Verbrauchskosten im Mehrfamilienhaus gestiegen durch Umbau an Heizung

  • Hallo,


    unser Vermieter hat im Jahr 2017 an der Heizanlage des MFH etwas verändert um Legionellen mit bis zu 60 Grad im Leitungswasser abtöten zu können. Die Anlage muss angeblich einmal die Woche laufen, verbraucht dabei aber derart viel kWh, dass die Verbrauchskosten um 70% im Vergleich zu 2016 gestiegen sind. Entsprechend saftig fällt die Nebenkostenrechnung aus. Eine Information seitens des Vermieters, dass an der Anlage etwas verändert wird und dadurch mit Mehrkosten - ggf. höheren Abschlägen - zu rechnen ist, bekamen wir nicht. Müssen wir diese Mehrkosten nun einfach so hinnehmen, oder können wir hier die Wirtschaftlichkeit in Frage stellen, entsprechend weniger bezahlen.


    Danke und viele Grüße

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  • Die Anlage muss angeblich einmal die Woche laufen,

    Das verstehe ich nicht ganz. Warmwasser sollte doch immer mindestens auf 55 - 60 Grad erhitzt werden um Legionellen zu vermeiden.

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
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    "Sie hören von meinem Anwalt" ist die erwachsene Version von "Das sag ich meiner Mama":p

    Gruß anitari

  • Das finde ich merkwürdig.


    Unabhängig davon, dass die Vorlauftemperatur (wie anitari schon schrieb) sowieso dauerhaft 55-60°C betragen sollte, finde ich es seltsam, dass eine einmalige wöchentliche Erhöhung dieser Temperatur plötzlich 70% Mehrkosten zur Folge haben soll.

    Letztendlich handelt es sich hierbei nur um eine Art Zeitschaltuhr an der Heizungsanlage, die dafür sorgt, dass für einen kurzen Moment die Wassertemperatur steigt.


    Ist dies tatsächlich in der Abrechnung so aufgeführt? Vielleicht gab es auch einfach nur einen allgemeinen Mehrverbrauch im Haus? Einfach mal den gesamten Warmwasserverbrauch und die Brennstoffmenge im Vergleich zum Vorjahr prüfen.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Zum Vergleich:


    Brennstoffmenge in 2016: 37.155,00 kWh (78% Heizen, 22% Wasser)

    Brennstoffmenge in 2017: 65.270,00 kWh (83% Heizen, 17% Wasser)


    Ich werde wohl erst mal schauen, ob das Wasser bei uns wirklich nach 20 Sekunden die 55-60 Grad erreicht, was ich stark bezweifle. Mein Ansatz ist gerade der, dass die gesamte Heizanlage für das MFH (gebaut 2009) unterdimensioniert ist oder fehlerhaft arbeitet, ggf. über Jahre hinweg weit weniger als diese Temperaturen lieferte und nun - weil man keine neue Heizung einbauen will - notdürftig nachgerüstet wurde und in diesem Falle die hohen Verbrauchskosten Sanierungskosten gleichkommen. Mal ganz zu schweigen von der Gefahr die davon ausgeht, sollte die Anlage eben die Legionellen etc. überhaupt nicht abtöten können.


    Für die neuen Heizstäbe bzw. die Zeit in der diese angeblich liefen, wurden keine extra Angaben gemacht.

  • Hast du in deiner Rechnung auch berücksichtigt, wie die Temperaturen in diesen Jahren waren? 2017 hatten wir auch sehr hohe Heizkosten, sehr viel höher als in den Jahren davor, weil im Januar 2017 bereits das verbraucht wurde, was wir sonst über das Jahr hatten. Er war bei uns extrem kalt. 2016 war sehr warm, deutlich unterdurchschnittlich, was den Verbrauch anging.


    Legionellen haben ja nur etwas mit dem Warmwasser zu tun. Wenn der Anteil des Wassers so gemessen wurde, dann hat da eine Umstellung fast keine Auswirkungen auf den Gesamtverbrauch, zumal der Anteil fürs Warmwasser ja sogar runter ging. Das würde zum o.g. massiven Einfluss der Außentemperaturen in den Jahren passen. Wir hatten letztes Jahr zur Vorsorge und nach gewissen Umbauten am Warmwassersystem eine Woche die Warmwassertemperatur drastisch erhöht. Davon hat man beim Verbrauch (den wir separat erfasst haben) kaum etwas gemerkt. In der Summe macht das nichts aus.

  • Der Vermieter bzw. dessen Verwalter selbst gaben an, dass die Erhöhung des Verbrauchs mit dem Umbau der Heizung zu tun hat. Vergleichswerte aus 2015 liegen mir noch nicht vor, werde ich aber anfordern. Warmwasserbereitung ist das eine, dieses "wöchentliche" Abtöten der Legionellen anscheinend das andere. Jetzt wo du es sagst macht es natürlich Sinn den Fehler bei der Heizung zu suchen, unsere Verbrauchswerte erscheinen mir aber mit 6100 kWh zwar "hoch" aber eben auch nicht übertrieben. Ehrlich gesagt habe ich keinen blassen Schimmer, was die mit so viel Verbrauchsstrom getrieben haben. Auch der Preis von 15 Cent pro kWh erschließt sich mir nicht ganz (zuvor 9 Cent).

  • Wie sieht denn der Gesamtwarmwasserverbrauch in m³ in 2016 und 2017 aus? Wenn dieser im gleichen Maß gestiegen ist, wie die Brennstoffmenge, liegt die Ursache nicht an dieser Legionellen-Geschichte, sondern einfach nur in einem Mehrverbrauch.

    Der von Schweinchenfan benannte Aspekt der Außentemperaturen muss natürlich auch berücksichtigt werden.


    Nur aufgrund der Tatsche, dass einmal pro Woche die Vorlauftemperatur erhöht wird, verdoppeln sich nicht die Brennstoffkosten, zumal der Wasseranteil sogar auf 17% gesunken ist.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Also der Warmwasserverbrauch lag 2016 bei rund 298 m³ und in 2017 bei 421 m³. +40 % also. Ist zwar ein Mehrverbrauch, aber eben losgelöst von den Brennstoffkosten. Ist schon merkwürdig, dieser Zusammenhang. Am Ende ist die gesamte Abrechnung falsch, da falsch abgelesen... Muss ich später mal, zumindest an unserem Zähler für unsere Abrechnung, checken.

  • . Ist zwar ein Mehrverbrauch, aber eben losgelöst von den Brennstoffkosten.

    Hier dürften drei Aspekte eine Rolle spielen. Eine erhöhte (vielleicht nur zeitweise) Vorlauftemperatur, ein Mehrverbrauch Warmwasser und der erhöhte Heizbedarf aufgrund der Witterung.

    Wirklich Prüfbar ist das auf die Schnelle auch nicht. Es gibt ja nur die Rechnungen für den Brennstoff und für das Wasser. Wenn der Wasserverbrauch um 40% gestiegen ist, dann machen vielleicht weitere 25% den Mehrbedarf an Heizenergie aus und die restlichen 5% beziehen sich dann auf den geänderten Vorlauf.

    Einfach ausgedrückt: Irgendwas muss der Brennstoff ja erhitzt haben.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Die Aussage, wonach die Kostenerhöhung allein mit dieser wöchentlichen Temperaturerhöhung zusammenhängt, ist quatsch. Das dürfte nur einen sehr geringen Teil ausmachen.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Also der Warmwasserverbrauch lag 2016 bei rund 298 m³ und in 2017 bei 421 m³. +40 % also. Ist zwar ein Mehrverbrauch, aber eben losgelöst von den Brennstoffkosten. Ist schon merkwürdig, dieser Zusammenhang. Am Ende ist die gesamte Abrechnung falsch, da falsch abgelesen... Muss ich später mal, zumindest an unserem Zähler für unsere Abrechnung, checken.

    Wenn 40 % mehr Wasser verbraucht wurden, dann macht das schon einiges aus. Das muss ja erhitzt werden. Dazu die Tatsache, dass Anfang 2017 z.B. der kälteste Winter seit 30 Jahren war und das Jahr zuvor der wärmste seit 100 Jahren. Das würde die massiv gestiegenen Heizkosten sehr plausibel erklären.


    Selbstverständlich hast du das Recht, die Belege einzusehen und zu prüfen, ob die abrechneten Kosten mit den Rechnungen übereinstimmen. Aber das kann durchaus eine aufwändige Sache werden. Ich mache jährlich die Heizkostenabrechnung für unser 3-FH. Da muss man schon ein wenig Ahnung haben und sich reinfuchsen, wenn man die Abgrenzungen zum Vorjahr und zum Folgejahr machen muss, v.a. wenn der Versorger nicht von 01.01. bis 31.12. abrechnet. Oder gar mit Ölstand Anfang und Ende, Nachtanken,...


    Aber die Aussage der Verwaltung, dass das mit der Änderung an der Heizung zusammenhängt, ist Quak. Das dürfte so gut wie keinen Einfluss haben. Da brauchte nur jemand schnell ne Erklärung für etwas, worüber er bisher nicht nachgedacht hat. Und das geht ja öfter mal schief.