Versprochene Veranda wird nicht gebaut

  • Liebe Forumsmitglieder,


    meine Frau und ich sind gerade in einer etwas misslichen Lage. Seit 2 Monaten mieten wir ein kleines Haus, das im Eingangsbereich eher nach Abriss als nach Einzug aussieht. Die Treppe zum Eingang hat kein Geländer, die untere Stufe fehlt, weil der Weg davor weggerissen und durch ein Kiesbett ersetzt wurde. Außerdem ist die Treppe auf einer Seite offen, weil da vorher ein bewachsener Hang war, der weggebaggert wurde. Deswegen ist das ganze auch ein bisschen gefährlich, vor allem für kleine Kinder. Der Vermieter kündigte uns bei der Besichtigung an, dass an die Stelle des Kiesbetts eine große Veranda kommen werden und das dann alles ganz anders aussehe. Beim Einzug hatte er es noch nicht geschafft, ich habe ihm daraufhin meine Hilfe angeboten und sogar schon skizziert, die man das machen könnte. Das drehte er gleich mal so hin, dass ich angeboten hätte, das ganze Projekt zu planen. Nachdem wir ihm mitgeteilt haben, dass wir nicht vorhaben, die Planung für diese angekündigte Maßnahme für ihn zu übernehmen, wurde er sehr ungehalten und meint jetzt, dass er das vielleicht erst nächstes oder sogar erst übernächstes Jahr mache (oder auch nie). Der gegenwärtige Zustand ist für uns extrem unbefriedigend und so auch nicht erwartet. Im Mietvertrag steht leider nichts von der Maßnahme, weil wir es angesichts der angefangenen Baustelle für selbstverständlich erachtet hatten, dass diese auch zu Ende gebracht wird. Es gibt allerdings neben mir und meiner Frau noch eine Zeugin (die Vormieterin), die das gehörte wahrscheinlich bestätigen könnte (sie saß ein paar Meter weiter). Was wäre aus eurer Sicht ein gutes Vorgehen? Danke im Voraus!!

  • Hallo,


    das größte Problem in meinen Augen ist hier, dass kein konkretes Datum genannt worden ist. Ob man jetzt aus den konkreten Umständen entnehmen könnte, dass der Bau unmittelbar feststeht lässt sich von hier nicht beurteilen, aber wirkt nicht unbedingt abwegig.


    Eine Mietminderung könnte scheitern, weil ihr die Mängel ja kanntet.


    Daher sollte nochmal ein Gespräch mit dem Vermieter angeschoben werden, sonst bleibt zunächst eine rechtliche Beratung übrig, der dann schaut ob ihr wirklich einen Anspruch auf den Bau habt, wann der erfolgen muss und wie ihr den am Besten umsetzt.


    Gruß

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Danke schon mal für die Antwort und deine Einschätzung! Das Gespräch mit dem Vermieter haben wir schon mehrmals gesucht, auch weil ja das Geländer und die unterste Stufe fehlen und unsere Kinder die Treppe deswegen nicht benutzen können. Er hat dann aus Paletten eine sehr notdürftige Lösung gezimmert. Als wir ihn dann einen Monat später fragten wann die Baustelle nun fertig wird, hat er eine sehr erboste Sprachnachricht geschickt dass er sich nicht von uns unter Druck setzen lässt und dass er das auch vielleicht auch nächstes Jahr nicht macht. Wir haben daraufhin beschlossen das mit den Reden erst mal wieder bleiben zu lassen und uns erst mal zu informieren was man machen kann und was unsere Rechte sind.

  • Darkshadow hat es dir schon erklärt. Gern nochmal mit anderen Worten.

    Der Vermieter hat kein Datum beim Einzug benannt, bis wann die Arbeiten fertig sind. Er hat diesbezüglich also nichts versprochen, was er nun noch nicht eingehalten hat. Anders gesagt, der Vermieter muss mit den Arbeiten erst mal im Verzug sein, was er wegen eines fehlenden Datums noch nicht ist.

    Um nun irgend welche Rechte nutzen zu können, muss der Vermieter erst mal in Verzug gesetzt werden. Damit ist gemeint, dass man ihn auffordert, die Arbeiten zu erledigen. Man kann dafür ein Datum benennen, muss man aber nicht. Wenn man sagt, man erwartet die baldige Fertigstellung, dann ist das auch eine Aufforderung, durch die der Vermieter in Verzug gerät.

    Erst wenn sich dann der Vermieter in Verzug befindet, kann man weitere Maßnahmen einleiten, eventuell die Ersatzvornahme, also dass man sich auf Kosten es Vermieters selbst um die Sachen kümmert, oder man verklagt ihn auf Fertigstellung. Das muss man sich dann überlegen.


    Wenn du dir über das Vorgehen unsicher bist, dann lass dich bitte von einem Anwalt oder Mieterverein beraten. Wir können hier nur allgemeine Prinzipien erläutern, aber keine Anleitung des genauen Vorgehens geben.

    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschätzen würde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.