Mietvertrag - Schönheitsreparaturen und Fragen zu Klausel

  • Hallo ihr Lieben😊,

    habe eine bzw. zwei Fragen:


    In unserem Mietvertrag steht folgende Klausel:


    Schönheitsreparaturen:


    WĂ€hrend der Dauer des MietverhĂ€ltnisses ĂŒbernimmt der Mieter die Kosten fĂŒr Schönheitsreparaturen. Hierzu gehören insbesondere das Streichen der WĂ€nde und Decken sowie der InnentĂŒren,das Lackieren der Heizkörper und Heizrohre und der AußentĂŒren und Fenster von innen.


    In der Regel sind Schönheitsreparaturen durchzufĂŒhren:


    -in KĂŒche Bad und Dusche alle 3 Jahre


    - Wohn- und SchlafrÀumen (...) 5 Jahre


    - sonstige NebenrÀume 7 Jahre



    Meine Frage ist:


    Wir ziehen nun nach 8 Monaten Mietdauer aus.


    1) MĂŒssen wir die DĂŒbellöcher schließen ?

    Es waren bereits vom Vormieter noch DĂŒbel in der Wand.


    2) Leider ist durch unsere selbst angeklebten Fliegengitter der Lack außen an 2 Fenstern teilweise mit abgegangen.

    Darf ich das selbst streichen oder jmd beauftragen ? Oder kann der Vermieter selbst eine Firma organisieren ?


    Vielen Dank schonmal :-)


    LG

    Dani




    WĂŒrde mich ĂŒber eine Antwort freuen


    LG

    Marcel

  • DĂŒbellöcher mĂŒssen nicht verschlossen werden, außer man hat die WĂ€nde zu Schweizer KĂ€se gemacht. Das Setzen von DĂŒbeln gehört zu der vertragsgemĂ€ĂŸen Nutzung einer Mietwohnung. Das Schließen dieser DĂŒbellöcher ist in der Regel auch nicht ohne Farbfehler hinzukriegen.


    Anders ist es mit den Farbablösungen an den beiden Fenster. Hier mĂŒssen die SchĂ€den beseitigt werden. Ich wĂŒrde mit dem Vermieter darĂŒber reden, bevor man mit der Ausbesserung evtl. den Schaden noch grĂ¶ĂŸer macht.

  • WĂ€hrend der Dauer des MietverhĂ€ltnisses ĂŒbernimmt der Mieter die Kosten fĂŒr Schönheitsreparaturen.

    Diese Klausel ist generell mal wirksam.


    Jedoch hat der BGH festgelegt, dass die Pflicht zu den Schönheitsreparaturen nur dann auch den Mieter abgewĂ€lzt werden darf, wenn der Mieter die Wohnung entweder renoviert ĂŒbergeben bekommen hat, oder aber einen angemessenen finanziellen Ausgleich fĂŒr eine unrenovierte Wohnung bekommen hat.


    "Renoviert" ĂŒbergeben bedeutet, dass keine Abnutzungsspuren des Vormieters mehr erkennbar sind, oder diese zumindest nur so minimal sind, dass sie nicht ins Auge fallen. Du schreibst, dass Bohrlöcher des Vormieters vorhanden waren. Somit hast du die Wohnung nicht renoviert bekommen. Falls du also keinen finanzeillen Ausgleich bekommen hast, hat es sich mit der Renovierungspflicht erledigt.

    MĂŒssen wir die DĂŒbellöcher schließen ?

    Sofern die Renovierungspflicht korrekt vereinbart ist, wĂŒrden auch kleinere Reparaturen wie das Verschließen von Bohrlöchern dazu gehören. Siehe dazu die ErklĂ€rung im obigen Absatz.

    Leider ist durch unsere selbst angeklebten Fliegengitter der Lack außen an 2 Fenstern teilweise mit abgegangen.

    Das hat somit nichts mit den Schönheitsrenovierungen zu tun, sondern ist als BeschÀdigung anzusehen. Wenn du es durch Streichen in Ordnung bringen kannst, spricht nichts dagegen. Ansonsten kann der Vermieter jemanden damit beauftragen und die Kosten von dir verlangen.

    DĂŒbellöcher mĂŒssen nicht verschlossen werden, außer man hat die WĂ€nde zu Schweizer KĂ€se gemacht.

    Diese Aussage ist so allein fĂŒr sich genommen mißverstĂ€ndlich. Wenn man nicht renovieren muss, dass stimmt es so und man muss auch keine Bohrlöcher verschießen. Wenn jedoch die Pflicht zur Renovierung ordnungsgemĂ€ĂŸ vereinbart ist, dann gehören kleinere Reparaturen wie das Verschließen von Bohrlöchern dazu.

    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschĂ€tzen wĂŒrde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.

  • Danke fĂŒr eure Antworten :-)


    Haben mit den Vermietern gesprochen, die Löcher mĂŒssen wir nicht schließen.


    FĂŒr die Fenster lassen wir jemanden schauen.


    Ich denke mit einem kleinen Haarriss (welcher vorher nicht da war) in der Klobrille verhÀlt es sich wie mit den Fenstern, oder ?

  • Ich denke mit einem kleinen Haarriss (welcher vorher nicht da war) in der Klobrille verhĂ€lt es sich wie mit den Fenstern, oder ?

    Kommt drauf an, wie er entstanden ist. Ein Riss kann im Laufe der Zeit bei ganz normaler Benutzung entstehen, durch MaterialermĂŒdung oder Ă€hnliches. Das geht dann zulasten des Vermieters. Habt ihr es hingegen schuldhaft verursacht, weil euch beispelsweise etwas drauf gefallen ist, was hĂ€tte verhindert werden können, dann mĂŒsst ihr die Klobrille ersetzen.

    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschĂ€tzen wĂŒrde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.

  • Wenn man nicht renovieren muss, dass stimmt es so und man muss auch keine Bohrlöcher verschießen.

    Hier ne kleine Anmerkung, auch wenn man nicht zur Vornahme von Schönheitsreparaturen verpflichtet ist, muss man Bohrlöcher bzw. DĂŒbellöcher verschließen, wenn sie zu zahlreich vorliegen, jedoch liegt der Schwellenwert recht hoch, variiert aber auch je nach Zimmer.


    Wenn du es durch Streichen in Ordnung bringen kannst, spricht nichts dagegen. Ansonsten kann der Vermieter jemanden damit beauftragen und die Kosten von dir verlangen.

    Etwas schwierig. denn grundsĂ€tzlich hat der Vermieter das Wahlrecht, ob er den Schaden selbst beseitigt oder den Mieter dafĂŒr in Anspruch nimmt. Aber es scheint ja so, ob sich das bereits geklĂ€rt hat.


    Bei der Klobrille stellt sich die Frage nach einer gĂŒltigen Kleinreparaturklausel, wenn diese vorliegt mĂŒsstet ihr wohl die Kosten fĂŒr einen Ersatz tragen, unabhĂ€ngig vom Verschulden. Gibt es eine solche Klausel nicht, kommt es wie Fruggel geschrieben hat auf das Verschulden an.

    Die Richtigkeit oder VollstÀndigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verÀndern.

  • muss man Bohrlöcher bzw. DĂŒbellöcher verschließen, wenn sie zu zahlreich vorliegen

    Ja. Das hat Köbes schon erwĂ€hnt, daher habe ich es nicht wiederholt. Aber das kommt in der Praxis wohl Ă€ußerst selten vor. Da muss jemand schon mit Mutwilligkeit ans Werk gegangen sein, um Nachbarn mit LĂ€rm zu Ă€rgern, um den Schwellenwert zu ĂŒberschreiten.


    Etwas schwierig. denn grundsĂ€tzlich hat der Vermieter das Wahlrecht, ob er den Schaden selbst beseitigt oder den Mieter dafĂŒr in Anspruch nimmt.

    Das steht im 2. Satz aus dem Zitat von mir. Ich meinte, wenn man es in Ordnung bringen kann, bevor es der Vermieter sieht. Daher nicht schwierig.


    Danke fĂŒr die ErgĂ€nzung mit der Kleinreparaturklausel. Daran hatte ich in dem Moment nicht gedacht.

    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschĂ€tzen wĂŒrde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.

    Einmal editiert, zuletzt von Fruggel ()