Maximaltemperatur einer Wohnung bei ausgeschalteter Heizung

  • Hi zusammen,


    gegen Kälte kann man sich ja bekanntlich einkleiden. Wenn ich mich jedoch nackig ausziehe und mir die Schweißperlen noch immer von sämtlichen Körperteilen triefen, ist das weder für die Nachbarn die ab- und an mal über ihren Balkon in mein Fenster gucken noch für meine Freundin appetitlich. In diesem Sinne schilder ich mal kurz das Problem:


    Ich wohne in einem 24-Parteien-Altbau-70er-Jahre-Bunker aus den guten alten Zeiten in denen Heizöl 3ct pro Kubikmeter kostete und die Umwelt egal war. Damals war scheinbar auch die Isolation für Rohre noch vollkommen unbekannt. Der Effekt der sich in unserer 55m² Wohnung einstellt, ist der, dass die Wohnung eine dauerhafte Fußbodenheizung hat. Wir haben ein Ringheizungssystem, d.h. das warme Wasser fließt zum Heizkörper, falls dieser ausgeschaltet ist kann es aber daran vorbeifließen. Ergo sind alle unter dem Fußboden verlegten Rohre dauerhaft mit heißem Wasser gefüllt - daher der "Fußbodenheizungseffekt". Das Wasser ist hier auch echt RICHTIG warm (Fernwärme) - die Wohnung hat, wenn wir nicht lüften, 26°C. Diese Temperatur hat sie auch Nachts um 3 und bei Außentemperaturen von 10°C - es geht hier nicht um den Sommer oder die Sonne generell. Die Wohnung ist einfach heiß, jeder Besucher merkt das und bei Besuch muss generell auch immer das Fenster auf. Erinnerung: Die Heizkörper selbst sind NIE eingeschaltet.


    Meine Fragen:


    Wie sieht das rechtlich aus? Gibt es Maximaltemperaturen für Wohnungen? Wenn ja, wo finde ich die betreffenden Paragraphen?


    Warum zum Teufel wurde diese Heizungsanlage jemals so heiß eingestellt? Haben die, die ganz oben wohnen, sonst kein heißes Wasser mehr? Was steckt da technisch hinter? Würde gern verstehen wie jemand auf die Idee kommt, solche Temperaturen zu veranlassen. Manchmal ist die Heizungsanlage komplett aus - wie wird sowas üblicherweise geregelt? Außentemperaturfühler und dann z.B. ab einer Außentemperatur von 20°C geht die Heizungsanlage aus, oder gibts da andere Mechanismen?


    Der (sehr freundliche, keine Ironie) Vermieter schreibt dazu folgendes:


    Die Verwalterin hat mir erklärt, daß es sich beim Heizsystem um eine - EINSTRANGHEIZUNG - handelt, die man sich vielleicht am Besten als eine "Ringheizung" vorstellen kann.

    Das bedeutet, daß die Heizung aus einem Strang besteht, der durch alle Wohnungen geht und wieder durch alle Wohnungen zurück zur Heizung.

    Wenn also die Mieter über oder unter Ihnen ihre Heizkörper aufdrehen, dann wird Ihre Wohnung durch den Rundlauf mit geheizt.

    Die Anforderung in einer Wohnung bewirkt also, daß das rückfließende Heizwasser, das ja immer noch eine Restwärme hat, weiter durch alle Wohnungen wieder abfließt. Auch wenn nur die Mieter im Erdgeschoß die Heizung einschalten.

    Um also dafür einen Ausgleich zu schaffen, wird die sogenannte ROHRWÄRME berechnet.

    Es gibt hierfür vom VdI (Verband deutscher Ingenieure) eine Formel, nach der diese Kosten so umgelegt werden, als hätten alle Wohnungen einen gewissen Verbrauch.

    Sie finden diese Rohrwärme in der Einzelabrechnung Seite 2 im Feld BERECHNUNG DER INDIVIDUELLEN VERBRAUCHSEINHEITEN. Unter den Gerätenummern finden Sie die ROHRWÄRME.


    Kann man da wirklich nichts machen, außer Ausziehen? Die Wohnung ist sonst super...


    Danke!


    Euer Fisch


    PS: Schickt Wasser und Eiswürfel

  • Gibt es Maximaltemperaturen für Wohnungen?

    Es gibt hier Urteile über Höchsttemperaturen im Sommer, insbesondere für Dachgeschosswohnungen. Da sind wir aber bei Temperaturen jenseits der 30-35°C, so dass das bei Dir gar nicht passt.


    Grundsätzlich kann man schon was machen, sofern der Vermieter das möchte. Denkbar wäre ein Außenfühler der Heizungsanlage, der - je nach Außentemperatur - die Vorlauftemperatur der Anlage steuert.

    Diese würde dann nur bei Außentemperaturen im Minusbereich auf Volllast laufen. Wenn das aufgrund des Alters der Anlage nicht möglich ist, kann man den Vorlauf auch manuell einstellen, wobei die Anlage im Sommer komplett ausgeschalten werden könnte.

    Die Anforderung in einer Wohnung bewirkt also, daß das rückfließende Heizwasser, das ja immer noch eine Restwärme hat, weiter durch alle Wohnungen wieder abfließt. Auch wenn nur die Mieter im Erdgeschoß die Heizung einschalten.

    das Phänomen hättest Du aufgrund der im Boden verlegten Leitungen aber auch bei einer sogenannten 2-Rohrheizung. Dort gibt es dann auch eine sogenannte Zirkulationsleitung, die Heizungswärme in alle Wohnungen bringt, auch wenn die Heizung aus ist.


    Kann man da wirklich nichts machen, außer Ausziehen? Die Wohnung ist sonst super...

    Nochmal mit dem Vermieter sprechen und die Vorlauftemperatur der Anlage einstellen lassen. Ob das was bringt, ist eine andere Frage, wenn die Leitungen im Boden liegen.


    Eine normale Fußbodenheizung läuft mit einer Vorlauftemperatur von 30-35°C. So weit lässt sich der Vorlauf bei Euch nicht senken.