WG Außerordentliche Kündigung, Nachforderung über Folgezeitraum

  • Hallo an Alle!


    Ich bin neu hier und versuche eine Lösung für einen kniffligen Fall zu finden. Dies betrifft das Mietrecht.


    Mein Fall hat eine Vorgeschichte, ich kann diese auch gern schildern aber versuche mich möglichst kurz zu halten. Die Vorgeschichte resultierte in einer außerordentlichen Kündiung 2015, der ich zugestimmt habe und mein ehemaliger Mitbewohner somit alleiniger Mieter der Wohnung wurde. Ich hingegen blieb auf den Kosten sitzen, da der Mitbewohner arbeitslos ist/war. Diese beliefen sich, bis zu einer Ratenvereinbarung am Mai 2017, auf 2300 Euro und werden von mir seither in 25 Euro Margen/Monat getilgt. Hinzu kommen weitere 750 Euro die bereits getilgt sein sollten.


    Nun bin ich seither nicht mehr mit der Vermietung in Kontakt gewesen, bis mich ein Schreiben per Email erreichte. In diesem werde ich für alle weiteren Vorkommnisse im neuen Mietverhältnis in Regress genommen. Grund dafür ist, dass mir die Kündigung nicht zugestellt werden konnte. Diese habe ich in der Tat nie erhalten. In der Folgezeit nach der Kündigung 2015 bin ich mehrfach verzogen. Ich zog von Frankfurt nach Gelsenkirchen und nach Wattenscheid, wo mich ein Gerichtvollzieher aufsuchte mit dem die Ratenzahlung vereinbart wurde.


    Nun wurde, wie es in dem Schreiben an mich erläutert wird, wohl ein rechtkräftiges Urteil gegen mich verhängt zu dessen Verhandlung ich nicht einmal informiert oder gar geladen wurde. Ich kann mir kaum vorstellen, dass dies mit rechten Dingen zugeht. Ich bin seit 22.06.2018 ordentlich gemeldet in einer weiteren Stadt. Zuvor war ich bis ca. 01.2018 in Wattenscheid gemeldet und in der Zwischenzeit aus Deutschland abgemeldet. Eine Einladung zu einem Termin hätte mich somit erreichen müssen.


    Nun ist meine Frage, ist die Kündingung rechtkräftig? Meine Email Adresse lag dem Vermieter immer vor und Korrenspondenz erfolgte oft über diese, außerdem war dem Gerichtvollzieher und somit doch auch der Vermietung meine Adresse in Wattescheid bekannt? Weiterhin erreichte mich auch das Anwaltsbüro der Vermietung über meine Email Adresse. Zusätzlich ist in der Kostenaufstellung auch eine Räumungsklage gegen mich erwähnt, die ja vollstreckt sein muss (ich hatte bis dahin die Wohnung schon längst verlassen), ist daher die Künding nicht zwangsläufig wirksam?

    Ist ein Urteil, ohne jegliche Information an die ordentliche Adresse überhaupt rechtskräftig?


    Was sollte ich Eurer Einschätzung nach nun tun?

  • Ist ein Urteil, ohne jegliche Information an die ordentliche Adresse überhaupt rechtskräftig?

    Das hat gar nichts mit dem Mietrecht zu tun, sondern ist eine rein prozessuale Frage.


    Ohne ins Detail zu gehen ist es durchaus möglich die Klagezustellung auch im Wege der öffentliche Bekanntmachung durchzuführen. Dann gibt es ein Versäumnisurteil. Die Einspruchsfrist dagegen kann wieder durch öffentliche Bekanntmachung zum Laufen gebracht werden. Ist diese Frist abgelaufen, dann ist das Urteil rechtskräftig. Hier kommt dann nur noch eine Wiederaufnahme in Betracht, woran sehr hohe Anforderungen gestellt sind.


    Was sollte ich Eurer Einschätzung nach nun tun?

    Da ein Urteil gegen dich vorliegt solltest du unbedingt einen Anwalt einschalten um gegen das Urteil vorzugehen.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.