Gasverbrauch laut Rechnung doppelt so hoch wie Zähler aller Wohnungen

  • Hallo,


    Ich habe vor mir eine Rechnung unseres Gaslieferanten liegen über einen Verbrauch von 32738 kWh. Jedoch ergibt die Summe aller Zähler bei den Mietern lediglich 16999 kWh.

    Nun habe ich zwei Fragen: Erstens, kann so ein großer Verlust über Wärmeverluste der Rohre bzw Umwälzung des Wassers erklärt werden?

    Zweitens: Müssen die weiteren ~ 16000 kWh nun auf die Mieter aufgeteilt werden oder wie wird hier nun gerechnet?


    Grüße

    Hsrye

  • Hallo.


    Auf die Mieter werden nur Kosten verteilt, kein Verbrauch. Daher ist es niemals möglich, den Preis laut kWh laut Versorger Rechnung her zu nehmen und so die Kosten auf die Mieter umzulegen. Sondern die Kosten werden nach einem bestimmten Verhältnis umgelegt.


    Und zweitens sind die Kilowattstunden des Gasverbrauchs eine ganz andere Einheit als der Verbrauch des Wärmemengenzählers. Es nennt sich beides kWh, aber es ist eine ganz andere Energie, die dahinter steckt. Das wäre wie der berühmte Vergleich zwischen Äpfel und Birnen.

    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschätzen würde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.

  • Aaah ich denke ich verstehe was du meinst. Also wie wäre jetzt die richtige Vorgehensweise?

    die Option die mir einfällt wäre: Mieter A hat von den 16999 kWh laut Wärmemengenzähler 25% verbraucht und deswegen werden auch 1/4 der entstandenen Kosten auf ihn umgelegt? Natürlich nach Umlage 70/30.

    Aber wie würde dann die Berechnung auf der Nebenkostenabrechnung aussehen?

    Betrag x(70% der Rechnung) / kWh laut Rechnung * (0,25*kWh Rechnung)?

  • Eine so große Differenz ist schon möglich. In Mietshäusern/Mehrfamilienhäusern wird meistens den ganzen Tag Warmwasser vorgehalten und die Heizung läuft auch auf immer gleicher Stufe, damit man jederzeit Warmwasser und Heizenergie abnehmen kann. Das ist einigermaßen ineffizient, wenn alle die Heizungen tagsüber runter regeln und keiner Warmwasser abnimmt, weil alle arbeiten sind. Dazu kommen natürlich hohe Verluste, wenn alles nicht gut gedämmt ist, eine ältere Heizung mit schlechtem Wirkungsgrad usw.


    Der Verbrauch, der auf der Gasrechnung steht, ist egal. Die 32 000 kWh kosten beispielsweise 2000 €. Dazu kommen noch Kosten für Schornsteinfeger, Verbrauchserfassung, Abrechnung, Wartung etc., beispielsweise 500 €.


    Dann werden erst mal 2500 € nach 30/70 Wohnfläche/Verbrauch verteilt:


    30 % nach Wohnfläche: 750 €

    70 % nach Verbrauch: 1750 €


    Mal angenommen, Mieter A bewohnt 20 % der Gebäudefläche und hat 25 % des gemessenen Verbrauchs:


    Nach Fläche: 20% von 750 € = 150 €

    Nach Verbrauch: 25% von 1750€ = 437,50 €


    Also Gesamtheizkosten: 587,50 € für Mieter A


    Das ganze ist nun vereinfacht, wenn es keine zentrale Warmwasseraufbereitung gibt. Dann wird der ganze Spaß noch mal eine Stufe aufwändiger, weil man zunächst nach Warmwasser und Heizung trennen muss und erst anschließend die Verteilung auf die Nutzer vornimmt.

  • Es ist das gleiche Spiel, wie wir es schon beim Wasser besprochen hatten, nämlich einfache Dreisatzrechnung. Also Kosten dividiert Gesamtzählereinheiten multipliziert mit dem Wohnungsverbrauch.


    Lies dir mal de Heizkostenverordnung durch, wenn du Lust und Langeweile hast. Dann wirst du mich sicher verstehen, wenn ich jetzt sage, dass es den Umfang hier im Forum sprengen würde, wenn ich dir eine Schulung gebe für die Erstellung der Abrechnung. Da gibt es sehr viel zu bedenken. Zuerst muss erst mal noch der Anteil der Kosten für die Warmwassererwärmung heraus gerechnet werden. Und wenn jemand nicht das gesamte Abrechnunsgjahr die Wohnung bewohnt hat, dann kommen noch die Gradtagszahlen ins Spiel. Um nur mal 2 Dinge zu nennen, die diese Abrechnung komliziert machen.

    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschätzen würde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.

  • Zitat

    Es ist das gleiche Spiel, wie wir es schon beim Wasser besprochen hatten, nämlich einfache Dreisatzrechnung. Also Kosten dividiert Gesamtzählereinheiten multipliziert mit dem Wohnungsverbrauch.

    Das ist mir nach deiner Antwort auch klar geworden. Ich habe irrtümlicher weise zu sehr auf die kWh in der Rechnung gestarrt und bin deshalb nicht vorangekommen. Mittlerweile dürfte auch dieser Posten stimmen.

    Zitat

    Das ganze ist nun vereinfacht, wenn es keine zentrale Warmwasseraufbereitung gibt. Dann wird der ganze Spaß noch mal eine Stufe aufwändiger, weil man zunächst nach Warmwasser und Heizung trennen muss und erst anschließend die Verteilung auf die Nutzer vornimmt.

    Bei uns wird Warmwasser und Heizung über eine Heizanlage erhitzt. Somit dürfte eine Aufteilung von Kalt und Warmwasser nicht nötig sein oder?


    Zitat


    Lies dir mal de Heizkostenverordnung durch, wenn du Lust und Langeweile hast. Dann wirst du mich sicher verstehen, wenn ich jetzt sage, dass es den Umfang hier im Forum sprengen würde, wenn ich dir eine Schulung gebe für die Erstellung der Abrechnung. Da gibt es sehr viel zu bedenken. Zuerst muss erst mal noch der Anteil der Kosten für die Warmwassererwärmung heraus gerechnet werden. Und wenn jemand nicht das gesamte Abrechnunsgjahr die Wohnung bewohnt hat, dann kommen noch die Gradtagszahlen ins Spiel. Um nur mal 2 Dinge zu nennen, die diese Abrechnung komliziert machen.

    das mir hier nicht das gesamte Vorgehen erklärt werden kann ist mir schon klar. Ich lese aber sehr viel nach und schule mich quasi selber soweit es geht. Sollten dann ab und zu etwas unklar sein, suche ich nach Rat.

    Einen Umzug hat es in diesem Abrechnungszeitraum zum Glück nicht gegeben.


    Mein Ziel ist eine Verbesserung der Abrechnung vom Ist-Zustand. Und das hab ich meiner Meinung nach schon erreicht :). Natürlich auch Dank der super Hilfe die ich hier bekommen hab.

  • Bei uns wird Warmwasser und Heizung über eine Heizanlage erhitzt. Somit dürfte eine Aufteilung von Kalt und Warmwasser nicht nötig sein oder?

    Doch. Eben genau in diesem Fall. Denn für den Warmwasserverbrauch muss es in den Wohnungen Warmwasserzähler geben, um das entsprechend verteilen zu können.


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    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschätzen würde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.