Kosten für NK-Erstellung übernehmen

  • Hallo. Ich habe eine kurze Frage bezüglich der Kostenübernahme für die Erstellung der Nebenkostenrechnung, da ich 10.2016 bis 03.2018 in einer Wohnung zur Miete gelebt habe und nun meinen ehemaligen Vermieter darauf hingewiesen habe, dass die Nebenkosten noch nicht abgerechnet wurden. Jetzt hat er mir mitgeteilt, dass er ein externes Büro beauftragen würde, wofür ich die Kosten voll übernehmen müsste, da ich die einzige Partei in dem Haus war und somit die Kosten nicht zwischen mehreren aufgeteilt werden können. Da es sich um drei Jahre handelt, würden das über 500€ sein, die ich bezahlen müsste. Wenn ich es richtig verstanden habe, kann er schon rechtens die Erstellung der Abrechnung in Rechnung stellen... aber auch wenn diese eigentlich nicht fristgerecht eingegangen ist (also für das Jahr 2017 bspw. bis Ende 2018)? Über Antworten würde ich mich sehr freuen :)

  • Wenn ich es richtig verstanden habe, kann er schon rechtens die Erstellung der Abrechnung in Rechnung stellen...

    Nö, das kann er nicht. Einzig die Kosten für eine Heizkosten- und Kaltwasserabrechnung wären umlegbar. Da du aber alleine dort gewohnt hast, sind keine Kosten aufzuteilen. Jetzt hängt es davon ab, wie der Zeitraum für die Betriebskostenabrechnung ausschaut. Bei kalendermäßer Abrechnung könnte für 01 bis 03.2018 Noch eine Abrechnung erstellt werden. Die Zeit davor ist verfristetund du musst keine Nachzahlung leisten. Ein Guthaben müsste dir aber ausgezahlt werden.

  • da ich die einzige Partei in dem Haus war und somit die Kosten nicht zwischen mehreren aufgeteilt werden können.

    Würdest du die Situation bitte etwas genauer beschreiben. Hast du das ganze Haus gemietet? Oder stehen andere Wohnungen leer?


    Es ist nämlich so, dass die Nebenkosten für Leerstand der Vermieter zu tragen hat. Diesen Anteil darf er nicht auf bestehene Mieter abwälzen. Und deine Beschreibung riecht sehr danach, dass der Vermieter deswegen keine Abrechnung erstellt, weil er genau weiß, dass er dir Guthaben zurück zu zahlen hätte und dann sein Verlust noch größer wird.


    Ich stimme daher mit der Antwort von Köbes nicht überein in dem Punkt, dass es nichts aufzuteilen gibt. Selbst bei den Heizkosten kann es evtl. etwas aufzuteilen geben, da bei einer zentralen Heizanlage ein Teil der Kosten nach Wohnfläche gerechnet wird.


    Wenn dann der Vermieter die Abrechnung nachliefert, sollte diese überprüft werden um sicher zu gehen, dass er nicht irgend was an Leerstandskosten auf dich belastet, was der Vermieter tragen muss.

    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschätzen würde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.

  • Also es gab noch zwei weitere Wohnungen in dem Haus, die aber von Angehörigen von ihm bewohnt werden.

    Somit ist die Aussage des Vermieters schon mal falsch, dass die Kosten des Hauses nicht aufgeteilt werden können. Das müssen sie sogar. Wenn der Vermieter von seinen Angehörigen keine Nebenkosten verlangen möchte, dann ist das sein Privatvergnügen. Aber hinsichtlich der NK Berechnung sind der Vermieter und seine Angehörigen wie normale Mieter zu betrachten.


    Die Kosten der Berechnung bzw. der Erstellung der Abrechnung darf nur für die Heizkosten und die verbrauchsabhängigen Wasserkosten umgelegt werden (das schrieb Köbes schon), aber für den Rest nicht.


    Mein Vorschlag: Bestehe weiterhin darauf, eine Abrechnung zu erhalten. Mach ihm keine Zusage wegen Kosten für die Abrechnung. Die Abrechnungen prüfen wir dann. Und falls etwas auf der Abrechnung steht, was nicht drauf stehen darf, kann man sich damit auseinandersetzen. Aber erst mal muss eine Abrechnung vorliegen.

    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschätzen würde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.