Schimmel an den Fenstern und Fragen zur Instandhaltung

  • Hallo,


    ich wollte mal in der Community nachfragen, was ihr von diesen Bildern unserer Fensterfugen haltet. Also für mich ist das eindeutig ein Schimmelbefall. Wir wohnen seit November 2018 in der Wohnung, die Fenster sind ca. 30 Jahre alt. Im Winter hatten wir bereits extreme Probleme mit Kondenswasserbildung an kalten Tagen. Wir hatten das dann so gut es ging immer abgewischt. Der Vermieter war nach einer Aufforderung zur Beseitigung meinerseits einmal mit einem "Gutachter" vor Ort. Dieser hat dazu geraten, die Fenster komplett auszutauschen. Er hat allerdings auch behauptet, dass es sich nicht um Schimmelbefall handelt. Das sehe ich etwas anders und ich habe Angst um die Gesundheit meiner Familie. Wir wohnen hier mit zwei kleinen Kindern, in mehreren Räumen sehen die Fugen so aus.


    Der Vermieter lässt sich in dieser Sache nun Zeit. Angeblich sollte ein Angebot für den Austausch der Fenster erstellt werden, das ist aber nun auch schon wieder einige Monate her und ich habe nichts mehr vom Vermieter gehört. Ich überlege, mir Rechtsbeistand z.B. über einen Mieterschutzbund einzuholen. Eine andere Partei im Haus steht schon im Rechtsstreit mit dem Vermieter, auch hier ging es um die Instandhaltung des Hauses. Insgesamt scheint der Vermieter nicht viel in das Haus investieren zu wollen.


    Vielen Dank vorab für eure Rückmeldungen.


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    Grace

  • Ich überlege, mir Rechtsbeistand z.B. über einen Mieterschutzbund einzuholen.

    Dazu kann ich nur Raten. Die Bilder sehen schon sehr nach Schimmel aus, aber im Zweifel kann es nur durch einen Sachverständigen festgestellt werden.


    Aber wenn der Vermieter sich gerne weigert bringt eine gütliche Einigung nicht viel, daher aktiv werden. Aber vorher unbedingt nochmal eine Frist setzen und das beweisbar durch ein Einwurfschreiben. So ist der Vermieter dann im Verzug. Ich persönlich würde übrigens zu einem Anwalt für Mietrecht raten, als zum Mietverein, aber das kommt auf deine finanzielle Lage an und ob du eine Rechtsschutzversicherung hast.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Das ist sicherlich Schimmel. Wichtiger ist aber, über die Ursache zu sprechen. Und diese liegt ganz einfach darin, dass es sehr alte und quasi nicht isolierte Fenster sind. Dadurch drückt die Kälte im Winter sehr stark herein und so kondensiert die Luftfeuchtigkeit an den Fenstern.


    Und die nächste Überlegung ist, dass in der Wohnung offenbar eine recht hohe Luchtfeuchtigkeit herrschen muss, bestimmt 70-80% oder mehr. Das begünstigt die Kondenswasserbildung. Wir produzieren in der Wohnung permanent Luftfeuchtigkeit, durch Schwitzen, Duschen, Kochen, durch Pflanzen und Haustiere etc. Daher ist es wichtig, mehrmals am Tag Fenster ganz auf zu machen um für einen Luftaustausch zu sorgen. Tut man das nicht, hat man Schimmel selber produziert und das ist etwas, was man dem Vermieter nicht zur Last legen kann. Ganz im Gegenteil, es kann sogar so kommen, dass man als Mieter schadenersatzpflichtig werden könnte, wenn man nicht alles unternimmt um Schaden am Eigentum des Vermieters zu verhindern. Das ist nicht immer allgemein so, aber es ist je nach Einzelfall möglich.


    Was die Fenster an sich betrifft. Die haben keinen Schaden oder Mangel, sondern es sind nun mal alte Fenster. Die gehören so wie sie sind zur Ausstattung der Wohnung. Und diese Ausstattung war die bereits bei der Besichtigung der Wohnung bekannt. Du hast diese so akzeptiert und bist eingezogen. Es wäre natürlich sehr nett vom Vermieter, wenn er neue Fenster einbauen lassen würde. Aber man kann ihn nicht dazu zwingen. Und da es kein Mangel, sondern nur ein Zustand "alte Fenster" ist, kannst du auch keine Mietminderung geltend machen.


    Ich würde an deiner Stelle nun folgendermaßen vorgehen: 1. Die Schimmelsporen abtöten, entweder mit Essig oder im Baumarkt ein Schimmelspray kaufen. Das mehrfach alle paar Stunden anwenden. Dann kann man die verbliebenen Reste abwischen oder auch leicht kratzen, je nachdem wie fest es sitzt. 2. Ein Hygrometer kaufen, optimalerweise mit Taupunktanzeige. So kannst du die Werte beobachten und rechtzeitig komplett durchlüften. Und wenn die Temperatur diekt an der Fensterscheibe den Taupunkt Wert erreicht hat, weißt du, dass es dort bald Kondenswasser geben wird und kannst wiederum reagieren. 3. Wenn die ganze Angelegenheit unerträglich sein sollte, eine andere Wohnung suchen.

    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschätzen würde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.

  • Und da es kein Mangel, sondern nur ein Zustand "alte Fenster" ist, kannst du auch keine Mietminderung geltend machen.

    Eine viel zu pauschale Aussage. Hier den Vermieter von allem freizusprechen und bloß auf falsches Lüften zu verweisen ist bei Vermietern zwar gerne sehen, aber weniger hilfreich.


    Die Ursache für den Schimmel muss nicht bei den Mietern zu finden sein, sondern kann auch durch undichte Fenster oder ähnliches entstehen. Da kann sich ein Vermieter nicht dadurch entlasten "Das Haus ist alt, gehört halt dazu", sondern müsste beim Mietvertragsschluss eindeutig darauf hinweisen, dass hier eine erhöhte Gefahr zur Schimmelbildung gibt und mehr als nur die üblichen Lüftungen notwendig sind. Daher sollte das durch einen Sachverständigen geklärt werden, was dass denn für eine Ursache hat. Wenn denn schon ein Gutachter von Vermieter den Fehler bei den Fenstern sieht, sollte man sich damit nicht zufrieden geben.


    Daher ist der Rat mit dem ausziehen einfach unangebracht.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Eine viel zu pauschale Aussage. Hier den Vermieter von allem freizusprechen und bloß auf falsches Lüften zu verweisen ist bei Vermietern zwar gerne sehen, aber weniger hilfreich.

    Es ist meine Meinung und meine Einschätzung, so wie ich die Sache auf Basis der Beschreibung und der Bilder einschätze. Der Fragesteller muss sich danach nicht richten, aber er kann meine Erläuterungen mit in seine Überlegungen einfließen zu lassen. Ich wüßte daher nicht, was an meinen Ausführungen nicht hilfreich sein sollte.


    Meine Einschätzung ist keineswegs irgend eine Standardaussage, weil das von Vermieterin im Allgemeinen so erklärt wird. Sondern ich schaue mir die konkrete Frage schon an. Und auf den Bildern ist nicht nur ein bisschen Kondenswasser zu sehen, sondern sehr stark. Daher meine ich, dass insgesamt in der Wohnung eine zu hohe Luftfeuchtigkeit vorherrschen könnte. Diesem Hinweis nachzugehen kann nicht schaden.

    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschätzen würde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.

  • Vielen Dank für Eure Rückmeldungen. Ich kann noch ein paar ergänzende Informationen geben.


    Das Haus ist aus den 60er Jahren, die Fenster wohl größtenteils von 1989. Betroffen vom Schimmel ist vor allem die Nordseite der Wohnung (Kinderzimmer, Bad, Gäste-WC und Küche).


    Wir stoßlüften mehrmals am Tag, heizen ausreichend und trocknen keine Wäsche in der Wohnung. Besonders im Winter (und letzte Woche bei einstelligen Temperaturen) entstand sehr viel Kondenswasser an den Fenstern, hier haben wir immer mit einem elektrischen Fensterschieber das Wasser abgesaugt und mit einem Tuch nachgewischt, damit es möglichst trocken war. Diesen Vorgang konnte man täglich in fast jedem Raum wiederholen (es handelt sich um eine 4-Zimmer-Wohnung mit ca. 100 m²).


    Wir haben in der Küche eine "Wetterstation", die die Luftfeuchtigkeit misst. In der Küche ist es natürlich stark schwankend aufgrund von Kochdämpfen oder dem Betrieb des Geschirrspülers, aber unter normalen Umständen liegt die Luftfeuchte bei ca 65% (finde ich schon relativ hoch). Direkt nach dem Lüften sind es 35-50% (je nach Jahreszeit), danach steigt der Wert (ohne zwischenzeitliches Kochen o.ä.) wieder kontinuierlich auf den o.g. Wert an.


    Ich werde definitiv nochmal den Vermieter schriftlich dazu auffordern, etwas zu unternehmen. Die Fenster werde ich zunächst möglichst gut reinigen, ein entsprechendes Spray habe ich. Kann man eigentlich nach der ersten Desinfektion erst einmal wieder ruhigen Gewissens in dem Zimmer schlafen?


    Dass die Fenster nicht sehr dicht sind, konnte ich bei der Besichtigung leider noch nicht wissen. Mir hätten aber zumindest die spröden Dichtungsfugen auffallen müssen, hier habe ich leider nicht gut drauf geachtet, das muss ich mir ankreiden lassen.