) durch vollständige Vornahme der Schönheitsreparaturen ( wie in §7 Abs. 1 aufgeführt) abwenden; die Arbeiten sind auf eigene Kosten in fachhandwerklicher Ausführung bis zur Rückgabe der Mietsache vornehmen zu lassen oder vorzunehmen.


    Beendigung des Mietverhältnisses

    Bei Beendigung der Mietzeit hat der Mieter die Mietsache sorgfältig gereinigt und geputzt zurückzugeben; das gilt auch für Teppichböden. Weist der Vermieter nach, dass die Teppichböden bei Einzug neu verlegt oder von einer Fachfirme gereinigt worden sind, ist der Mieter bei Beendigung des Mietverhältinisses verpflichtet, ebenfalls die Reinigung durch eine Fachfirma vornehmen zu lassen. Als Nachweis hierüber ist die entsprechende Rechnung vorzulegen.


    Ganz am Ende des Mietvertrages steht noch:

    Die Wohnung ist im gleichen Zustand zu hinterlassen, wie sie beim Einzug vorgefunden wurde.


    Wenn ich es richtig verstehe, muss ich nun lediglich die Küche und das Bad neu streichen, stimmt das?

    Da ich eine Wohnküche habe, welche nicht von Wohnzimmer und Flur abgetrennt werden kann umfasst dieser "Raum" ca. 2/3 der Wohnung, muss dieser falls meine Vermutung richtig ist komplett gestrichen werden, oder gibt es hier eine Grenze?


    Über eine Antwort von euch würde ich mich sehr freuen.

    Viele Grüße

    Hansi

  • Die Passagen sind alle unwirksam, da Quotenregelung und starre Fristen.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Hallo Darkshadow,

    vielen Dank für deine schnelle Antwort.


    Kannst du mir noch sagen was das für mich bedeutet und was ich beim Auszug machen muss?

    Viele Grüße

    Hansi

  • Das bedeutet für dich, das der Vermieter sämtliche Renovierungen zu tragen hat.


    Du muss die Wohnung nur leer und besenrein überlassen. Ausgenommen bei knalligen Farben oder anderen Beschädigungen, die keine normalen Abnutzungen darstellen.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Hallo,


    der richtige Fachausdruck dafür ist Quotenabgeltungsklausel, die ist mittlerweile nichtig und führt dazu, wie schon geschrieben wurde, dass man Beschädigungen beseitigen muss, knallige Farben überstreichen und die Wohnung besenrein verlassen kann, da der ganze Passus damit unwirksam wird.


    Gruß

    BHShuber

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