Nachreperatur im 1. Monat (Erstbezug) notwendig - Mietminderung möglich?

  • Hallo, ich habe Mitte Juli diesen Jahres den Mietvertrag (beginnend August 2019) für meine neue Wohnung (Erstbezug) unterzeichnet. Bei der Wohnungsbesichtigung ist bereits aufgefallen, dass manche Türen schwer zu schließen sind und insbesondere die in den Flur zeigende Wohnungstür von Außen nur zu schließen ist, wenn man sie richtig dolle zuschlägt. Ansonsten rutscht der Riegel einfach nicht rein.


    Zur Schlüsselübergabe (Ende Juli) wurde mir dann gesagt, dass bald ein Handwerker kommt und das repariert. Solange würde ich jedoch noch nicht in der Wohnung leben wollen, da einerseits die Lärmbelastung für die Nachbarn damit ganz schön hoch ist und andererseits ich Angst habe, dass ich durch ständiges, starkes Zuschlagen der Tür etwas kaputtmachen könnte (Rahmen, Schloss, Klinke, ...).


    Jetzt habe ich die Nachricht bekommen, dass der Handwerker erst am 23.08. zu mir kommen kann. Bis dahin würde ich also noch nicht in die Wohnung einziehen bzw. noch ein wenig Zuhause bleiben (ist in der selben Stadt).


    Meine Frage lautet jetzt, kann ich dafür eine Mietminderung verlangen? Immerhin war die Wohnung zur Schlüsselübergabe nicht (meines Erachtens nach) einzugsbereit, da ich durch gewöhnliches Benutzen der Wohnung bzw. der Tür riskiere, etwas kaputt zu machen, und jetzt müsste ich noch fast den ganzen August warten, bis das repariert wird.


    Ich bedanke mich im Voraus für eure Antworten!


    Gruß, Thomas

  • Meine Frage lautet jetzt, kann ich dafür eine Mietminderung verlangen?

    Grundsätzlich scheidet eine Mietminderung aus, wenn man trotz Kenntnis des Mangels in die Wohnung einzieht. Davon gibt es die Ausnahme, wenn zugesichert wird, dass der Mangel beseitigt wird.


    Die Formulierung "bald" ist natürlich sehr vage und lässt sich nur schwer eingrenzen. Man wird das Problem haben genau zu bestimmen, wann ein Verzug der Mängelbeseitigung vorliegt.


    da ich durch gewöhnliches Benutzen der Wohnung bzw. der Tür riskiere, etwas kaputt zu machen

    So eine Außentür ist ziemlich stabil und hält einiges aus. Man müsste im Zweifelsfall prüfen wie groß das Risiko einer Beschädigung objektiv ist. Einige Gerichte sehen eine schwergängige Tür bereits gar nicht als Mangel.


    Du kannst den Vermieter mal danach fragen, ob dies möglich wäre. Aber gerichtlich geltend machen ist in meinen Augen mit einem äußerst hohem Prozessrisiko verbunden. Weil weder ein Mangel vorliegen muss, noch ein Verzug mit der Beseitigung.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Das funktioniert auch nicht, wenn man die Tür mit eingesteckten und rumgedrehten Schlüssel ranzieht?

    Nein, es geht hier nicht um den Riegel, der mit dem Schlüssel verschoben wird, sondern um den oberen, der einfach nur für das normale Öffnen und Schließen vorgesehen ist.


    Danke für deine Antwort!