WEGERECHT Nutzung des Nachbarn

    • Hallo!

      Bei mir ist die Situation folgende....

      Ich wohne seit knapp einem Jahr zur Miete in einer Eigentumswohnung. Diese Wohnung hat einen Garten und eine Terrasse die direkt an den Garten meines Nachbarn grenzt. Mein Nachbar hat ein Wegerecht durch meinen Garten. Da er sehr eng mit meinem Vermieter befreundet ist und die beiden früher hier nebeneinander gewohnt haben wird dieses Wegerecht auch fleißig genutzt. Teilweise liefen dann bei ihren Grillpartys sämtliche Besucher durch meinen Garten. An einer ihrer Feiern war auch mein Vermieter eingeladen und hat mitbekommen wie die Sache läuft und mich gefragt ob mich das stört. Er meinte er klärt das Ganze und seit dem hat sich das auch etwas reduziert. Allerdings baut er jetzt seine Terrasse um und muss natürlich wieder ständig durch meinen Garten, das zieht sich nun mit Pausen seit 4-5 Monaten hin. Nun wurden kommentarlos 3 Paletten Pflasterklinker in meinem Garten abgestellt und ich habe zu allererst mit meinem Vermiter darüber gesprochen. Dieser wusste von dieser Lieferung auch nichts, meinte aber ich solle das mit dem Nachbarn selbst klären und ihm persönlich sagen dass mich das stört. Ist das die korrekte Reaktion??(

  • Ist das die korrekte Reaktion?

    Ja. Erstmal sollte man immer das persönliche Gespräch suchen.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Als Ergänzung zu den Ausführungen von darkshadow :


    Wegerecht heißt nicht, dass der Nachbar irgendwelche Paletten bei Dir abladen darf. Ansonsten ist das Wegerecht nicht eingeschränkt, d.h. der Nachbar einschließlich Besucher dürfen den Weg so oft nutzen, wie sie wollen.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Ok, ich dachte dass trotzdem angeraten wird das Wegerecht nicht übermäßig auszunutzen, dazu kommen auch regelmäßige Grillabende unter der Woche auch gerne mal bis WEIT über 22 Uhr. Insgesamt ist das Ganze dann natürlich irgendwann ein überlaufendes Fass. Auch dachte ich es sei am Vermieter solche Sachen zu klären und es nicht dem Mieter zu überlassen dem Nachbar klar zu machen was geht und was nicht geht. So wie es aussieht bleibt mir nun nichts anderes übrig als meinen leider recht dreisten Nachbar zur Rede zu stellen.

  • Ok, ich dachte dass trotzdem angeraten wird das Wegerecht nicht übermäßig auszunutzen

    Bis auf das Abstellen der Paletten macht er es auch nicht, Dass man den Weg nutzt und man auch Besuch empfängt doch völlig normal und war auch vorher klar und absehbar.

    dazu kommen auch regelmäßige Grillabende unter der Woche auch gerne mal bis WEIT über 22 Uh

    Aber damit hat das Wegerecht doch nichts zu tun? Das ist ein eigenständiges Thema, nämlich der Nachtruhe.


    Auch dachte ich es sei am Vermieter solche Sachen zu klären und es nicht dem Mieter zu überlassen dem Nachbar klar zu machen was geht und was nicht geht.

    Im Grundsatz natürlich. Aber warum nicht erstmal selbst mit dem mal reden und die Probleme ansprechend, es betrifft dich doch auch entsprechend direkt. Natürlich kannst du auch den Vermieter darauf hinweisen, Miete mindern und sonst was machen. Sinnvoller ist aber zunächst das persönliche Gespräch. Danach kann man den Vermieter in Anspruch nehmen.


    Wenn du eine professionelle Beratung möchtest, die dir alle Möglichkeiten aufzeigt die du hast gegen den Vermieter und Nachbarn hast unter Einbezug vom Immobilienrecht, Unterlassungsklagen aufgrund von Immissionen und was es da nicht alles gibt, dann solltest du auch einen Anwalt beauftragen.


    Wir hier als Forum bieten eben keine Rechtsberatung, sondern versuchen zu helfen. Das kann in einigen Situationen eine Mietminderung sein (Heizung ausgefallen im Winter), die Klage (Kaution wird auch nach 2 Jahren nicht ausgezahlt) oder aber eben auch einfach ein Gespräch, wie es bei dir in meinen Augen sehr angemessen wäre.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Dass die Sache mit der Störung der Nachtruhe ein anderes Thema ist versteht sich von selbst, mein Punkt war dass viele einzelne Dinge irgendwann eine große Summe machen. Und der Nachbar hat das Wegerecht sehr wohl überstrapaziert, sonst hätte mein Vermieter mich nicht darauf angesprochen ob das was ihm aufgefallen ist für mich so störend ist wie vermutet. Auch war definitiv nicht absehbar, dass der Nachbar sämtlichen Besuch bei sämtlichen Grillabenden mehrmals die Woche durch meinen Garten lotst, wenn ganz leicht erreichbar auch eine Eingangstür zu dessen Wohnung da ist. Ich werde das Gespräch definitiv suchen müssen.

  • Auch muss ich zum vielleicht besseren Verständnis dazu sagen, dass das ein kleiner Garten mit einer kleinen Terrasse ist und völlig fremde Leute im Abstand von max. 1,50m an einem hin und her vorbei laufen. Bis jetzt hat das noch niemand, auch meine Vermieter nicht, als normal empfunden. Sie verstehen meinen Standpunkt und geben mir Recht, wollen sich nur so wie es aussieht aufgrund der bestehenden Freundschaft nicht weiter damit auseinander setzen. Trotzdem Danke für die Antworten und Meinungen!

  • Was man persönlich als normal empfindet und was auf der anderen Seite gesetzlich fixiert ist, muss nicht immer übereinstimmen.


    Ist ein Wegerecht dinglich (also im Grundbuch) fixiert, kann es umfänglich und uneingeschränkt genutzt werden. Eine Überstrapazierung gibt es also nicht.


    Wenn es allerdings eine andere Option gibt, wie die Besucher zum Nachbar kommen, sollte man das natürlich auch ansprechen.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Das es einen anderen Zugang gibt, hast du nicht erwähnt. Diese Begebenheit kann man ja nicht ahnen. Insofern könnte man § 1020 BGB als Ansatzpunkt heranziehen, der eine schonende Nutzung verlangt.


    Es ist schwierig vernüftigt zu antworten, wenn wichtige Einzelheiten nicht erwähnt werden, auch wenn es nicht absichtlich passiert.


    Ich würde doch den Gang zum Juristen anraten, dieser hinterfragt dann alles entsprechend und kann mit seiner Expertise auf einen zugeschnitten Antworten.

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  • Ja das war mein Fehler das nicht zu erwähnen. Wenn es keinen anderen Zugang gäbe würde mich das Ganze auch garnicht so stören. Ich habe mittlerweile mit den Leuten gesprochen und musste erstaunt feststellen, dass sie es zwar theoretisch verstanden haben DASS man Bescheid sagen sollte...aber WARUM man jemandem Bescheid gibt wenn drei Paletten in dessen Garten abgestellt werden - DAS haben sie nicht verstanden. Ich habe ihnen auch meine Nummer hinterlassen für zukünftige Fälle und hoffe die Sache wiederholt sich so nicht. Danke nochmal!

  • Danke nochmal!

    Gerne :)


    Ich finde es gut das du das persönliche Gespräch gesucht hast und noch schöner ist es das es wohl geholfen hat.

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