Verwechselte Wasser- und Heizungszähler - Fristen für den Vermieter

  • Hallo Leute,


    ich habe ein kleines Problem und habe bisher im Internet keine Lösung dazu finden können.


    Wie oben beschrieben, wurden in meiner alten Wohnung meine Wasser- und Heizungszähler mit denen meiner Nachbarin vertauscht. Dies ist aufgefallen, da im Frühjahr/Sommer 2018 diese gewechselt wurden und der Handwerker nur meinte, die seien ja gar nicht auf meinen Namen registriert.


    Jetzt habe ich das Ganze im Sommer 2018 auch an meine damalige Verwaltung geschickt. Da wurde es natürlich erstmal falsch einsortiert und erst auf erneute Anfrage von mir wieder herausgekramt und doch in die richtige Abteilung geschickt. Dies müsste im August geschehen sein.


    Jetzt haben wir ja inzwischen 2019 und ein halbes Jahr ist um. Ich habe von denen immer noch nichts gehört und heute mal angerufen. Die Dame am Telefon sagt, sie kann es nicht beschleunigen und es ist nunmal viel zu tun in der Abteilung.


    Ich kann das leider nicht so ganz abschätzen. Meiner Meinung nach, sollte es doch wohl möglich sein, so etwas in einem halben Jahr zu regeln. Gibt es da rechtliche Fristen, wie schnell ein Vermieter eine solche Problematik lösen muss?


    Ich weiß selbst noch nicht, ob ich hinterher überhaubt Geld zurück bekommen würde, würde aber mal schätzen schon. Ich bin nicht unbedingt auf das Geld angewiesen, aber ich will das Ganze endlich hinter mir haben und das Kapitel mit dem Vermieter abschließen.


    Ich hoffe hier zumindest ein wenig schlauer zu werden.


    Mit besten Grüßen und vielen Dank schonmal für eure Antworten!

  • Das lässt sich nicht so pauschal und einfach beantworten. Denn es gibt hierfür keine Fristen. Daher ist es schwierig, eine Empfehlung zu geben. Es gibt lediglich die gesetzliche Verjährungsfrist für eine Forderung, die jemand gegenüber einem anderen hat. Aber diese ist gehemmt, solange die Klärung über die Höhe noch im Gange ist. Und das kann sich manchmal lange hin ziehen.


    Doch zunächst eine Information, die für deine Frage von Bedeutung ist. Als Mieter hat man nach Erhalt einer Nebenkostenabrechnung 12 Monate Zeit, diese zu überprüfen und Beanstandungen mitzuteilen. Danach ist der Vermieter nicht mehr verpflichtet, eine Korrektur vorzunehmen. Weiter zurück liegende Abrechnungen müssen also nicht mehr berichtigt werden, außer der Vermieter tut es trotzdem. Er darf sich auf die Abrechnungen beschränken, bei denen deine Frist zur Beanstandung noch nicht abgelaufen ist.


    Dann wäre es schon interessant für die weitere Überlegung, ob du eine Erstattung zu erwarten hättest. Denn wenn dem nicht so ist, dann lohnt sich die Mühe, beim Vermieter Druck aufzubauen, vielleicht gar nicht. Dann könntest du dir überlegen, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Daher meine Frage, siehst du eine Möglichkeit, heraus zu finden, in werlcher Wohnung die Zähler verbaut sind, die auf deiner Abrechnung stehen? Hat es dir der Handwerker vielleicht gesagt? Wenn du das wüßtest, könntest du die Zählerdaten vergleichen und du siehst dann gleich, ob die auf deiner Abrechnung höher oder niedriger sind.


    Ein weiterer Ansatz ist, dass du dein Recht auf persönlicher Belegeinsicht beim Vermieter wahrnimmst. Diese Belegeinsicht umfasst nicht nur die Rechnungen, die der Vermieter bekommen hat, sondern dazu gehört dann auch, die Zählerwerte der anderen Wohnungen einzusehen. Denn auch das ist erforderlich, um die Korrektheit einer Abrechnung überprüfen zu können. Du solltest so anhand der Zählernummern erkennen können, mit welcher Wohnung die Zählerwerte vertauscht wurden.


    Du siehst, eine richtige Antwort kann es darauf nicht geben. Es geht erst mal darum, weitere Infos über die Zähler zu bekommen. In Anbetracht dessen, dass ja keineswegs gewiss ist, ob du Geld zurück bekommen würdest, wäre dies zielführender und sinnvoller als den Vermieter mit gerichtlicher Hilfe zur Korrektur zu bewegen. Und wenn du die richtigen Zählerdaten mit den genannten Tipps heraus finden kannst, wäre es dann auch möglich, den Betrag einer Rückerstattung selber auszurechnen.

  • Ich kann das leider nicht so ganz abschätzen. Meiner Meinung nach, sollte es doch wohl möglich sein, so etwas in einem halben Jahr zu regeln. Gibt es da rechtliche Fristen, wie schnell ein Vermieter eine solche Problematik lösen muss?

    Du hast die Abrechnung moniert und nun wäre der Vermieter bzw. Hausverwaltung am Zug. Sollte sich in der Angelegenheit nichts bewegen hast Du das Druckmittel Miete mit Vorbehalt zu überweisen. Hat vielfach Wirkung.

    Ein weiterer Ansatz ist, dass du dein Recht auf persönlicher Belegeinsicht beim Vermieter wahrnimmst. Diese Belegeinsicht umfasst nicht nur die Rechnungen, die der Vermieter bekommen hat, sondern dazu gehört dann auch, die Zählerwerte der anderen Wohnungen einzusehen. Denn auch das ist erforderlich, um die Korrektheit einer Abrechnung überprüfen zu können. Du solltest so anhand der Zählernummern erkennen können, mit welcher Wohnung die Zählerwerte vertauscht wurden.

    Nur zur Ergänzung, aus meiner Sicht bzw.Erfahrung; Auf jedem Zähler ist die Zählernummer angegeben/eingraviert. Wenn ich die Heizkosten -inkl. WWK- er-

    halte vergleiche ich die Nummern dieser abgelesenen Zähler, und stelle so evtl. falsch an-

    gegebbene Daten fest. Ein Fehler kann so von der Abrechnungsfirma nach Meldung unverzüglich korrigiert werden. Voraussetzung ist natürlich dass mir die Nummern der Zähler bekannt sind. Ist übrigens zu empfehlen sich die Nummern der jeweiligen Zähler zu notieren und bei Ablesung auch den Stand/Verbrauch aufzuschreiben. Gerade bei Reklamation kolossal wichtig.


    @ Fruggel, ich bin mir nicht sicher ob der Mieter auch die Zählerwerte anderer Mieter zwecks Korrektur einsehen darf. Man beachte die neue Datenschutzverordnung.

  • hast Du das Druckmittel Miete mit Vorbehalt zu überweisen.

    Du hast in der Fragestellung übersehen, dass das Mietverhältnis bereits beendet ist.


    ich bin mir nicht sicher ob der Mieter auch die Zählerwerte anderer Mieter zwecks Korrektur einsehen darf

    Das ist für die Überprüfung der Abrechnung erforderlich. Man kann ja sonst beispielsweise nicht prüfen, ob die Gesamtsumme der Zählereinheiten des Hauses (für den Teiler in der Rechnung) stimmt.


    Offtopic: Auch ein Vermieter hat natürlich Pflichten bezüglich der Datenschutzverordnung. Und dazu gehört es, seinen Mietern eine Datenschutzerklärung auszuhändigen, in der dann unter anderem auch steht, an wen Daten weiter gegeben werden und zu welchem Zweck.

  • Hierzu folgendes Urteil des BGH. .


    Der Vermieter ist verpflichtet, einem Mieter auf Verlangen auch die Ablesebelege zu den anderen Wohnungen im Haus vorzulegen (vergleiche BGH, Urteil vom 07.02.2018, Az. VIII ZR 189/17). Auch dabei handelt es sich um eine Datenverarbeitung in Form der Weitergabe der Daten an Dritte. Rechtsgrundlage für die Offenlegung der Unterlagen ist die Vertragserfüllung. Die Mieter müssen informiert werden.

  • Vielen Dank für eure Antworten. Ich schau mal, was sich da machen lässt. Es ist in der tat wohl alles etwas komplizierter dadurch, dass ich jetzt in einer anderen Stadt wohne.


    Werde aber mal bei meinem ehemaligen Vermieter anfragen, wie die Möglichkeit so ist, an die anderen Zählerstände zu kommen.