Unterschrift auf dem Wohnungsübergabeprotokoll bei Umzug und Probleme mit Vermieter

  • Hallo,

    wie viele hier erhoffe ich mir ein wenig Hilfe in Form von Ratschlägen und auch Wissen wenn vorhanden ;-)


    Kurz drumherum:

    Ich habe Ende Mai meine Wohnung zum 31.8. gekündigt. Frist demnach eingehalten. Am Freitag habe ich nun meine Wohnungsübergabe. Am Montag habe ich die Vermieterin angerufen um einen Termin auszumachen. Das wollte ich bereits vor einem Monat mit ihr machen als sie vor Ort war mit evtl. Nachmietern zur Besichtigung. Da sagte sie nur ja das machen wir dann. Ich habe seitdem nichts von ihr gehört, also habe ich wie gesagt am Montag mal telefonisch nachgefragt…. Sie sagte daraufhin, dass sie ja auch mal vorher die Wohnung begehen müsste um zu sehen, was ich noch so machen muss…. Dabei war sie in den zwei Jahren so oft bei mir in der Wohnung und vorallem diesen Monat mehrfach. Im weiteren Telefon erzählte sie dann, dass sie Mittwoch operiert wird in einer Stadt die 300km von uns entfernt ist. Wie bitte hätte sie dann die Wohnung vor Freitag noch einmal begehen wollen???? Ich wollte dann den Übergabetermin für Freitag vereinbaren und sie sagt ich hätte das nicht zu entscheiden, ich müsste mich nach ihr richten (das sagt sie immer…). Sie wollte dann Samstag 01.09. ich habe ihr dann gesagt, dass ich Samstag nicht mehr hier bin (ich ziehe 400km weit weg) und nur Freitag ab (!!) 10:30 kann. Dann wollte sie vor 10:30. Ich habe um 9:00 hier einen wichtigen Arzttermin den ich nicht verschieben kann. Dann wollte sie Donnerstag. Das ging von meiner Seite nicht, da ich meine Pflanzen erst nach meinem Arzttermin ins Auto schleppe (ich habe 25 Pflanzen) und sie nicht von Donnerstag auf Freitag bei den Temperaturen im Auto lagere. Sie hat mir dann um 15Uhram Freitag einen termin aufgebrummt, damit ich richtig schön spät auf die Autobahn in den Stau komme….


    Um das kurz zu fassen wie das Telefonat verlief: Sie ist der Meinung die Wohnung müsste ja mal gestrichen werden…ich müsste wenn ich ausziehe die Wohnung ja auch streichen weil das so ist und weil es im Mietvertrag steht. Ich habe ihr dann gesagt, dass im Mietvertrag nur Besenrein steht und dass ich in eine unrenovierte Wohnung gezogen bin und sie somit nicht renovieren muss. Man sieht ja auch noch alle Anzeichnungen und Flecken der Vormieterin (ich hatte extra meine Möbel so gestellt, dass ich das nicht die ganze Zeit sehen muss…) Ich habe ihr klar gemacht, dass ich nicht streichen werde weil ich nicht streichen muss! Sie sagte dass wäre nicht so! Mindestens 1 Raum wäre renoviert gewesen. Das entspricht nicht der Wahrheit. Darüber kann man streiten, aber in jedem Raum (2zi-whg). sind noch Anzeichnungen und Flecken der Vormieterin. Und ich habe Zeugen die mich die letzten zwei jahre besucht haben und bezeugen können wie meine Möbel standen. Ebenso hat sie damals beim Wohnungsübergabeprotokoll vermerkt, dass die letzte Renovierung 2013 stattgefunden hat und ich bin erst Oktober 2016 eingezogen. Also habe ich das schon mal schwarz auf weiß.


    In dem Kapitel „Schönheitsreperaturen“ im Mietvertrag steht:

    „ Sind vom Mieter/Vermieter zu tragen. Wenn der Mieter die Kosten übernimmt, muss dem Mieter die Wohnung im renovierten Zustand übergeben worden sein oder bei unrenovierter Wohnung muss dem Mieter ein Ausgleich gestellt worden sein.“ Ist glaub ich ein Standartmietvertrag. Sie hat dort das Wort „Vermieter“ durchgestrichen um sicher zu stellen, dass ich die Kosten trage. Aber die Wohnung war bei meinem Einzug unrenoviert und ich habe keinen Ausgleich erhalten!


    Ich habe nun von anderen Mietern gehört, dass sie wohl bei Wohnungsübergaben immer versucht alles mögliche für sich rauszukriegen. Deswegen denke ich, dass sie versuchen wird mir alles mögliche anzukreiden. Das Badezimmer habe ich heute freiwillig gestrichen, da ich dort Leuchtesterne mit Klebekit angebracht hatte und das Flecken verursacht hat. Allerdings habe ich in den anderen Räumen keine Flecken verursacht. Lediglich im Schlafzimmer war eine Zimmerecke durch das Anlehnen des Hundes verunreinigt, das habe ich auch gestrichen. Jedoch dort nur diese Ecke! Meine sämtlichen Bohrlöcher habe ich zugespachtelt. Die der Vormieterin jedoch nicht!!


    In der Küche gibt es eine Arbeitsplatte aus Holz. Diese weist Gebrauchsspuren der letzten zwei Jahre auf, die ich jedoch nicht mutwillig verursacht habe. Zum einen sind das Wasserflecken rund ums Waschbecken (Spritzer). Ich denke die Platte war nicht richtig versiegelt, sonst dürfte das doch eigentlich nicht passieren… Und ein Konservendosenabdruck, da ich eine Konserve (geschlossene!!!) dort für ein paar Stunden stehen hätte. Der Metallrand hat einen runden Abdruck hinterlassen. Ich frage mich warum das Dingen Arbeitsplatte heißt, wenn dort nicht einmal eine geschlossene Erasco Suppendose für ein paar Stunden draufstehen darf :-/ (Ich habe mir danach so eine Auflegearbeitsplatte aus Holz gekauft, damit dies nicht noch einmal passiert…und ich meine Dosen dort abstellen kann wie auf einer normalen Arbeitsplatte!) Weiterhin sind dort dunkle Verunreinigungen an einer Stelle neben dem Herd, die ich mir nicht einmal erklären kann.


    Weiterhin ist an einer weiß gestrichenen Holz-Zimmertür (es ist ein sehr altes Haus) neben dem Griff bzw Türschloss etwas Farbe abgebröckelt. Die Tür wurde von mir eigentlich nur sehr selten benutzt, da die Wohnung so klein ist, dass die Tür immer offen stand. Da wo die Farbe abgebröckelt ist, sieht man noch den alten vergilbten Lack drunter. Man sieht genau, dass dieser nicht angeschliffen wurde bevor sie das neue weiß drüber lackiert haben. Die Leute denen ich das bisher gesagt/gezeigt habe meinen auch, dass ich dafür nichts kann, da der Lack so nicht halten kann ohne Anschleifen und es verständlich ist, dass er dort bröckelt wo das Schloss/der Griff ist, weil da am meisten Druck beim Schließen auf die alte Holztür entsteht.


    Meine Sorge ist nun, dass sie alles schön brav in das Übergabeprotokoll schreibt und mir deswegen Geld abknöpfen will. Ich habe keine Kaution hinterlegt, sie wollte damals, dass ich so eine Kautionsbürgschaft mache und sie eine Kautionsurkunde erhält wo sie ggf das Geld einfordern kann.


    Wenn sie nun alles ins Protokoll schreibt, unterschreibe ich das dann? Weil ich bin ja nicht damit einverstanden! Die Flecken und Anzeichnungen und Löcher sind von der Vormieterin und nicht von mir! Arbeitsplatte und Tür sehe ich als Gebrauchsabnutzung, oder? Es kann ja nicht sein, dass die mir ne Arbeitsplatte einbauen die ich nicht benutzen darf…


    Wenn ich das Protokoll unterschreibe, ist das dann so als wenn ich es einsehe und muss bezahlen? Weil das sehe ich definitiv nicht ein!!! ;-) Also das wäre meine Hauptfrage: Was mache ich mit dem Übergabeprotokoll. Ich habe eine gute Rechtsschutzversicherung und gehe auch einen Rechtsstreit mit ihr ein. Ich werde alles morgen noch einmal fotografisch festhalten und mir zur Not nächste Woche einen Anwalt suchen. Allerdings weiß ich nicht, ob ich mit meiner Unterschrift auf dem Protokoll eingestehe, dass ich das verursacht habe und zahlen muss… Oder soll ich selber in beide Ausfertigungen des Protokolls (vor meiner Unterschrift) dazu schreiben, dass ich das Protokoll zur Kenntnis genommen habe, aber damit nicht einverstanden bin? Ich fühle mich im recht und hoffe damit auch richtig zu liegen. Ich mag mich nicht von ihr ausnehmen lassen nur weil das andere schon getan haben… Also würde ich gerne wissen, wie ich mit diesem Protokoll umgehen soll…


    Was noch wissenswert wäre, da sie ja heute (Mittwoch) diese OP 300Km entfernt hatte, was ist, wenn sie Freitag gar nicht zur Wohnungsübergabe kommen kann und die verschieben will? Was mache ich dann? Ich bin ab Samstag 400km entfernt. Und sie weiß seit Ende Mai, dass Freitag der 31.08. mein letzter Mietstag ist. Und wenn sie da keine Wohnungsübergabe machen kann hätte sie sich ja mal gefälligst vorher bei mir melden können und nicht warten bis ich sie anrufe, mal abgesehen davon, dass ich sie vor einem Monat schon darauf angesprochen habe…


    Kurz noch zu der Vermieterin. Sie ist erst seit ein paar Jahren Eigentümerin. Es gehörte vorher ihrem Vater der dann verstarb. In den zwei Jahren fanden mehrere Renovierungsarbeiten im Hause statt (in anderen Wohnungen über mir, wohne Erdgeschoss) die mehrere Monate andauerten und sehr laut waren und sie hat die Mieter darüber nicht informiert, sowie auch keine Information über eine riesen Leiter vor meinen Fenstern hoch in den dritten Stock für Renovierung dort, die Leiter stand fast zwei Monate dort. Ich könnte noch andere Dinge aufführen, aber ich denke das bringt nix, da ich sie anstandslos hingenommen habe. So wie die anderen Mieter bin auch ich einfach glücklich darüber gewesen eine Wohnung zu haben, in der ich mit Hund (sie selber hat auch zwei Hunde) wohnen darf und für die sie locker in der Gegend in dieser Stadt 150,- mehr hätte verlangen können…


    Als kleine Anekdote zum Schluss: Ich war bis Sonntag knapp 1,5 Wochen in meiner neuen Wohnung 400km entfernt. Als ich wieder kam und meinen Briefkasten öffnete befand sich nicht ein Brief drinne!!! Und dann sah ich: Mein Name war abgekratzt! Mein Nachsendeantrag lief noch nicht und ich habe wichtige Post erwartet. Generell bekomme ich mindestens jeden zweiten Tag irgendwelche Post… Ich sprach sie beim Telefonat drauf an, dass ich verblüfft war, dass meine Name schon nicht mehr am Briefkasten steht. Sie sagte sofort, dass sie das nicht war (Ich habe es ihr ja nichtmal unterstellt!!) und ja schon komische Dinge passieren… Unsere Tür befindet sich auf einem Hinterhof und nicht an der Straße wo jedermann vorbeiläuft und es war nur mein Name abgekratzt… Jaja, komische Dinge…. Meine Post ging somit mit "unbekannt verzogen" zurück an den ABsender, was selbstverständlich in manchen Fällen Adressermittlungen nach sich zieht die ich somit bezahlen muss... na super, danke!


    So, ich hoffe alles war verständlich und nicht zu viel und hoffe sehr darauf, dass irgendwer Tipps für mich bezüglich meiner Unterschrift auf dem Protokoll hat… Lieben Dank schon mal euch allen!

  • Das Protokoll nicht unterschreiben und fertig. Dazu ist man nicht verpflichtet und sollte man auch nicht tun!

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.