Mietvertrag - vorläufige Grundmiete

  • Hallo liebe Community,


    nach längerer Suche haben wir endlich eine Wohnung gefunden und der neue Mietvertrag wurde uns zugesandt. Bei Durchsicht stellten wir fest, dass dort steht " Die Grundmiete beträgt monatlich - vorläufig - für die Wohnung XXXX Euro. Es ist weder eine Staffel, noch eine Indexmiete vereinbart worden. Noch wurde "vorläufig" im Mietvertrag näher erklärt. Die Wohnung wurde durch den Eigentümer freifinanziert.

    Jetzt sind wir stark verunsichert, ob wir unterschreiben können oder lieber nicht. Nicht das der Vermieter in zB 6 Monaten, ohne das gesetzliche Regeln greifen, mal so einfach die Grundmiete um 50 Euro erhöhen kann. Es ist auch eine Mindestmietzeit von 48 Monaten vereinbart worden. Der Vermittler reagiert nicht auf unsere Nachfragen.


    Hat jemand einen Rat für uns ? Hat jemand so etwas auch schon mal gehabt ?


    Liebe Grüße


    midgard01

  • Es ist auch eine Mindestmietzeit von 48 Monaten vereinbart worden.

    Nach 48 Monaten hast Du das Recht auszuziehen sofern von Dir die Wohnung 3 Monate zuvor gekündigt wurde. Die Kündigung gilt schon ab Vertragsschluß, also ab dem Tag der Vertragsunterzeichnung. Auch hier steht gelegentlich im Mietvertrag, dass die Kündigung

    erst ab Mietbeginn möglich ist.

    Ob die Mindestmietzeit wegen des Hinweises auf 48 Monate ungültig ist und nur die 3-monatige Kündigungsfrist gültig, kann ich ohne genaue Formulierung im Vertrag nicht sagen.

  • Die Grundmiete beträgt monatlich - vorläufig - für die Wohnung XXXX Euro.

    Das Wort vorläufig hat hier überhaupt keine Bedeutung. Denn damit ist ja überhaupt nichts ausgesagt, unter welchen Bedingungen die Miete erhöhrt werden kann. Auf der anderen Seite darf der Vermieter die Miete grundsätzlich nur im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften erhöhen. In sämtlichen Gesetzen des Mietrechts steht dabei, dass eine Vereinbarung zum Nachteil des Mieters unwirksam ist. Schon allein deswegen ist eine Kausel, die etwas anderes sagen würde, nicht möglich. Du musst dir also keine Sorgen in dem Punkt machen.

    Es ist auch eine Mindestmietzeit von 48 Monaten vereinbart worden.

    Ich nehme an, du meinst einen gegenseitigen Kündigungsausschluss. Ein solcher darf vereinbart werden. Man muss sich dann wohl überlegen, ob man sich für eine solch lange Zeit an die Wohnung binden kann und möchte.


    Bei den 48 Monaten kommt jedoch noch dazu, dass das die maximale Zeit ist, die laut BGH für einen Kündigungsausschlus in einem vorgefertigten Mietvertrag zulässig ist. Und hierbei kommt es dann sehr genau auf die Formulierung an, ob die Klausel wirksam ist. Wenn der Vermieter hierbei Fehler macht, kann es passieren, dass die Zeit des Kündigungsausschlusses im Endeffekt mehr als die 4 Jahre sind, und dann wäre die Klausel unwirksam. Das wäre gut für dich. Wie es in deinem Fall ist, weiß ich natürlich nicht, da ich den Vertrag nicht kenne.