Mietvertrag mit Mindestlaufzeit und Fragen zu Vertragsklausel

  • Guten Tag zusammen,


    Bei uns liegt folgendes vor.


    Wir haben einen Mietvertrag, der folgenden Wortlaut zur Laufzeit trägt:


    Das Mietverhältnis beginnt zum xx.xx.2018 auf mindestens drei Jahre.


    Beide Seiten haben das Recht, das Mietverhältnis jederzeit bis zum dritten Werktag, zum letzten Tag des übernächsten Monats zu kündigen.


    (Den letzten Satz habe ich aus dem Kopf zitiert, da ich gerade auf Arbeit bin. Stimmt inhaltlich aber so). Hebt der zweite Satz, der nicht weggestrichen wurde, nicht den ersten Satz mit der angeblichen Frist auf?


    Unter Punkt B, hätte der Vermieter einen Kündigungsausschluss verankern können. Punkt B wurde aber ignoriert und freigelassen.


    ... zur eigentlichen Sache. Wegen eines beruflichen Wechsels haben wir unseren Vermieter gefragt, ob er uns früher raus lässt. Er hat gesagt, das ist kein Problem wenn wir ihm einen Nachmieter bieten.


    Tags darauf kam Er schon an und sagte, wenn wir einen Nachmieter suchen, sollen wir direkt sagen, dass Die Miete 10% höher als bei uns sei. Also er will die Situation auch nutzen um die Miete zu erhöhen. Dadurch erübrigt sich aber meiner Meinung nach die Nachmietersuche, die ja nur funktioniert, wenn man einen NM findet der den Vertrag 1 zu 1 übernimmt oder ?


    Nachdem wir unsere Anzeige online geschaltet haben, meldete sich under VM dass er mit dieser nicht einverstanden sei und er das lieber selber in die Hand nehmen möchte. Er hat nun seit drei Wochen anzeigen geschaltet aber bisher gab es weder Besichtigungen noch sonst was. Das kann absolut nicht sein, da wir in einem angespannten Wohnungsumfeld wohnen und die Wohnung ein Träumchen ist.


    Der VM stellt sehr viele Ansprüche an potenzielle neue Mieter und sagt mir das auch so, dass er sich Zeit lässt und wenn es halt halbes Jahr dauern würde müssten wir halt damit leben.


    Wir fühlen uns ein wenig veräppelt und denken, dass der VM uns bewusst hinhält.

  • Grundsätzlich kann der Vermieter bezüglich eines Nachmieters machen was er will. Insbesondere muss er keinen akzeptieren, außer es liegen spezielle Situationen vor. Eine davon ist etwa der Wechsel des Berufsort, aber dieser muss vom Arbeitgeber vorgeben sein und darf nicht aufgrund deiner Initiative erfolgt sein.


    Wie verbindlich die Aussagen von Vermieter bisher sind, lässt sich nicht so feststellen und es geht auch um die Frage, was kann man beweisen.


    Dadurch erübrigt sich aber meiner Meinung nach die Nachmietersuche, die ja nur funktioniert, wenn man einen NM findet der den Vertrag 1 zu 1 übernimmt oder ?

    Nein, in der Regel wird ein neuer Mietvertrag mit dem Nachmieter abgeschlossen.


    Die AGB bei dir sind aber in der Tat widersprüchlich, einerseits soll eine Mindestlaufzeit vereinbart werden, auf der anderen Seite wird das jederzeitige Kündigungsrecht betont, somit wäre in meinen Augen das Mietverhältnis ganz normal zu kündigen. Denn solche Fehler gehen zu Lasten vom Vermieter.


    Da es hier um paar Jahre geht lohnt sich aber eine rechtliche Klärung, gerade wenn der Vermieter sich so anstellt mit dem Nachmieter.

    Alle meine Beiträge stellen meine Meinung dar. Meine Aussagen sollen lediglich einen Überblick verschaffen. Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar.