Entfernung Wildwuchs Kostenumlegung

  • Hallo,


    aus aktuellem Anlass bin ich auf dieses Forum gestoßen und hoffe auf Hilfe/Erfahrungsberichte in Bezug auf o.g. Thema.


    Wir wohnen seit 3,5 Jahren in einer Souterrain-Wohnung eines Wohnkomplexes mit Terrasse. Direkt an der Terrasse steht ein Brombeer-Strauch, welcher seit dieser Zeit fröhlich vor sich hinwuchert.


    Im Juni war der Wildwuchs soweit vorangeschritten, dass dieser um das Haus gewachsen ist und unsere Küchenfenster komplett zugewachsen waren. Daraufhin fragte ich bei der Hausverwaltung nach, ob dort zurückgeschnitten werden könnte. Diese wandten sich an unseren Vermieter, da es sich bei dem Strauch wohl um Sondereigentum handelte und dafür der Vermieter zuständig wäre.

    Dieser beauftragte dann schließlich die Hausverwaltung mit dem Rückschnitt.


    Heute bekam ich vom Vermieter die Rechnung der Hausverwaltung in Höhe von 350 € zugeschickt. Wir sollen ihm das Geld überweisen, da er die Rechnung schon an die Hausverwaltung bezahlt hätte.

    Ist es denn rechtens, dass ich das zahlen muss? Uns wurden im Vorfeld keine Kosten angezeigt. Hätte ich gewusst dass ich 350 € zahlen soll, hätte der Strauch meinetwegen noch weitere 3 Jahre wuchern können bzw. hätte ich ihn selber zurückgeschnitten.


    Davon abgesehen, dass nur der Wildwuchs hinter dem Haus (an den Küchenfenstern) entfernt wurde, aber nicht an der Terrasse selber (da wuchert es immer noch fröhlich).


    Alle weiteren Gartenarbeiten wie Rasen mähen, Hecken schneiden etc. werden jährlich in der Nebenkostenabrechnung auf alle Mieter des Komplexes umgelegt.


    Ich hoffe mir kann jemand weiterhelfen.


    LG!

  • Hallo cheesecake91, willkommen im Forum!


    Im Allgemeinen ist es so, dass vorbehaltlich einer anderslautenden Vereinbarung im Mietvertrag die Grünanlage eines Mehrfamilienhauses für alle Bewohner vorgesehen ist zur Nutzung. Somit ist in der Regel auch die Pflege dieser Fläche Vermietersache, sofern nichts anderes im Vertrag oder in einer Hausordnung geregellt ist.


    Daraus folgt, dass auch die Beschneidung von Sträuchern die Aufgabe des Vermieters wäre und die Kosten auf alle Mieter umgelegt werden müssen. Ein einzelner Mieter darf nur dann mit Kosten belastet werden, wenn ihm eine Gartenfläche zur alleinigen Nutzung exklusiv zusteht. Doch dann hat er auch ein Recht, die Pflege zu übernehmen.


    Ich konnte dir nur dieses allgemeine Prinzip erklären. Zu der konkreten Situation bei euch im Haus kann ich nichts sagen.

    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschätzen würde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.

  • Hallo Zusammen,


    Unser Vermieter fordert von uns die Zahlung von Kosten für Gartenpflege.

    Dazu hat er uns die Rechnung der beauftragten Firma zugesandt, welche an ihn adressiert ist, und wir sollen den Betrag auf sein Konto überweisen.


    Muss der Vermieter uns eine ordentliche (an uns ausgestellte) Rechnung schreiben bzw. die Kosten mit in die Nebenkostenabrechnung mit aufnehmen?

    Den Betrag einfach so an ihn zu überweisen scheint mir etwas suspekt :/


    Liebe Grüße

  • Hallo cheesecake,


    ich habe deine neue Frage in dieses Thema verschoben, da es nun offenbar um genau die gleiche Angelegenheit geht und daher thematisch zusammen passt.


    In der Regel muss ein Vermieter die Kosten in der Nebenkostenabrechnung aufführen und die Kosten auf alle Mieter verteilen. Eine Ausnahme hiervon kann bestehen, wenn der Garten zur exklusiven Nutzung für einen Mieter, also für dich bestimmt ist laut Vertrag. Denn dann müßtest du die Kosten allein tragen, außer du musst die Gartenpflege übernehmen.


    Deine Frage lässt sich ale nicht beantworten, da es auf mehrere Faktoren ankommt.

    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschätzen würde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.

  • Hallo,


    Der Garten soll angeblich ein Sondereigentum sein (hat uns der Vermieter nun nach 3 Jahren mitgeteilt) , was aber nirgends im Vertrag festgehalten ist. Wir dürfen auch nicht entscheiden, ob wir den Garten selber pflegen wollen oder ob und wann eine Firma das ausführt, das entscheidet allein der Vermieter.


    Der Wohnkomplex besteht nur aus Eigentumswohnungen, welche jeweils privat vermietet werden. D.h. Jede Wohnung wird durch eine andere Person vermietet. Da wir daher der einzige Mieter unseres Vermieters sind, können anscheinend die Kosten nicht auf alle umgelegt werden. Die Gartenanlage ist offen und für jeden zugänglich.

  • Der Garten soll angeblich ein Sondereigentum sein (hat uns der Vermieter nun nach 3 Jahren mitgeteilt) , was aber nirgends im Vertrag festgehalten ist

    Als Mieter betrifft es dich nicht, was die Eigentümer untereinander ausgemacht haben. Für dich ist einzig und allein maßgebend, was sich aus deinem Mietvertrag ergibt.


    Mir ist bekannt, dass Vermieter sehr oft übersehen oder es nicht wissen, dass Wohneigentumsrecht nicht zwangsläufig mit dem Mietrecht in Einklang steht. Das muss der Vermieter durch die vertragliche Gestaltung hin bekommen. Versäumt der Vermieter das, hat er ein Problem, nicht der Mieter.


    Es kann also durchaus richtig sein, dass die Kosten nicht auf alle umgelegt werden können. Aber das muss nicht bedeuten, dass du die Kosten tragen musst, es kann sein, dass der Vermieter drauf sitzen bleibt.


    Es muss jemand deinen Vertrag pfüfen, was ein Forum nicht leisten kann und darf. Wende dich bitte an einen Anwalt oder den Mieterverein!

    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschätzen würde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.