Plötzlich Maler Rechnung 4 Monate nach Auszug

  • Hallo Forum!

    In meinem Fall geht es um farbige Wände, die jedoch schon beim Einzug farbig gestrichen waren. Dazu habe ich leider keinen bestehenden Eintrag gefunden.


    Kurz zu den Eckdaten:

    Ich habe 2 Jahre in der Wohnung gelebt, der Mietvertrag endete November 2017.

    Schlüsselübergabe war bereits Mitte Oktober, ich musste zügig umziehen und konnte nicht früher kündigen.

    Beim Einzug war ein Großteil der Wände gelb gestrichen.


    Der Vermieter hat die gesamte Mietkaution von 1.400€ während der 4 Monate zurückgehalten, mit der Begründung es stünde noch die Nebenkostenabrechnung aus.

    Nach ewigem Nachfragen, wann denn nun die Kaution zurückgezahlt wird, habe ich dann dem Vermieter eine Frist gesetzt, mit dem Verweis, dass er den zu erwartenden Betrag einer Nachzahlung zurückbehalten kann, jedoch nicht die Gesamtsumme.


    Jetzt habe ich die Nachricht erhalten, dass plötzlich ca. 700€ für Malerkosten von der Kaution abgezogen werden ("Aufgrund deutlicher Gebrauchsspuren"). Löcher in den Wänden habe ich mit Spachtelmasse geschlossen, diese ist natürlich weiß und an gelben Wänden sichtbar. Aufgrund der farbigen Wände habe ich jedoch vom Streichen abgesehen (Ich habe auch keine Auskunft über den Farbton bekommen).


    Ist das rechtens? Ich bin davon ausgegangen, dass ich nicht hätte malern müssen.

    Vielen Dank im Voraus!

  • Es stellen sich hier zwei spannende Fragen:

    • Wann habt Ihr die Wohnung genau an den Vermieter zurückgegeben?
    • Wann habt Ihr das Schreiben mit der Forderung des Vermieter genau erhalten?

    Warum ich frage? Bei sogenannten Verschlechterungen der Mietsache hat der Vermieter nach § 548 BGB insgesamt 6 Monate Zeit, diese Mängel geltend zu machen.


    Nach Ablauf der Frist seid Ihr also fein raus. Ausschlaggebend ist auch nicht das Mietende, sondern die Rückgabe an den Vermieter.


    Unabhängig davon: Wurde denn zur Wohnungsübergabe nichts bemängelt? Gab es ein Protokoll? Wenn doch und darin steht nichts über Mängel geschrieben, kann der Vermieter auch keine geltend machen.


    Ich würde den Vermieter mal schriftlich mit dem benannten Paragraphen konfrontieren und erneut (mit Fristsetzung) zur Auszahlung der Kaution auffordern.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Danke für die schnelle Antwort!


    Die Schlüsselübergabe war am 14.10.2017, ich habe eine E-Mail mit den Forderungen am 2.4.2018 (gestern) bekommen. Darin wurden die Kosten für das Malern aufgelistet. Die Wände wurden laut Rechnung (jetzt) in altweiß gestrichen. Es wurden auch noch Holzdecken und Fensterrahmen gestrichen, diese Posten will man mir aber nicht in Rechnung stellen, da der Vermieter meinte er selbst könne nicht nachvollziehen, ob diese bei Einzug in "einwandfreiem, renoviertem Zustand" waren. Das waren sie auch nicht.


    Zur Wohnungsübergabe habe ich kein Protokoll bekommen, da diese vom Vater des Vermieters und mir gemacht wurde. (Wir haben in der Kürze der Zeit keinen Termin mit dem Vermieter selbst ausmachen können).


    Der Vermieter schreibt auch, laut Protokoll vom Einzug war die Wohnung in "einwandfrei frisch renoviertem Zustand". Das könnte ich die nächsten Tage mal überprüfen, die Dokumente sind momentan in einer Box im Keller.


    Damit wäre der Zeitrahmen von 6 Monaten aber noch gegeben. Ich nehme an, damit werde ich die Kosten wohl tragen müssen?

  • Ich nehme an, damit werde ich die Kosten wohl tragen müssen?

    Nein, musst Du nicht.


    Grundsätzlich ist es so, dass der Vermieter Dir vorab einen Mangel mitzuteilen hat und Dir auch die Gelegenheit geben muss, den Mangel selbst Du beseitigen. Er kann nicht einfach eine Rechnung zuschicken.


    Unabhängig davon: Was ist denn im Mietvertrag zu Schönheitsreparaturen vereinbart? Bitte mal den Vertrag suchen, und die entsprechenden Klauseln hier hochladen (bitte sämtliche persönliche Daten unkenntlich machen).


    Edith: Der Vermieter hat die Rechnung nicht nachweislich per Einschreiben o.ä. versendet? Vielleicht hast Du das Schreiben auch gar nicht erhalten`*zwinker, zwinker*

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Damit wäre der Zeitrahmen von 6 Monaten aber noch gegeben. Ich nehme an, damit werde ich die Kosten wohl tragen müssen?

    Hallo,


    allerdings könnte man den Sachverhalt auch von einer höheren Instanz klären lassen, in dem man eine Kautionsrückzahlungsklage einreicht oder einreichen lässt von einem Juristen.


    Hier trägt dann jeder vor was er dem Anderen vorwirft, so wie ich das sehe wirst du ohnehin nicht drum herum kommen, es sei denn du gibst kleinbei worauf vermieterseits natürlich spekuliert wird!


    Wie Leipziger schon geschrieben hat, wäre die Klausel der Schönheitsreparaturen, Rückgabe der Mietsache durchaus von Interesse, wer weis welche Klauseln in diesem vereinbart sind und unter Umständen nicht mehr wirksam?


    Gruß

    BHShuber