Mieterhöhung obwohl Miete im oberen Mietspiegel liegt?

  • Hallo zusammen :)


    wir haben heute einen Brief bekommen von unserer Vermieterin, die unsere Miete anheben möchte. Das hatte sie bereits vor ein paar Monaten versucht, jedenfalls damals noch ohne Begründung, weswegen wir natürlich nicht zugestimmt haben.

    Nun ist ihre Begründung die Anpassung an den Mietspiegel, den sie netterweise sogar mitgeschickt hat. Der Mietspiegel liegt bei 4,90 - 7,58 mit dem Mittelwert 6,42. Bisher liegt unsere Miete bei 7,04, also über dem Mittelwert. Die Vermieterin möchte aber auf 7,58 anheben, also auf das Maximum. :/

    Meine Frage ist nun: Muss ich da zustimmen, falls sie es einklagen will? Unsere Miete liegt doch bereits in der oberen Hälfte? Ich habe dazu leider noch nirgends was gefunden.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn da jemand was zu weiß ^^ Bin gespannt auf eure Meinungen!


    Viele Grüßle

    Shampie

  • Um welche Art von Mietspiegel handelt es sich?


    Im Mietspiegel sollte irgendwo zu finden sein, woher die Spanne kommt und welche Anforderungen es gibt, Wohnungen am obersten Ende der Spanne einzuordnen. Teilweise sind das Merkmale, die ansonsten bisher nicht erfasst wurden, teilweise gibt es dazu aber auch keine weitere Begründung und auch das obere Ende stellt einfach einen Teil der ortüblichen Miete dar. Dann liegt es im Ermessen der Parteien bzw. letztlich einem Richter, der die Wohnung einordnet.


    Hat die Vermieterin angegeben, aufgrund welcher Merkmale sie die Wohnung am obersten Ende der Spanne einordnet?

  • Für einen Laien ist es teilweise recht schwierig, so einen Mietspiegel zu verstehen. Selbst wenn die Miete in der oberen Hälfte liegt, ist theoretisch noch eine Anpassung möglich.


    Ich würde das Mieterhöhungsverlangen einfach mal durch Fachanwalt oder Mieterverein prüfen lassen.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Hallo Shampie,


    wenn Du auf einen Rechtsstreit aus bist: Geh zu einem Anwalt oder (wenn der in Deiner Gegend etwas taugt) dem Mieterverein und lass das pruefen. Richte Dich aber dann auf eine Anwaltsschlacht ein. Der Vermieter scheint sich naemlich in der Materie auch nicht viel besser auszukennen als Du und wird dann vermutlich ebenfalls einen Anwalt einschalten.


    Wenn Du auf ein langfristig vernuenftiges Auskommen mit deinem Vermieter aus bist: Ueberleg Dir, wann Du die letzte Mieterhoehung bekommen hast und wie stark die Preise in dieser Zeit gestiegen sind. Wenn das in etwa mit der Mieterhoehung uebereinstimmt, zahl. Die Realitaetsnaehe von Mietspiegeln laesst naemlich teiweise sehr zu wuenschen uebrig.


    cu

    Guenni


  • Erstmal spielt es keine Rolle, ob eure Miete bereits nahe der Obergrenze liegt.

    Sie kann bis zu dieser Grenze erhöht werden.


    Aber eben nur dann, wenn quasi nur wohnwerterhöhende Faktoren vorliegen


    Desweiteren bin ich der Meinung, dass in einem Mieterhöhungsverlangen zumindest erwähnt werden muss, dass bei der Berechnung die wohnwerterhöhenden und -mindernden Eigenschaften der Wohnung bei der Berechnung berücksichtigt wurden.
    Sie müssen aber erstmal explizit nicht genannt werden.


    Falls der Satz aber gar nicht so oder ähnlich gefallen ist, habe ich große Zweifel, dass auch dieses Mieterhöhungsverlangen wirksam formuliert worden ist.

    Also der genaue Wortlaut des Mieterhöhungsverlangen wäre interessant.

    Nachdem die VM ja schon mal auf die Nase gefallen ist, würde ich mich nicht wundern, wenn sie beim zweiten auch entscheidene Fehler gemacht hat.


    Ansonsten bleibt euch noch zu überprüfen, ob die Wohnung überhaupt diese maximale Ausschöpfung der Spannweite rechtfertigt.

    Wenn eindeutig nicht, würde ich meine Zustimmung ebenfalls nicht geben.


    MFG