Mietvertrag nach Scheidung

  • Hallo Zusammen,

    Habe ein Problem bei dem ich schnell Rat benötige.

    Vor 10 Jahren haben mein Mann und ich zusammen den Mietvertrag für ein Haus unterschrieben. Ein Jahr später hat mein Mann mich verlassen, bzw. mir wurden die Koffer vor die Tür gestellt und seine neue Partnerin ist eingezogen. Mir wurde jeglicher Zutritt zum Haus verweigert. Nach der Scheidung hat mein Ex seine neue Partnerin geheiratet. Beide wohnen bis heute im Haus. Dass ich aus dem Mietvertrag genommen werde ist auch bei der Scheidung komplett in Vergessenheit geraten.

    Nun habe ich von der Vermieterin ein Schreiben erhalten mit Kündigung auf Eigenbedarf zum 31.10.2019. Ich habe der Vermieterin mitgeteilt, dass ich seit 9 Jahren dort nicht mehr wohne und auch keinen Zutritt zum Haus habe da mein Exmann mit seiner neuen Frau (deren Namen ersuche angenommen hat) dort wohnt.

    Kann meine alte Vermieterin mich zur Verantwortung ziehen falls mein Ex nicht mehr zählt etc.?

    Vielen Dank für Eure Antworten.

  • Kann meine alte Vermieterin mich zur Verantwortung ziehen falls mein Ex nicht mehr zählt etc.?

    Kurz und knapp: Ja, kann sie.

    Solange Du im Mietvertrag stehst, haftet Ihr gesamtschuldnerisch für sämtliche Forderungen aus dem Mietverhältnis.


    Die Tatsache, dass Du dort nicht wohnst, spielt gar keine Rolle. Theoretisch hättest Du dir jederzeit den Zugang zum Haus verschaffen können.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Du solltest schauen, dass Du kurzfristig aus dem Vertrag kommst. Angenommen, der Ex zieht nach der Eigenbedarfskündigung nicht aus, hängst du da mit drin.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Normalerweise müsste hier § 1568a Abs. 3 BGB greifen.

    Im Falle der Scheidung reicht die Mitteilung beider Vertragspartner, wem die Wohnung überlassen wurde, an den Vermieter aus. Eine Teilkündigung ist hier nicht nötig.

  • Normalerweise müsste hier § 1568a Abs. 3 BGB greifen.

    Nach 9 Jahren müsste aber eine Verfristung eingetreten sein, steht im § 1568a Abs. 6 BGB.


    Aber selbst wenn du in Anspruch genommen werden solltest, kann man davon ausgehen, das du im Innenverhältnis freigestellt werden kannst, aufgrund der Scheidung, dann müsstest du das Geld von deinen Ehemann zurück verlangen.


    Nicht zu vergessen, dass du als Mieterin auch die Wohnung ganz normal kündigen kannst, aber aufgrund des Verhaltens des Ehemannes müsstest auf seine Zustimmung klagen. Da wäre es für ihn aber einfacher, dich aus dem Vertrag zu lassen. Wobei hier auch immer die Frage, wie weit spielen persönliche Empfindlichkeiten noch eine Rolle.


    Um ganz sicher zu gehen, weil hier eben auch Familienrecht eine Rolle spielt, müsstest du eine juristische Beratung durch einen Mietverein oder einen Anwalt in Anspruch nehmen.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.