Nachmieter abgelehnt aufgrund von geplanter Möblierung? #schwanger

  • Liebes Forum,


    ich bin neu hier und habe eine Frage zur Kündigung bzw. Stellung eines Nachmieters und dessen Ablehnung.

    Ich muss schwangerschaftsbedingt aus meiner Berliner Wohnung ausziehen, da ich zu meinem Freund in 800 km Entfernung ziehe und die Wohnung durch Lautstärke und Größe auch nicht für ein Baby geeignet wäre.

    Ich konnte erst zum 31.10. kündigen, da wir nur so spät etwas Neues gefunden haben und verlasse nun 2 Monate vorher die Wohnung, dh. sie steht 2 Monate leer.

    Ich habe mit meiner Hausverwaltung telefonisch vereinbart, dass ich geeignete Nachmieter anbieten kann und sie sagten, sie werden mir entgegen kommen.

    Nachdem ich 5 sehr gute (!) Bewerbungen eingereicht hatte und auch schon lange auf Rückmeldung gewartet hatte, sagte mir die Hausverwaltung morgens noch, es würde heute eine Entscheidung fallen, am nachmittag riefen Sie an und sagten, der Vermieter hätte sich jetzt doch anders entschieden und wollte die Wohnung erst möblieren und dann neu vermieten und würde meine daher Bewerber ablehnen. Zuvor sagte die Hausverwaltung noch, wie gut geeignet die Bewerber doch wären und dass sicher einer genommen würde.

    Ich habe bisher keine schriftliche oder mündliche Bestätigung über den Ablehnungsgrund vom Vermieter.

    Da ich ja durch Vergrößerung der Familie einen triftigen Grund habe auszuziehen, also ein gewisses Interesse, dachte ich dass der Vermieter die Nachmieter nur ablehnen dürfte, wenn diese ungeeignet wären, also z.B. nicht genügend Einkommen hätten ect.

    Gibt es da vielleicht ein Schlupfloch? Zumindest müsste ich eine offizielle Bestätigung der Ablehnung des Vermieter bekommen, oder?

    Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen!

    Vielen Dank!

    Carolin

  • Das Recht zum Nachmieter wird nur relevant, wenn die gesetzliche Kündigungsfrist überschritten wird, etwa beim Ausschluss des Kündigungsrecht in den ersten zwei Jahren.


    Eine andere Frage die man sich stellen muss, ist die, ob durch die Möbilierung durch den Vermieter die Miete gekürzt werden kann, denn wenn er die Wohnung nutzt, dann braucht ihr keine Miete zu entrichten. Problematisch ist dabei, dass nur Sachen abgestellt werden (eben Möbel) und dass die Brauchbarkeit nicht unbedingt vollständig aufheben muss. Hier muss man dann im Einzelfall schauen.


    Man sollte vielmehr versuchen mit den Vermieter zu verhandeln, ihr könnt ihn das abstellen in der Wohnung natürlich untersagen, außer er erklärt sich bereit euch zumindest ein Teil der Miete zu überlassen.


    Entfernt könnte man noch darüber nachdenken, inwieweit die Zusage für einen Nachmieter bindend war und insofern nur noch aus Gründen im Nachmieter selbst die Bewerber abgelehnt werden dürfen. Hier müsste man prüfen, inwieweit ein vertraglicher Anspruch auf die Stellung eines Nachmieters vereinbart worden ist, auch dass ist nur im Einzelfall möglich.


    Zusammenfassend kann man sagen, dass zunächst das Gespräch mit dem Vermieter gesucht werden sollte und falls das ereignislos verlief doch zumindest einige Ansatzpunkte bestehen um die Kosten etwas zu drücken, wobei die Risiken hoch sind und nur in Betracht gezogen werden sollte bei einer Rechtsschutzversicherung.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Das Recht zum Nachmieter wird nur relevant, wenn die gesetzliche Kündigungsfrist überschritten wird, etwa beim Ausschluss des Kündigungsrecht in den ersten zwei Jahren.

    Nicht allein nur für diesen Fall ist die Nachmietersuche relevant. Damit lässt sich auch die normale Kündigungsfrist von 3 Monaten verkürzen.


    Das Problem dabei ist jedoch, dass der Vermieter nicht dazu verpflichtet ist, einen der angebotenen Nachmieter zu akzeptieren. Es ist allein seine Entscheidung, welchen Bewerber er nimmt. Er muss es auch nicht begründen, warum er einen ablehnt.

    Da ich ja durch Vergrößerung der Familie einen triftigen Grund habe auszuziehen

    Nein, so ist das nicht. Bei einer ordentlichen Kündigung mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten gibt es kein Schlupfloch im Gesetz, mit der man die Kündigungsfrist verkürzen kann. Die Kündigungsfrist soll dem Vermieter die Möglichkeit geben, sich auf das Ende der Mietzeit vorzubereiten und einen Nachmieter zu finden. Diese Zeit kann ihm nicht genommen werden.

    Die Nachmietersuche durch den Mieter ist nur eine Möglichkeit, die aber nur klappt, wenn der Vermieter einen davn auswählt, was er jedoch nicht muss.


    der Vermieter hätte sich jetzt doch anders entschieden und wollte die Wohnung erst möblieren und dann neu vermieten

    Du sagtest, die Wohnung wurde bereits an den Vermieter zurück gegeben. Nun, ich will dem Vermieter nichts unterstellen, aber es könnte rein theoretisch auch Vorwand sein. Es wäre möglich, dass er bereits einen neuen Mieter hat, und so doppelt Miete kassieren will. Das kannst du nur heraus finden, wenn irgend jemand (eine Freund, Familie etc) im September mal zu der Wohnung hin geht und schaut, ob da dann schon jemand wohnt. Ist das der Fall, bräuchtest du dann keine Miete mehr zahlen.

    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschätzen würde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.

  • Nicht allein nur für diesen Fall ist die Nachmietersuche relevant. Damit lässt sich auch die normale Kündigungsfrist von 3 Monaten verkürzen.

    Eben, dann gilt das nur für vertragliche festgelegte Regelungen, was hier nicht vorliegt.

    Nein, so ist das nicht. Bei einer ordentlichen Kündigung mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten gibt es kein Schlupfloch im Gesetz, mit der man die Kündigungsfrist verkürzen kann.

    Genau das was ich gesagt habe...

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Danke für eure Antworten!

    darkshadow das seltsame ist, dass die Hausverwaltung mir den Kontakt des Vermieters nicht geben will und daher meine Email an ihn anscheinend selbst weitergeleitet hat, dh. ich weiss gar nicht wie und ob ich in den Kontakt mit dem Vermieter treten kann. Allerdings habe ich recherchiert und meine, seine Kontaktdaten gefunden zu haben. Einen Versuch ist es wert!

    Fruggel die Wohnung habe ich noch nicht übergeben und werde es auch nicht tun, sollte ich die 2 Monate zahlen müssen. Dh. der Vermieter kann auch nicht in die Wohnung um seine Arbeiten zu machen...Wenn er unbedingt reinwollte, dann würde ich natürlich keine Miete zahlen..