Betriebskostenabrechnung ohne Vorauszahlungsvereinbarung

  • Hallo zusammen!



    meine Frage richtet sich an die Vermieter unter euch:



    folgender Sachverhalt:



    Ich habe mir ein Haus gekauft (210qm Wohnfläche gesamt) und habe davon 2 Zimmer an Studenten vermietet (jeweils 20qm / Zimmer). Da ich aber zum Einzug der beiden Studenten keine Ahnung von Vermietung hatte und es uns allen leichtet machen wollte habe ich im Mietvertrag eine Miete von 400€ veranschlagt und dummerweise auf die Betriebskostenvorauszahlung verzichtet.||

    Dem einem Studenten habe ich aus diversen Gründen gekündigt und das Mietverhältnis wurde zum 30.9.18 nicht ganz problemlos beendet. Nun liegen mir alle Abrechnungsdaten zur Betriebskostenabrechnung vor und rein rechnerisch müsste der "Problem-Student" mir einen Betrag "X" nachzahlen. Da allerdings dadurch die Probleme vorprogrammiert sind wollte ich gerne Wissen ob die Nachzahlung der Betriebskostenabrechnung so rechtens ist oder ob ich Probleme bekommen könnte weil keine Vorauszahlung vereinbart wurde? Oder kann ich nachträglich die veranschlagten 400 € Miete aufteilen in z.B. 350 € Miete und 50€ Nebenkostenvorauszahlung? Oder ist das ganze mein Fehler und nicht rechtens und ich bleibe auf den Kosten sitzen?:/


    Wäre super wenn Ihr mir helfen könntet!!



    Vielen Dank vorab und schönen Sonntag!:)

  • Danke vorab für deine Antwort!! :)


    Im Mietvertrag steht folgendes:


    "Die monatliche Grundmiete beträgt ____400____ EUR


    Neben der Miete trägt der Mieter die

    Betriebskosten i.S.d. Betriebskostenvereinbarung


    Auf diese Betriebskosten ist eine monatliche Vorauszahlung von _____/_______ EUR zu zahlen.


    Das kann man dummerweise deuten wie man mag oder? :/

  • Vorauszahlungen für BK sind nicht zwingend, aber der Begriff "Betriebskostenvereinbarung"

    ist zweideutig, gemeint ist sicher Betriebskostenverordnung, oder?

    Sorry klar Betriebskostenverordnung ^^ Also ist die von mir geforderte Nachzahlung der Betriebskosten legitim wenn es so wie im Mietvertrag steht und keine Vorauszahlung vereinbart wurde?

  • ist von Dir zu begleichen

    Du meintest wahrscheinlich eher, vom Mieter des Fragestellers zu begleichen.

    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschätzen würde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.

  • Ich gebe noch § 556a BGB zu bedenken, wonach die Betriebskosten nach der Wohnfläche umzulegen sind, wenn nichts anderes vereinbart worden ist. Außerdem muss man die Heizkostenverordnung beachten, wenn diese nicht abgedungen worden ist oder ein allgemeiner Ausschlusstatbestand vorliegt.


    Auch ist zu bedenken, dass "sonstige" Betriebskosten im Sinne der BetrKV nicht umlegbar sind bei dieser Klausel.


    Wenn der ehemalige Mieter also gewillt ist, die Betriebskosten genau zu prüfen, wird es einen Laien kaum möglich sein eine zu 100% richtige Betriebskostenabrechnung zu erstellen.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Danke für die Antwort darkshadow:)


    Die Betriebskosten habe ich nach Wohnfläche umgelegt und auch dementsprechend auf die Tage gerechnet die er hier gewohnt hat. Hab auch daran gedacht nur die "normalen" Betriebskosten anzurechnen daher kann er sie ruhig prüfen, ich habe ja nicht vor jemanden über den Tisch zu ziehen.


    Also kann man abschließend eigentlich schon sagen dass es mein gutes Recht ist das nachzufordern auch wenn im Mietvertrag nicht explizit eine Vorauszahlung vereinbart hat? Oder meint ihr ich sollte das vorab lieber von einem Anwalt prüfen lassen?:/

  • Oder meint ihr ich sollte das vorab lieber von einem Anwalt prüfen lassen? :/

    Das ist immer die sichere Variante.


    Gerade bei Auslegungen von AGB und ähnliches liegt das ziemlich frei in der Hand von einen Richter.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Oder meint ihr ich sollte das vorab lieber von einem Anwalt prüfen lassen? :/

    Für eine einfache Beratung nimmt ein Anwalt ca. @ 190,00.

    Wie eine BK-Abrechnung zu erstellen ist wirst Du sicher wissen.

    Die Voraussetzung, dass der Mieter diese BK zu zahlen hat steht im Mietvertrag.

    Meine Empfehlung wäre; gib dem Mieter die BK-Abrechnung und warte ab ob er zahlt.

    Der Gang zum Anwalt bleibt Dir ja offen.