Hoher Strombedarf einer Grundwasser-Wärmepumpe

  • Hallo!


    Ich habe mich hier angemeldet, weil wir ein Problem mit dem Strombedarf der in unserem Mehrfamilienhaus verbauten Wärmepumpe haben, der sich leider stark auf die Nebenkostenabrechnung durchschlägt.


    Ausgangslage:

    - Wir sind Mieter.

    - Mehrfamilienhaus mit 6 Parteien, Baujahr 2015/16.

    - Ein baugleiches zweites Haus steht gleich nebenan; gleicher Eigentümer.

    - Beheizte Wohnfläche je Haus: ca. 330 m².

    - Grundwasser-Wärmepumpe von Vaillant (genaues Modell ist uns nicht bekannt). Die Wärmepumpe ist auch für die Warmwasseraufbereitung zuständig.


    Unsere Beanstandungen betreffen wie gesagt die Stromaufnahme der Pumpe in beiden Häusern, nicht jedoch die Wärmemenge an sich. Ich bin in puncto Gebäudeinstallationen nicht vom Fach und musste mich die letzten Wochen und Monate ein bisschen belesen. Als Vergleichskriterium für die Effizienz einer Wärmepumpe bin ich dabei auf den Arbeitswert gestoßen:


    Arbeitswert = abgegebene Wärmemenge / aufgewendete elektrische Energie


    Üblich sind hier Werte um 4, korrekt? Hier mal unsere Vergleichswerte, gemäß Nebenkostenabrechnung:


    unser Haus Wärmemenge [kWh] Strombedarf [kWh] Arbeitswert
    2016 (9 Monate --> nur eine Heizperiode Ende des Jahres) ~17700 ~8400 2,1
    2017 (volles Jahr) ~23800 ~20200 1,2



    Nachbarhaus Wärmemenge [kWh] Strombedarf [kWh] Arbeitswert
    2016 (9 Monate --> nur eine Heizperiode Ende des Jahres) ~19200 ~8200 2.3
    2017 (volles Jahr) ~28400 ~13100 2.2



    Ich unterstelle jetzt mal, dass ich die Nebenkostenabrechnungen richtig interpretiert habe. Dann fällt zum einen auf, dass die Pumpen beider Häuser schrecklich ineffizient sind und zweitens das Nachbarhaus trotz höheren Heizbedarfs weniger "Brennstoff" in Form von Strom benötigt. Zusätzlich hat sich die Effizienz unsere Pumpe halbiert. Die Verschlechterung ist eventuell auf Verkalkung zurückzuführen. Beide Häuser verfügen erst seit diesem Jahr über Entkalkungsanlagen. Allerdings würde das die bereits 2016 so schlechten Werte nicht erklären.


    Für das ganze Jahr 2017 werden uns für "Heizung/Warmwasser" Kosten in Höhe von ~870€ in Rechnung gestellt. Um es besser einzuordnen: In der alten Wohnung (Baujahr 1995, ein Zimmer weniger, Fernwärme/Gas) hatten wir in 2015 Heiz-/Warmwasserkosten in Höhe von 490 €, obwohl wir 2017 sogar 15% weniger Heizwärmebedarf hatten als 2015 (dafür allerdings 20m³ statt 15m³ Warmwasserverbrauch).


    Meine konkreten Fragen an Euch:


    - Sind meine Berechnungen zum Arbeitswert korrekt? Was haltet ihr von den Werten?

    - Könnt ihr mir Vergleichswerte aus euren Abrechnungen nennen?

    - Kann eine Wärmepumpe im Neuzustand so schlecht installiert/eingestellt sein, dass sie so ineffizient läuft?

    - Kann es sein, dass die verbaute Wärmepumpe unterdimensioniert ist?

    - Kann sie derartig verkalken, dass die Effizienz so rapide sinkt?


    Da 2016 nur eine kurze Heizperiode hatte (Nebenkostenabrechnung war ausgeglichen), ist uns das Thema erst mit der Abrechnung 2017 aufgefallen. Wir gehen davon aus, dass es 2018 noch schlimmer wird. :(


    Ich danke euch im Voraus für eure Einschätzung!

  • 1,2 als Arbeitszahl ist wirklich katastrophal. Das ist ja quasi wie direkt mit Strom heizen. 4 ist sehr foptimistisch als Arbeitszahl, durchschnittlich sind es eher um 2,6, gerade in Mehrfamilienhäusern, wo man mehr Energieverluste hat wegen Bereitstellung von Warmwasser und Heizung. In einem EFH kann man das effizienter einstellen.


    Ob die Heizung unterdimensioniert oder falsch eingestellt ist, kann man so nicht beurteilen.


    MIt anderen Häusern vergleichen finde ich nicht zielführend. Gerade im Neubau könnte noch reichlich Restfeuchte vorhanden sein, die wahnsinnig viel Heizenergie frisst (das normalisiert sich dann in den folgenden Jahren). Außerdem muss das Haus nicht zwingend energieeffizienter sein. Das hängt von so vielen Faktoren ab, sodass man es nicht vergleichen kann. Wenn ich mir unseren Altbau BJ 1910 anschaue, braucht der weniger Heizenergie als manches Haus aus den 90igern (selbstverständlich mit neuer Gas-Brennwertheizung)

  • Vielen Dank für deine Rückmeldung! Ich hatte mich mit dem Referenzwert an der KfW-Förderung orientiert, die, soweit ich das verstehe, erst ab einem Arbeitswert von 3,8 greift. Ich gehe davon aus, dass hier keine Wärmepumpe verbaut worden wäre, wenn nicht die Förderung in Aussicht gestanden hätte. Werden solche Werte in MFH denn generell nicht erreicht? Kann ich fast nicht glauben...