Balkonscharniere wieder defekt

  • hallo und gruss

    Ein Mieter meldet dem V, dass an der Balkontüre erneut die Scharniere nicht mehr richtig gehen. V hat den Verdacht einer ruppigen Behandlung derselben, da erst vor kurzem repariert wurde, kann es aber nicht beweisen. Gewährleistung nicht möglich, da Reparatur vorher nicht durch Fachfirma erfolgte, sondern durch fachlich versierte Bekannte, also schwarz.

    Im Mietvertrag steht eine Grundbeteiligung des Mieters von 100 Euro für Kleinreparaturen. Greift diese Regelung hier überhaupt? Mieter lehnt jede Zahlung seinerseits ab.

    Wie ist der Fall zu sehen?

    danke

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  • Eine Kleinreparaturklausel im Mietvertrag darf sich prinzipiell nur auf Teile beziehen, die der direkten Benutzung durch den Mieter ausgesetzt sind. Die Scharniere der Balkontür sind aber nicht der direkten Nutzung ausgesetzt, die Scharniere fasst der Mieter ja nicht an, um die Tür zu öffnen. Lediglich den Türgriff fasst der Mieter zum Öffnen und Schließen an. Aus diesem Grund hat sich die Sache bezogen auf die Kleinreparaturklausel schon erledigt. Mit dieser Begründung muss der Mieter nichts zahlen.


    Bleibt noch die Möglichkeit, dass der Vermieter behaupten könnte, der Mieter habe den Defekt durch unsachgemäße Nutzung schuldhaft verursacht. Nun, das sollte durch eine Fachfirma heraus gefunden werden. Ein Gericht würde im Streitfall auch eine fachkundige Person beauftragen, um das heraus zu finden. Das muss also geklärt werden, wenn keine Einigung möglich ist.

    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschätzen würde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.