Vermieter dreht mir teureren Internetvertrag an

  • Hallo zusammen!


    Ich komme gleich zum Punkt und habe folgendes Problem:


    Vor einem Jahr bin ich aufgrund eines weiter entfernten Studiums in eine Mietwohnung gezogen.


    Da der Vermieter zuvor seinem Sohn hat dort Wohnen lassen, hatte er einen schon laufenden Internetvertag von 25€ für zwei Jahre.

    Aus Gefälligkeit habe ich diese für das zweite Jahr übernommen. Nicht offiziell, im Mietvertrag steht nur die komplette Summe für die Nebenkosten und die Summe der Warmmiete drin. Die extra Kosten für das Internet sind nicht extra aufgelistet.


    Jetzt habe ich vom Vermieter eine Benachrichtigung bekommen, ich solle zum 1.3 mehr Geld für die Miete überweisen, da das Internet jetzt 60€ kostet.


    Vereinbart war, dass er den zwei Jahresvertrag aber rechtzeitig kündigt...weil der Vertrag noch über ihn läuft! (Diese Vereinbarung war jedoch nur mündlich) Ich habe ihm auch rechtzeitig am 23.7.2018 darauf nochmal aufmerksam gemacht, sich um den Vertrag zu kümmern! (Per E-mail)


    Jetzt hat er mir jedoch gedroht, wenn ich die Internetkosten nicht zahlen will, soll ich eben raus aus der Wohnung und hätte dann bis zum 1.6 dafür Zeit.


    Weiterer wichtiger Fakt: ich bin seit Oktober 2018 quasi ohne Mietvertrag. Ich hatte zunächst einen für ein Jahr, weil der Sohn dann wieder selbst in die Wohnung wollte. Da er aber doch nicht in dieser Stadt studieren wollte, haben wir per Mail ausgemacht, dass ich weiter in der Wohnung bleiben kann und wir einen neuen Vertrag für die Mietwohnung aufsetzten! Obwohl ich meinem Vermieter mehrfach darauf aufmerksam gemacht hab und gefragt habe, wann das nun endlich passiert, habe ich bis heute keinen neuen offiziellen Vertrag. Bis heute! Heute möchte er den neuen Vertrag endlich bringen, vermutlich mit der Änderung, das die Miete durch die Internetkosten steigt!


    Das will ich so jedoch nicht unterschreiben...


    Meine Frage also: bin ich verpflichtet die Internetkosten zu übernehmen, weil er vergessen hat diesen zu kündigen? Kann er mich deshalb aus der Wohnung werfen? Wenn nicht deshalb meldet er vielleicht Eigenbedarf an um mich rauszubekommen? Und sucht sich dann jemanden, der die Internetrechnung übernehmen will


    Er verlangt ja die höhere Miete schon ab dem 1.3...und das ist in einer Woche! Er wusste doch sicher früher darüber bescheid...


    Anstatt den 25€ soll ich jetzt 60€ bezahlen. Soll ich zum 1.3 die bisher normale Miete bezahlen oder die von ihm einfach geforderten?

    Muss er nicht auch fristen einhalten wenn etwas in der Miete teurer wird?


    Ich hoffe ich habe alle wichtigen Fakten eingebaut und die Situation


    Ich bedanke mich schon mal für Ihre Antworten

  • 1. Das solltest du unter Lehrgeld abhaken und niemals mehr bei Verträgen, bei denen es um dein Geld geht, nur mündlich verhandeln.

    2. Auch wenn du den neuen Preis von 60.- Euro nicht bezahlst ist das kein Kündigungsgrund. Eine Mieterhöhung, die ja gesetzlich geregelt ist, ist das aber auch nicht.

    3. Welcher Internetzugang kostet 60.- Euro im Monat?

    4. Eigenbedarf wird der VM auch nicht anmelden können, oder hat er noch Familienmitglieder, die eine Wohnung benötigen?

  • ja, das ist mir definitiv nun eine Lehre...

    bis zum 1.3 ist es ja nur noch eine Woche, muss ich da die neue Miete da schon zahlen? Ich würde einfach den alten Betrag weiter schicken...


    Soweit ich weiß hatte er eine 400rr Leitung gebucht, obwohl der Anschluss eh nur 150 schafft.. für zwei Jahre hat diese nur 25€ gekostet, nach den zwei jahren eben 60€ angeblich.. den Vertrag dazu habe ich bisher auch noch nicht gesehen.


    Ich bekomm den neuen Vertrag erst heute Abend, den werde ich vermutlich so nicht unterschreiben und da aktuell grade keiner läuft (jedoch Versäumnis des VM) muss ich raus oder?


    Ich hatte die Wohnung erstmal nur für ein Jahr, weil der Sohn die Wohnung nutzen hat wollen... ob er sie jetzt braucht, ist unklar, aber ich denke nicht, das wäre ja zu komisch

  • ich bin seit Oktober 2018 quasi ohne Mietvertrag.

    Diese Ansicht teile ich nicht.


    Gehen wir ohne den Mietvertrag zu kennen mal davon aus, dass die Befristung rechtswirksam ist. Es ist einanerkannter Grund angegeben, was Voraussetzung für einen Zeitvertrag ist.


    Schauen wir uns nun das Gesetz an:

    (3) Tritt der Grund der Befristung erst später ein, so kann der Mieter eine Verlängerung des Mietverhältnisses um einen entsprechenden Zeitraum verlangen. Entfällt der Grund, so kann der Mieter eine Verlängerung auf unbestimmte Zeit verlangen. Die Beweislast für den Eintritt des Befristungsgrundes und die Dauer der Verzögerung trifft den Vermieter.

    Das bedeutet, du kannst verlangen, dass dein Mietvertrag weiterhin Gültigkeit hat und sich auf unbestimmte Zeit verlängert. Es ist somit nicht erforderlich, einen Vertrag abzuschließen, der dir vermutlich Nachteile bringen wird.


    Die Kosten für das Internet würde ich an deiner Stelle nicht mehr bezahlen, auch nicht die 25€. Du hättest das schon nicht beim Einzug tun müssen. Es war eine Gefälligkeit von dir dem Vermieter gegenüber. Aber wenn nun der Vertrag nicht gekündigt wurde, gibt es erst recht keinen Grund mehr, warum du das weiterhin zahlen sollst. Es ist das Versäumnis vom Sohn des Vermieter, den Vertrag nicht gekündigt zu haben. Somit muss er es bezahlen.


    Es gibt noch ein weiteres Gesetz, durch das sich der Vertrag bereits in einen unbefristeten gewandelt hat. Das ist §545 BGB. Der Vermieter kann dir also nicht kündigen oder dich raus schmeißen.